WERNECK

Wohin mit der neuen Leichenhalle?

Streitfrage: Am Standort für die neue Aussegungshalle im Egenhäuser Friedhof scheiden sich die Geister. Foto: Gerald Gerstner

Dass im Egenhäuser Friedhof eine neue Aussegnungshalle gebaut wird, ist eigentlich beschlossene Sache. Im Haushalt sind 100 000 Euro eingestellt, um das 50 Jahre alte, stark renovierungsbedürftige Gebäude durch „etwas Pietätvolles“ zu ersetzen, wie Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl sagte. Im Gemeinderat stand jetzt die Festlegung des Standortes auf der Tagesordnung. Trotz langer Diskussion blieb diese Frage offen; die Entscheidung wurde vertagt.

Im Gespräch sind zwei Standorte: der Platz des bisherigen Leichenhauses im alten Friedhof neben der Kirche oder im neuen Friedhofsteil an der westlichen Mauer. Letzteren Standort brachten die örtlichen Gemeinderäte ins Spiel, die dafür einen Hallen-Entwurf vorlegten. Doch im Ort und im Rat scheiden sich die Geister. Auch mehrere Ortstermine des Bauausschusses brachten einer Antwort bisher noch nicht näher.

Von den Bürgern werde laut Baumgartl ein Abriss und Neubau am bisherigen Standort „favorisiert“, so ihr Eindruck aus Gesprächen. Der Platz sei ausreichend, auch bei großen Beerdigungen. Diese Einschätzung teile auch der örtliche Gemeinderat Hermann Kraus, mit dem sie vor der Sitzung telefoniert habe. „Die Bevölkerung befürwortet das mehrheitlich“ und habe bei einem Neubau am bisherigen Standort auch die „Bereitschaft zu Eigenleistungen signalisiert“, zitierte sie Kraus.

Verwundert war darüber Wolfgang Schnepf. Er verwies auf eine von ihm initiierte Versammlung, bei der sich 28 von 46 Teilnehmern für den neuen Standort ausgesprochen hatten. Vorgeschlagen habe diesen auch der Pfarrgemeinderat. Baumgartl stellte fest, dass Schnepf „nicht den Auftrag zur Standortfindung“ hatte, da den „der Markt festlegt“. 46 von 620 Einwohnern seien nicht repräsentativ. Schnepf hielt entgegen, dass alle eingeladen waren und nur eine Meinung eingeholt werden sollte.

Dass Stimmungsbild einzuholen fand Stephan Schäflein „nicht verkehrt“, schließlich ginge es darum, das zu „suchen, was für die Bürger am besten ist“. Der bisherige Standort sei zu eng, weshalb er für den Platz im neuen Friedhof sei. Auch Birgit Schmitt sprach sich für die dortige große freie Fläche aus, „wenn es nicht mehr kostet“. Erika Redelberger dagegen gefiel der Standort nicht.

Roswitha Ziegler mahnte an, sich in der Diskussion auf Kriterien zu konzentrieren, die für oder gegen die Standorte sprächen. Wie Baumgartl sagte, passe sich ein Neubau am alten Standort in dem preisgekrönten Friedhof gut ein. Im neuen Friedhof stände die Halle „auf der grünen Wiese“ vor der sehr schönen denkmalgeschützten Friedhofsmauer. Letzteres ließe sich baulich lösen, hielt Schnepf der Bürgermeisterin entgegen: „Sie verteidigen den Standort, als ob sie persönlich was zu verlieren haben.“ Baumgartl hielt dagegen: „Ich verteidige ihn, weil mir die Bevölkerung den Auftrag gegeben hat.“

Argumente für den neuen Standort fanden Andreas Klenkert und Ewald Öftring. Dort sei einfacher und kostengünstiger zu bauen, weil die Baumaschinen Platz hätten. Erreichen könnte man laut Öftring eine optische Verknüpfung vom neuen und noch weitgehend leeren Friedhofsteil mit dem alten Friedhof. Beendet wurde die Diskussion von Anita Kraus, die beantragte, erstmal die Kosten für einen Bau im neuen Friedhof zu ermitteln. Mit zehn zu neun Stimmen sprach sich der Rat dafür aus.

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