Obbach

Windpark Obbach: Schon wieder hat ein Getriebe geleckt

Es ist der zweite Vorfall innerhalb von nur zwei Monaten: Im Obbacher Windpark hat erneut das Getriebe einer Anlage Öl verloren. Diesmal wurde es rechtzeitig bemerkt.
Das Windrad zwischen Obbach und Sulzthal steht seit über einer Woche still. Das Getriebe hat Öl verloren. Es ist der zweite Vorfall dieser Art im Windpark Obbach. 
Das Windrad zwischen Obbach und Sulzthal steht seit über einer Woche still. Das Getriebe hat Öl verloren. Es ist der zweite Vorfall dieser Art im Windpark Obbach.  Foto: Hans-Peter Hepp

Dass ein Windrad mal stillsteht, ist nicht ungewöhnlich. Dass der Auslöser dafür aber nicht fehlender Wind, sondern zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Monaten ein technischer Defekt ist, allerdings schon. Im Obbacher Windpark hat erneut das Getriebe einer Anlage Öl verloren. Und wieder war laut Betreiber die Ursache eine Dichtung, die nicht richtig montiert war.

Seit über einer Woche steht das Windrad nun still. Auch, weil im Zuge der Reparatur gleich ein Software-Update mitgemacht wurde. Diesmal ist es die Anlage am Ortsausgang in Richtung Sulzthal, die – wie im Dezember bei der Masteranlage zwischen Obbach und Greßthal – wegen Öldruckabfalls im Getriebe abgeschaltet werden musste. Damals hatte man es erst bemerkt, nachdem schon mehrere hundert Liter Getriebeöl die Gondel hinabgelaufen und durch den Wind zum Teil ins Umfeld verteilt worden waren. Eine Spezialfirma musste das Erdreich dann abtragen.

Gleich zwei Störfälle innerhalb kurzer Zeit gab es bei zwei Windkraftanlagen im Obbacher Windpark. Er ging vor fünf Jahren ans Netz.
Gleich zwei Störfälle innerhalb kurzer Zeit gab es bei zwei Windkraftanlagen im Obbacher Windpark. Er ging vor fünf Jahren ans Netz. Foto: Irene Spiegel

"Diesmal ist nichts passiert", versichert Benjamin Geßlein, der zuständige Projektleiter bei der ÜZ Natur Holding, die eine der drei Kommanditisten der Obbacher Windpark-Gesellschaft ist. Die ÜZ hat einen Vollwartungsvertrag für alle fünf Anlagen im Windpark mit der Herstellerfirma GE Wind Energy abgeschlossen, die sofort die Anlage überprüft habe, als der Druckabfall festgestellt worden sei. Das ausgelaufene Öl sei komplett in der Ölwanne aufgefangen worden. Dass dem Windrad trotzdem eine Sicherheitsmanschette umgeschnallt wurde, ist laut Geßlein ein festgelegtes Prozedere bei solchen Störfällen. "Das ist eine reine Vorsorgemaßnahme." Auch die großen Auffangtonnen wurden wieder wie beim letzten Mal rings um den Turm aufgestellt, aber "es war kein Tropfen drin".

Feuerwehr war vorsorglich informiert worden

Das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen bestätigt das. "Das ausgetretene Öl befand sich fast komplett in der Auffangwanne", so Andreas Kirchner, der für den Landkreis Schweinfurt zuständige Sachbearbeiter. Behördenvertreter waren nicht vor Ort, da die Wasserschutzpolizei keine Verunreinigung am Boden festgestellt hatte. Auch die Obbacher Feuerwehr konnte gleich wieder abrücken. Die Servicemitarbeiter der Herstellerfirma übernahmen die Reinigungs- und Entsorgungsarbeiten oben in der Gondel selbst. Die Feuerwehr war vorsorglich alarmiert worden, sie ist bei Störfällen im Windpark immer in die Alarmkette eingebunden.

Es gibt auch Windräder, die kein Getriebe haben und somit auch kein Öl verlieren können. Die deutsche Firma Enercon beispielsweise stellt solche Windräder her. Sie sind schwerer und teurer. Die große Mehrheit der Windkraftanlagenhersteller setzt Anlagen mit Getriebe ein. Diese sind leichter und kostengünstiger, dafür aber aufwendiger in der Inspektion und Wartung. "Das ist eine Frage der Philosophie", versichert Geßlein, dass bei der Auswahl des Modells für den Obbacher Windpark die Kosten keine Rolle gespielt hätten. "Es geht darum, welche Anlage am Standort am geeignetsten ist." Die Wahl der ÜZ fiel deshalb auf Windkraftanlagen von GE Wind Energy, ein Tochterunternehmen der General Electric, die zur Sparte GE Renewable Energy mit Sitz in Paris gehört und zu den weltweit größten Produzenten von Windkraftanlagen an Land zählt.

"Wir hatten Glück im Unglück", ist Benjamin Geßlein erleichtert, dass diesmal "alles gut ging". Und versichert, dass "so etwas nicht mehr passieren wird". Alle Anlagen seien überprüft worden. Der Fehler sei menschliches Versagen gewesen.

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