OBERLAURINGEN

„Wir wollen die Menschen tief berühren“

Die Botschaft ist das wichtigste, sagt Michaela Lynes. Zusammen mit dem Gospelchor „voice of glory“ hat sie ein Ziel: Die Menschen berühren.
„Voice of glory“-Chorleiterin Michaela Lynes und Gitarristin Annika Protzmann in der „Werkstatt“.
„Voice of glory“-Chorleiterin Michaela Lynes und Gitarristin Annika Protzmann in der „Werkstatt“. Foto: FOTO Susanne Wiedemann

Mitreißen, andere begeistern, das kann Michaela Lynes. Vor gut fünfeinhalb Jahren hat sie den Gospelchor „voice of glory“ gegründet. Mit viel Liebe und Leidenschaft eine Gruppe zusammengeschweißt, die nicht nur schöne Lieder singen will, sondern berühren möchte, die Botschaft Gottes vermitteln will. Michaela Lynes schreibt Arrangements für den Chor, komponiert Lieder, begleitet am Klavier, denkt sich mit ihrem Mann David Texte aus, verfasst Musicals. So groß ihre Liebe zur Musik auch ist, eine musikalische Ausbildung hat die Fremdsprachenkorrespondentin nie gehabt. Zum Chorsingen kam sie irgendwie per Zufall. Lynes arbeitete in Wildflecken bei den Amerikanern, wurde gefragt, ob sie nicht im Chor bei den Gottesdiensten mitsingen will und bekam dann ein Solo. Amazing Grace. Aufgeregt war sie, erinnert sie sich. Auch daran, dass sie sich erst bei der vierten Strophe traute, die Augen zu öffnen und das Publikum anzuschauen. „Einige hatten Tränen in den Augen.“ Mit Musik die Menschen berühren, ist seitdem ihr Weg.

Wer hat Spaß am Singen? Mit diesem Aufruf suchte sie damals Sänger für ihren Chor. 33 kamen, mehr als sie erwartet hatte. Der Spaß am Singen ist immer noch wichtig. Deswegen muss niemand vorsingen, der mitmachen möchte. „Jeder ist willkommen, jeder darf singen.“ Aus jedem Gemeindeteil Stadtlauringens erklingen Stimmen in „voice of glory“, erzählt Lynes. Einmal die Woche probt jede Abteilung, zweimal im Jahr geht es zu einem Workshop nach Schloss Craheim. „Wir verbringen drei Tage zusammen und singen Gospel“. Auch hier keine geschlossene Gesellschaft. Wer Lust hat, den Herrn zu preisen, kann mitmachen.

Der jüngste Sänger ist fünf Jahre alt, der älteste 77. Mittlerweile gibt es noch einen Kinder-und Jugendchor („little“ und „teen voices“) und einen Behindertenchor aus dem Haus Gottesgüte, die „sweet voices“. Die sind am begeistertsten, schildert Gitarristin Annika Protzmann. Das Gefühl, in einer Gemeinschaft aufgenommen zu sein, beim Konzert auf gleicher Ebene mit den anderen Chören zu singen, ist einfach toll, freuen sich Lynes und Protzmann für die „sweet voices“.

Ritual, das Kraft gibt

Überhaupt ist die Gemeinschaft wichtig für die Sänger. „Das tut gut“, sagt Lynes. Vor den Auftritten fassen sich alle an den Händen, beten gemeinsam. Ein Ritual, das Kraft gibt und zusammenschweißt. Vor einem Auftritt war das mal nicht möglich, ein komisches Gefühl für die Akteure. Da hat was gefehlt.

Eigenkompositionen, Klassiker, singt der Chor. Und bewegt sich dazu: „Bewegung ist wichtig“. Vor allem bei den Teenies. „Die wollen zeigen, was sie können“, sagt Lynes. Für die Jugendlichen sucht sie sehr rockige Sachen aus, Lieder, die in den Charts sind – „damit sie sich wiederfinden.“ Die Begeisterungsfähigkeit der Jugendlichen, ihre Freude, darauf ist Lynes stolz.

„Es ist schön, den Chor wachsen zu sehen“, freut sich Michaela Lynes über ihr Hobby, das längst keines mehr ist. „Das ist viel mehr geworden“. Die Arrangements wurden anspruchsvoller, alles wurde tiefer und aufwändiger. Eines ist aber geblieben: Die Freude daran, die gute Nachricht – das heißt Gospel, die Botschaft zu verbreiten. „Wir singen keine Volkslieder, wir wollen die Menschen tief berühren, die zuhören“, sie sollen mitlachen, mitweinen, mitklatschen.

Festivals sind nichts für uns, haben Lynes und Protzmann erkannt. Mit Ablenkungen, ohne das Geborgenheitsgefühl in einem geschlossenen Raum, geht die Botschaft verloren. „Wir wollen, dass die Botschaft im Vordergrund steht, das macht uns aus.“ Dazu passt auch, dass „voice of glory“ keinen Eintritt verlangt, sondern um Spenden bittet – die Einnahmen werden dann mit der Gemeinde geteilt, bei der der Auftritt stattfindet. Wer wenig hat, braucht nicht viel zu geben, kann trotzdem ein Konzert genießen: „Die Botschaft soll für jeden zugänglich sein.“

Online-Tipp

„voice of glory“ probt jeweils dienstags, 20 Uhr, in der Kirche in Oberlauringen. Nächste Probe ist am 9. September. Infos im Internet: www.voiceofglory.de

Michaela Lynes und ihr Chor „voice of glory“ feierten 2007 ihr fünfjähriges Bestehen mit einer Konzertreise nach England.
Michaela Lynes und ihr Chor „voice of glory“ feierten 2007 ihr fünfjähriges Bestehen mit einer Konzertreise nach England. Foto: FOTO voice of glory

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