SCHWEINFURT

Wozu wir den Wald brauchen

„Freunde des Wildparks Schweinfurt“: In der Wildparkakademie lernen Kinder Wald und Tiere kennen. Damit bewirbt sich der Verein um einen Preis bei der Ehrenamtsaktion Zeichen setzen.
Hautnah erleben die jungen „Studenten“ der Wildparkakademie und Florian Dittert (Dritter von links), wie unsicher so ein Flachwurzler-Baum im Sturm steht. Während die Teilnehmer der Akademie in die Rolle der Bäume schlüpfen, spielt der Leiter des Wildparks, Thomas Leier (rechts), den Sturm.
Hautnah erleben die jungen „Studenten“ der Wildparkakademie und Florian Dittert (Dritter von links), wie unsicher so ein Flachwurzler-Baum im Sturm steht. Während die Teilnehmer der Akademie in die Rolle der Bäume schlüpfen, spielt der Leiter des Wildparks, Thomas Leier (rechts), den Sturm. Foto: Ursula Lux

„Brauchen wir den Wald überhaupt“, fragt Thomas Leier die acht Kinder, die an diesem Tag mit ihm den Wald erkunden. Und wenn ja wozu? Die Kinder sind die neuen „Studenten“ der Wildparkakademie Schweinfurt. Vieles wissen sie schon, aber noch mehr lernen sie von Leier, dem Leiter des Wildparks an den Eichen.

Mit viel Spaß verwandeln sich die Kinder in Bäume – erleben, welcher Baum dem Sturm trotzt und welcher sich entwurzeln lässt. Schauen auf eine Handvoll Erde und staunen, dass darin so viele Lebewesen zu Hause sind, wie Menschen die Welt bevölkern.

Die jungen „Studenten“ haben viel Spaß und lernen trotzdem oder vielleicht gerade deshalb einiges über den deutschen Wald und die Nachhaltigkeit. Genau das ist es, was dem jungen Verein „Freunde des Wildparks Schweinfurt“ am Herzen liegt. Neben der Förderung des Tierschutzes wurde schon bei der Gründung des Vereins vor fünf Jahren die „Bildung und Erziehung“ fest in der Satzung verankert.

„Die Wildparkakademie soll langfristig zu einer festen Institution werden.“
Florian Dittert, Vorsitzender

Begonnen hat der Verein mit Einzelveranstaltungen für Kinder und Jugendliche, bis er sich – angeregt durch die „Freunde des Hauptstadtzoos“ in Berlin – das Konzept einer Wildparkakademie überlegte. Während in Berlin Erwachsene angesprochen werden, sind es in Schweinfurt die Zehn- bis Zwölfjährigen. Die erste Gruppe der Wildparkstudenten ist bereits im dritten Semester. Sie haben schon einiges erlebt. Nach der Walderkundungseinheit durften sie Tierpflegerin Susanne Zirkel begleiten und ihr beim Füttern der Tiere helfen.

Auch mit dem Tierarzt waren sie bereits unterwegs, halfen beim Narkotisieren der Ziegen und ließen sich über deren Anatomie aufklären.

Jetzt im Herbst werden die Früchte der Erde gekocht und gebacken. Gemeinsam mit Biologielehrern aus dem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium wird die Verwandtschaft der Tierarten untereinander und deren Biologie erforscht.

Inzwischen hat die Akademie zwei Gruppen, die Zahl der Betreuer ist von vier auf neun gestiegen. „Darunter sind Erzieherinnen und Lehrer“, erklärt der Vorsitzende Florian Dittert. Er hofft, genügend Betreuer zu finden, um auch im kommenden Jahr wieder mit einer neuen Gruppe beginnen zu können. Vier Semester sind für jede Gruppe vorgesehen. „Die Wildparkakademie soll langfristig zu einer festen Institution der Anlage werden“, hofft Dittert.

Und noch etwas anderes wollen die Verantwortlichen im kommenden Jahr angehen. Bisher kommen hauptsächlich Kinder, die schon von Haus aus der Natur verbunden sind, viele aus dem Verein, der stattliche 500 Mitglieder hat. „Für die Zukunft sollen zwei Freiplätze für Kinder geschaffen werden, die keine oder kaum Berührungspunkte zum Naturerleben haben“, erklärt Dittert. Wie genau sie an diese Klientel herankommen, weiß er noch nicht, aber dem jungen Team der Wildparkakademie wird schon was einfallen, vielleicht „in Zusammenarbeit mit der Stadt“, denkt der Vorsitzende laut.

Für ihn ist der Wildpark „die größte soziale Einrichtung Schweinfurts“, hier könne jeder her kommen. Und diese Einrichtung wollen die Freunde des Wildparks nutzen, nicht nur indem sie Mitgliedsbeiträge und Spenden ungeschmälert dem Wildpark zukommen lassen, sondern vor allem auch dadurch, dass sie die Besucher für die Belange der Tiere und der Natur sensibilisieren und aufklären.

Dazu gibt es regelmäßig auch Ausflüge und Exkursionen zu zoologischen oder botanischen Zielen und Vorträge zum Umwelt-, Tier- und Naturschutz. Die Errichtung des Bauernhofs übrigens, in dem der Verein eine vorläufige Bleibe gefunden hat, hat er bereits mit 25 000 Euro unterstützt. Er ist jetzt auch Treffpunkt und Versammlungsort für die „Studenten“ der Wildparkakademie.

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