DITTELBRUNN

Win-Win-Win in allen Wetterlagen? Neue Bürgergenossenschaft

Aufs Hochwasser folgte der Hochsommer, im Juni. Die Hitze im Rathaus-Sitzungssaal, man durfte sie als Beleg für die Kraft der Sonne nehmen. Oder für die Zunahme von Wetterextremen infolge des „Dauerqualmens“ fossiler Brennstoffe in die Atmosphäre? Es wurde jedenfalls ordentlich geschwitzt vor dem Satzungsentwurf. Erarbeitet wurde er in der Vorbesprechung engagierter Bürger, die als „Geburtshelfer“ für eine Energiegenossenschaft „Bürgernetz Marienbachtal eG“ fungieren.

Als Ergebnis nahmen die zwölf Gemeindebürger, Verwaltungsmitarbeiterin Jessica Kneyer sowie Bürgermeister Willi Warmuth den Termin für die Gründungsversammlung mit: am 29. September, nach der Bundestagswahl. Zuvor soll es einen Infoflyer im Amtsblatt geben. Zudem zeichnen sich Kandidaten für Vorstand, Aufsichts- und Beirat ab. So erklärte sich Peter Fock für die Öffentlichkeitsarbeit bereit, der Photovoltaik-Experte und Umweltunternehmer Matthias Windsauer wäre Kandidat für das Amt des Vorsitzenden. Werner Göbel berichtete von der aktuellen Gründung der Poppenhäuser Energiegenossenschaft „Oberes Werntal“. Anders als in Dittelbrunn ging hier die Initiative zur Erschließung alternativer Energiequellen nicht von der Gemeinde aus. 106 Mitglieder hätten Anteile über 25 000 Euro gezeichnet.

Bewusst habe man am Gründungstag zunächst nur ein Anteil pro Mitglied ausgegeben, so Göbel, um die ganze Bevölkerung anzusprechen. Mit 250 Euro pro Anteil sollte der Betrag „so hoch sein, dass die Oma dem Enkel zu Weihnachten einen Anteil schenken kann“. Insofern erschienen ihm die in Dittelbrunn genannten 500 Euro als etwas hoch. Fand auch Gemeinderat Norbert Reuß, der sich dem Bürgernetz als Aufsichtsrat zur Verfügung stehen würde: „Die Anteile sollten erschwinglich sein.“ Es gebe keine Vorgaben, sagte Willi Warmuth. In einem ersten Stimmungsbild war von (aus dem Stand) 50 000 Euro Privatbeteiligung die Rede gewesen: bereits ausreichend für Photovoltaikprojekte.

Die Gemeinde möchte ihre eigenen Anlagen auf die „eG“ übertragen, zunächst die 23 kW-Anlage der Schule Dittelbrunn, später könnte Solartechnik auf dem Kindergarten, auf der alten Schule Pfändhausen, dem Haus der Bäuerin Holzhausen und dem Marienbachzentrum folgen. Ein Nahwärmenetz und (interkommunaler) Energienutzungsplan sind ebenfalls in petto. Warmuth betonte, dass es hier nicht um Eigennutz der Gemeinde gehe: „Die Rendite sollen allen zu Gute kommen“, es müsse eine breite „win-win-win-Situation“ geben. Warmuth möchte entsprechend nicht als vorübergehender Vorsitzender der Genossen auftreten: „Es soll eine Bürgergenossenschaft sein.“ Man habe nun eine „Riesenchance“ für die Bürger, die Energieversorgung wieder von Konzernstrukturen in die eigenen Hände zu bekommen, betonte Wolfgang Stoll als designierter Aufsichtsrat.

Schlagworte

  • Aufsichtsräte
  • Brennstoffe
  • Fossilien
  • Geburtshelfer
  • Hochwasser und Überschwemmung
  • Konzernstrukturen
  • Wetterextreme
  • Wetterlagen
  • Willi Warmuth
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!