Schweinfurt

Wie Adrian Schmuker das Leopoldina-Krankenhaus erfolgreich machte

Der Geschäftsführer des Leopoldina-Krankenhauses, Adrian Schmuker, geht nach 21 Jahren im Unternehmen in Rente. Worauf er stolz ist und welche Herausforderungen es gibt.
Das Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt ist eines der großen Schwerpunkt-Krankenhäuser in der Region und mit über 2000 Mitarbeitern einer der großen Arbeitgeber. Foto: Oliver Schikora

"Es ist eine echte Erfolgsgeschichte", fasste Oberbürgermeister Sebastian Remelé bei der Verabschiedung von Leopoldina-Geschäftsführer Adrian Schmuker zusammen, was die gut 50 geladenen Gäste mit langem, stehend dargebrachten Applaus ausdrückten: Dankbarkeit für die Arbeit eines Machers mit Ecken und Kanten, der es aber zielstrebig und fachkundig in den vergangenen 21 Jahren verstand, ein in den roten Zahlen befindliches Krankenhaus zu sanieren und vor allem zukunftsfähig aufzustellen.

Schmukers Grundsatz, den der 65-Jährige selbst in seiner emotionalen Rede zum Abschied in den Ruhestand beschrieb, bringt das Arbeiten im Leopoldina Krankenhaus mit über 2000 Mitarbeitern auf den Punkt: "Wir machen nicht Medizin, um Geld zu verdienen. Wir brauchen eine gesunde finanzielle Basis, um gute Medizin zu machen."

Der OB beschrieb die Lage des Krankenhauses vor 1998 als dramatisch, "es wurden dauerhaft rote Zahlen geschrieben". Dass man nicht an das Rhön-Klinikum verkaufte – der Stadtratsbeschluss dazu fiel mit nur einer Stimme mehr denkbar knapp aus – sei im nachhinein die beste Entscheidung für die Zukunft der medizinischen Versorgung in der Region Schweinfurt gewesen. Schmuker habe durch seine Entscheidung, "nicht zu schrumpfen, sondern kreativ zu expandieren", genau den richtigen Weg eingeschlagen.

Gruppenbild mit Damen bei der Verabschiedung des Leopoldina-Geschäftsführers Adrian Schmuker in den Ruhestand: (v.l.) Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Heidrun und Adrian Schmuker sowie Gerlinde und Jürgen Winter. Er ist der neue Geschäftsführer des Leopoldina Krankenhauses. Foto: Stefan Pfister

Der OB lobte Schmukers Führungsqualitäten und sein Herzblut für das Krankenhaus, für das er der richtige "Steuermann" zur richtigen Zeit gewesen sei, der ein Haus schuf, "in dem man sich nicht nur als Patient, sondern auch als Gast willkommen fühlt" und vor allem auf höchstem medizinischen Niveau behandelt wird.

"Wir machen nicht Medizin, um Geld zu verdienen. Wir brauchen eine gesunde finanzielle Basis, um gute Medizin zu machen."
Adrian Schmuker, Geschäftsführer des Leopoldina-Krankenhauses, der zum 31. März in Ruhestand geht.

Dr. Johannes Mühler, Chefarzt der neurologischen Klinik, sprach stellvertretend für die Ärzteschaft. Er sprach von einer "Ära", die Schmuker geprägt habe. Natürlich seien Chefärzte und Geschäftsführung gelegentlich anderer Meinung, doch Schmuker habe einen Grundsatz hochgehalten, der mit dafür sorgte, dass das Krankenhaus vor allem wegen seiner medizinischen Versorgung einen guten Ruf in der Region hat: "Sie haben nie die ärztliche Freiheit in Frage gestellt, das war klug und dafür ist ihnen zu danken." Schmuker habe einen Wandel vom Verwalten des Krankenhauses in den 1990er Jahren zum Gestalten ab 2000 ermöglicht. 

2011 wurde der Gesundheitspark auf dem Gelände des alten Krankenhauses eröffnet, das eng mit dem Leopoldina zusammenarbeitet. Foto: Oliver Schikora

Dass der 2011 eröffnete Gesundeitspark unterhalb des Krankenhauses ermöglicht wurde, war für Mühler "zukunftweisend", denn der Herausforderungen gibt es genügend, denen sich der neue Geschäftsführer Jürgen Winter stellen muss, nicht nur den Fachkräftemangel in der Pflege und bei Ärzten betreffend.

Adrian Schmuker war anzumerken, dass es für ihn ein emotionaler Abschied von "seinem" Krankenhaus war. Er habe schon in seinem früheren Beruf als Berater mit dem Krankenhaus zu tun gehabt, das Bewerbungsgespräch mit der damaligen Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser, die ihm reinen Wein einschenkte, habe er noch in guter Erinnerung. Er zeigte sich stolz, dass das Krankenhaus heute "in der Szene als positives Beispiel gesehen wird", wie man ein kommunales Krankenhaus zukunftsfähig macht.

Der Eingangsbereich des Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt. Foto: Anand Anders

Diese Entwicklung, das betonte Schmuker, habe natürlich viel mit den Mitarbeitern zu tun, die nicht nur sehr gute Arbeit in allen Abteilungen leisten, sondern durch den Sanierungstarifvertrag 2004 und ihren eigenen Verzicht auch die Basis für spätere Gewinne bei gleichzeitiger kontinuierlicher Investition schufen.

Der großen Fußstapfen ist sich Nachfolger Jürgen Winter bewusst, aber auch der Herausforderungen für die Zukunft, das Krankenhaus weiterhin gewinnbringend zu betreiben. Er kündigte an, sich auch verstärkt um Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten, aber auch Kliniken in der Region zu kümmern. Mit der GeoMed-Klinik in Gerolzhofen gibt es eine solch enge Partnerschaft bereits.

Leopoldina Krankenhaus
Das vom Maintal aus weithin sichtbare Krankenhaus der Schwerpunkt-Versorgung wurde 1982 gebaut, es hat 700 Planbetten. Jährlich werden rund 33 000 Patienten stationär und 32 000 Patienten ambulant versorgt. Die Auslastung der Betten liegt im Schnitt bei mehr als 85 Prozent. Das Leopoldina ist nicht nur Schwerpunkt-Krankenhaus, es ist auch akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg.
Bis Dezember 1997 war das Krankenhaus ein Eigenbetrieb der Stadt, seither gibt es die Leopoldina-Krankenhaus GmbH. Seit Oktober 1998 war Adrian Schmuker Geschäftsführer, seit 1. Januar 2020 folgt ihm Jürgen Winter nach. 1999 wurde die Leo Service GmbH gegründet, 2011 das medizinische Versorgungszentrum eröffnet. Seit 2002 gibt es bereits gemeinsam mit den Haßberg-Kliniken die Berufsfachschule für Krankenpflege.
Das Krankenhaus schreibt seit 15 Jahren kontinuierlich schwarze Zahlen. Für das Leo und seine Tochtergesellschaften arbeiteten Ende 2018 insgesamt 2247 Mitarbeiter, 1900 davon im Krankenhaus. Im Konzern Stadt Schweinfurt ist es der größte Arbeitgeber vor der Stadtverwaltung selbst, die rund 1000 Mitarbeiter hat. Der Umsatz im Jahr 2018 betrug 156 Millionen Euro.

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