Schwebheim

Wie sicher sind kommunale Daten?

Der jüngste Datenklau hat die Datensicherheit wieder einmal in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und so fand auch der Informationssicherheitsbeauftragte im Gemeinderat aufmerksame Zuhörer. Holger Fella berichtete über den Stand des Kommunalen Informationssicherheitssystem KISIS 12, für das sich die Gemeinden Gochsheim, Schwebheim, Röthlein, Sennfeld, Grettstadt und Kolitzheim entschieden haben.

Zunächst erklärte er den Unterschied zwischen Daten- und Informationssicherheit. Erstere beziehe sich auf elektronische Systeme und habe das technische Ziel, Daten jeglicher Art in ausreichendem Maße gegen Verlust, Manipulationen und andere Bedrohungen zu sichern. Die Informationssicherheit gehe weit darüber hinaus und umfassen den Schutz von Informationen jeglicher Art.

Das Bayerische E-Government-Gesetz fordere die Umsetzung eines Informations-Sicherheitskonzepts, allerdings sei die Frist hierfür um ein Jahr auf den 1. Januar 2020 verlängert worden. Bisher habe er die Leitlinien erarbeitet, Mitarbeiter sensibilisiert und ein Informationssicherheitsteam aufgebaut. Neun der insgesamt zwölf Schritte müssten nun aber in diesem Jahr noch gemacht werden, was sehr ambitioniert sei, so Fella

Neues Wissen vermitteln

Die Ressourcen in den Gemeinden seien einfach nicht da, sowohl was das Wissen der Mitarbeiter als auch und vor allem was deren Zeit betreffe. In den Verwaltungen säßen halt nun mal keine EDVler, sondern Verwaltungsbeamte, stellte Fella fest. Seine Aufgabe sei es nun, Lücken in der Informationssicherheit zu finden, und bei Vor-Ort-Terminen fehlendes Wissen zu vermitteln, mit dem Ziel eines vollständigen Informationssicherheitskonzeptes.

An einem Beispiel zeigte Fella seine momentane Arbeit. Aus den Bauhöfen sei der Bedarf an einem Messenger angemeldet worden. Nun kämen aber die üblichen Messenger, wie beispielsweise WhatsApp für die betriebliche Nutzung nicht in Frage, weil sie unter anderem in den USA angesiedelt seien, Daten sammeln und nicht den Datenschutzbedingungen entsprächen. Er habe jetzt 20 Messenger geprüft und ausgewertet, um einen möglichen Dienst zu finden.

Toni Götschl hatte seine Anfrage an diesen Aufwand. "Wie haben die das denn bisher auf die Reihe gekriegt", wollte er wissen. Man erspare sich halt ein Telefonat oder die Fahrt ins Büro, meinte Fella.

Für höchstmögliche Sicherheit entschieden

Christian Stahn fragte nach, ob denn nicht auch weniger anspruchsvolle Konzepte der Informationssicherheit der Kommune Rechnung getragen hätten. Dies bejahte Fella. Die Gemeinden hätten sich für eine höchstmögliche Sicherheit entschieden, was angesichts der sensiblen Daten in einer Kommunalverwaltung sicher nicht falsch sei. Söllner wollte wissen, wie denn andere Gemeinden diesen Zeitplan einhalten würden und ob Sanktionen drohten. Davon ging Fella nicht aus, er vermutete, dass vor allem der Nachweis, dass man an einem entsprechenden System arbeite, der Regierung erst einmal genüge.

Wenn das Konzept einmal steht, schaffen die Verwaltungsmitarbeiter es dann, dieses auch aufrechtzuerhalten, fragte Stahn nach. Davon ging Fella aus, das Schwierigste sei den Grundstock zu setzen, später müssten nur noch Änderungen und Anpassungen vorgenommen werden, dann sinke auch der Zeitaufwand.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Schwebheim
  • Ursula Lux
  • Daten und Datentechnik
  • Datendiebstahl
  • Datensicherheit
  • Drohung und Bedrohung
  • Elektronik und Elektrotechnik
  • Kommunalverwaltungen
  • Manipulation
  • Schutz
  • Verwaltungsbeamte
  • Ziele
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!