SCHALLFELD

Wie soll der Dorfplatz aussehen?

Planer Malte Feltl, im Bild links, erklärt den Zuhörern die Planungsvarianten des Schallfelder Dorfplatzes. Foto: Lothar Riedel

Dem Aufruf des Bürgermeisters zur Dorfplatzgestaltung in Schallfeld folgten 51 Gemeindebürger. Am Dienstagabend sollten die ersten Weichen zur Planung eines Dorfplatzes auf dem ehemaligen Schulgelände gestellt werden. 

Bürgermeister Wolfgang Anger freute sich über die rege Beteiligung im Sportheim des FC Schallfeld, mit zahlreichen Vorschlägen und Ideen. Anger führte an, dass der Dorfplatz nach den Vorstellungen der Bevölkerung geplant werden soll. Malte Feltl vom Planungsbüro Stubenrauch aus Königsberg in Bayern stellte zwei Planvarianten zur Diskussion.

Pflaster oder Grünflächen?

Der erste Entwurf zeigte einen Dorfplatz mit viel Pflaster und wenig Grünflächen und beim zweiten Vorschlag stachen die Grünanlagen ins Auge. Derzeit umfasst der geplante Dorfplatz eine Fläche von knapp 1000 Quadratmetern. Für beide Varianten gab es Zuspruch und Ablehnung. Den Einen ist die Pflasterfläche zu groß und die Anderen haben Bedenken, dass die Grünanlagen nicht genügend gepflegt werden, da es bereits jetzt schon Probleme mit der Pflege in der Gemeinde gebe. Derzeit wuchere das Unkraut auf dem Platz mit den „Bombengradern“.

Bushaltestelle vorgesehen

Bei der Variante zwei ist die Hälfte der Fläche gepflastert und der Rest begrünt. Ein Redner schlug vor, die Bauplätze zu vergrößern und den Dorfplatz entsprechend zu verkleinern. Zusätzlich ist eine Bushaltestelle neben der Gerolzhöfer Straße mit einem Buswartehäuschen vorgesehen, zwei Bauplätze mit rund 500 und 620 Quadratmetern und eine Erschließungsstraße für die beiden Grundstücke. Das ehemalige Lehrerwohnhaus werde durch die Stichstraße derzeit nicht angeschlossen. Einige halten die Stichstraße mit drei Metern Breite für zu eng und mit acht Prozent Steigung für zu steil. Die Schlossgasse soll in den Dorfplatz integriert werden. Die beiden ehemaligen Lehrergaragen möchte die Gemeinde als Unterstellfläche nutzen. Das Marterl bleibt bestehen. Die Abgrenzung zwischen dem Dorfplatz und den Bauplätzen könnte durch eine Hecke erfolgen. Ein Besprechungsteilnehmer wollte wissen, wer die Kosten für den Straßenbelag in der Schlossgasse aufkommt, falls diese in den Dorfplatz integriert werden sollte. Der Bürgermeister teilte mit, dass es nach gesetzlichen Vorgaben gehe, noch nicht geklärt sei und es dafür noch keine Entscheidung ob die Straße integriert werden soll. Daraufhin erwiderte der Fragesteller, dass die Finanzierung vor Beginn der Planung geklärt sein sollte. Für Senioren und Kinder wird das Gemeindeoberhaupt weitere Informationsveranstaltungen einberufen, um deren Vorstellungen zur Gestaltung des Geländes zu hören.

Tendenz: Mehrgenerationenplatz

Die Tendenz der Redner ging eher zu einem Mehrgenerationenplatz mit Spiel- und Fitnessgeräten als zu einem Festplatz. Laut einer Festorganisatorin fehle die Logistik an dem Platz, bei dem zum Beispiel keine WC-Anlagen geplant sind, und beispielsweise Möglichkeiten für Kühleinrichtungen und Spülmaschine fehlen. Schließlich kam sie zur Feststellung: „Feste feiern sei hier zu umständlich“. Nachdem es kein Gasthaus mit einer öffentlichen Toilette gebe und auch sonst keine WC-Anlage am Dorfplatz geplant sei, teilte Bürgermeister Anger mit, dass das WC im Gemeindehaus für Feste genutzt werden könne oder die Festveranstalter einen WC-Wagen anmieten müssten. Daraufhin teilte der Fragesteller mit, dass zu dem über 100 Meter entfernten Gemeindehaus-WC niemand laufe. Ein Grillplatz, Fahrradständer, mobile Sitzgelegenheiten mit Tischen, ein Brunnen, eine Schwengelpumpe mit Wasserläufen sollten vorgesehen werden. Gut wäre es, wenn der Platz zur Gerolzhöfer Straße offen wäre, also ohne Sträucher und Bäume, damit Blickkontakt zur Straße bestehe.

Möglichst hohe Förderung

Nachdem beim letzten Brand nicht genügend Löschwasser zur Verfügung stand wurde der Vorschlag eines Gemeindeweihers sowie einer Löschwasserzisterne mit etwa 100 Kubikmetern Wasser ins Gespräch gebracht. Um eine möglichst hohe finanzielle Förderung zu erhalten, sei es wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mit Rat und Tat in die Planung des Projektes einbringen. Mit dem Förderprogramm soll, im Rahmen des ELER-Programms 2014 - 2020 die nachhaltige Verbesserung der Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse auf dem Lande gefördert werden. Zuwendungsfähig sind Investitionen in die dorf- und bedarfsgerechte Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und die Schaffung und Entwicklung dorfgerechter Freiflächen und Plätze einschließlich ihrer Ausstattung. Dadurch soll insbesondere die Innenentwicklung der Dörfer unterstützt und der eigenständige Charakter der ländlichen Siedlungen erhalten werden. Die Finanzen werden von der EU und vom bayerischen Staat bereitgestellt.

Bürgerplanungsgruppe aktiv beteiligt

Deshalb rief der Gemeindeoberhaupt Anger zu einer Bürgerplanungsgruppe auf, die das Projekt mitgestalten soll. Spontan meldeten sich 14 Personen. Planer Feltl teilte mit, dass gute Ideen geäußert wurden aber sicherlich Kompromisse geschlossen werden müssten. Bürgermeister Wolfgang Anger, die Gemeinderäte und der Planungsbeauftragte haben nun neue Ideen zur Dorfplatzplanung, die weiter umgesetzt werden sollen.

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