Schweinfurt

Wie man viel aus sich machen kann

Ehemalige am Bayernkolleg: Mit dem Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg gaben sie ihrem Leben einen Wendepunkt. Über ihre Lebenswege berichteten (von links) Florian Brell, Corina Leuze, Marco Wackenreuther, Louise Haslam und Dimitrij Wirz.
Ehemalige am Bayernkolleg: Mit dem Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg gaben sie ihrem Leben einen Wendepunkt. Über ihre Lebenswege berichteten (von links) Florian Brell, Corina Leuze, Marco Wackenreuther, Louise Haslam und Dimitrij Wirz. Foto: Stefan Anschütz

„Was aus uns geworden ist.“ Das ist der Leitgedanke einer Veranstaltungsreihe am Bayernkolleg Schweinfurt, in der ein Dialog zwischen ehemaligen und aktuellen Schülern geführt wird. Die Schule lädt laut Pressemitteilung in Kooperation mit dem Förderverein Absolventen ein, die durch das Abitur auf einem Gymnasium des Zweiten Bildungsweges neue Akzente in ihrem Leben setzten. „Unsere Schülerinnen und Schüler sollen sehen, welche Chancen der Zweite Bildungsweg in sich birgt. Damit machen wir Mut, Mut sich auf Neues einzulassen“, umreißt die Moderatorin, Oberstudienrätin Annette Günther, den Kerngedanken der Veranstaltung. Zusammen mit der Schulleiterin Gabriele Seelmann freut sie sich, dass es dieses Veranstaltungsformat als Erfahrungs- und Gedankenaustausch schon fast seit 20 Jahren gibt.

Fünf Absolventinnen und Absolventen des Bayernkollegs aus den Abiturjahrgängen 2009 bis 2015 blickten auf ihre Schulzeit zurück, die in ihrem Leben ein wichtiger Wendepunkt war. Sie berichteten von ihrem Lebensweg und gaben Einblicke in ihr heutiges berufliches Tätigkeitsfeld. Für alle war die Schulzeit am Kolleg, die mit dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife endete, eine Zäsur in ihrem Leben und eröffnete ihnen Möglichkeiten, die laut Pressemitteilung ohne Abitur verschlossen waren. So unterschiedlich und gelegentlich verschlungen die Schul- und Berufsbiografien verliefen, so ähnlich war die Motivation, noch einmal die Schulbank zu drücken. „Ich möchte was aus mir machen.“ „Ich war nur noch unzufrieden, mit mir und meinen ständig wechselnden Jobs.“ „Ich möchte etwas tun, worauf ich stolz sein kann.“

Tipps mit auf den Weg gegeben

Ihr Rückblick auf drei oder vier Schuljahre am Kolleg war bei den fünf Ehemaligen von positiven Eindrücken geprägt. Da stehen nicht nur witzige Anekdoten, das gemeinsame Leben im Wohnheim oder Studienfahrten im Vordergrund, sondern die Erfahrung, von den Lehrkräften ernst genommen und nicht von oben herab behandelt zu werden. Sie erfuhren Unterstützung bei den Umstellungsproblemen vom Berufsleben in das System Schule, so die Mitteilung weiter. Insbesondere erlebten sie tagtäglich, wie sie durch den Schulbesuch ihrer Persönlichkeit weiterentwickelten und Freude an Bildung bekamen. Sie erfuhren aber auch, dass ohne Disziplin und Selbstorganisation gar nichts geht.

Die Ehemaligen ermunterten die aktiven Schülerinnen und Schüler zu klarer Zeiteinteilung und zur Bildung von Lerngruppen. Ein wichtiger Rat: „Um erfolgreich Schule und Studium absolvieren zu können, muss man im Austausch mit anderen sein. Man muss immer über den Tellerrand hinausschauen und darf nicht bei Einzelheiten und Auswendiglernen stehen bleiben. Verstehen und einordnen, das ist wichtig.“

Ein wichtiges Thema für die anwesenden Schülerinnen und Schüler war das Problem der Finanzierung des Schulbesuchs und des Studiums. Ein wichtiger Tipp war der Hinweis auf verschiedene Stipendien, zum Beispiel auf die Hans-Böckler-Stiftung des DGB.

Fünf unterschiedliche Lebenswege

Jeder von den fünf Absolventen gab einen Einblick, was er – mit dem Abitur in der Tasche – erreicht hat. Fünf sehr unterschiedliche Wege: Der gelernte Kaufmann, jetzt Publizistik- und Kommunikationswissenschaftler, der seine Arbeitskraft in den Dienst eines Berliner Missionswerkes stellt. Die Gelegenheitsjobberin in vielen Branchen absolvierte erfolgreich den Bachelor im Studium der Medienkommunikation und widmet sich heute dem Social Media Management in einer Würzburger Firma. Oder die Aushilfskraft schaffte ein hochspezialisiertes Psychologiestudium mit sehr großem Erfolg. Sie brachte es zur Psychologin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Würzburg. Der gelernte Elektriker steckt in der Masterabschlussphase Sozialwissenschaften. Sein Studienort ist Leipzig. Ihm ist es wichtig, dass der Besuch des Kollegs ihm den Weg zur breiten Bildung öffnete; er fühlte sich nach dem Schulabschluss richtig „verjüngt“. Und aus einem Kinderpfleger, der viele Umwege in seinem Leben einlegte, wurde ein Sales Manager, nachdem er erfolgreich Wirtschaftsingenieurwesen in Schweinfurt studiert hat.

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