Schweinfurt

ZF Schweinfurt: Frauenpower im Technik-Camp

Mit einem Technik-Camp will eine Bildungsinitiative weibliche Nachwuchskräfte für technische Berufe begeistern. Davon profitiert auch ZF in Schweinfurt.
Die 13-jährige Kimberly Edinger findet das Technik-Camp für Mädels bei ZF richtig gut. Foto: Aaron Niemeyer

Es quietscht und schleift ohrenbetäubend in der Ausbildungswerkstatt von ZF Friedrichshafen in Schweinfurt. Die acht Mädels zwischen 12 und 14 Jahren, die sich hochkonzentriert über ihre Werkbänke beugen, lassen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Hier noch ein Griff, da noch ein letzter Schliff und fertig ist das erste eigene Meisterwerk, ein kleiner Schminkspiegel mit Goldkrönchen. Richtiger Mädchenkram – aber selber gemacht, mit Werkzeug und im Schweiße des eigenen Angesichts.

"Mädchen für Technik-Camp" nennt sich das Projekt, das bei ZF im Rahmen einer Bildungsinitiative des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (BBW) stattfindet. Schülerinnen in ganz Bayern haben dabei die Möglichkeit, die Welt der technischen Berufe bei regionalen Unternehmen hautnah zu erleben. Das Ferienprojekt soll die Technikkompetenz der Mädels stärken und ihnen Teamwork und Kommunikationsfähigkeit vermitteln.

Mädchen sind immer noch unterrepräsentiert in technischen Berufen

"Ich find's richtig cool und mag den Austausch mit den anderen Mädchen", sagt die 13-jährige Kimberly Edinger aus Lindach (Landkreis Schweinfurt). Zwar habe sie bislang noch nicht viel mit Technik am Hut gehabt, die Arbeit an der Werkbank mache ihr jedoch viel Spaß. Außerdem gefalle ihr die Arbeitsatmosphäre gut: "Ich mag den Chef hier, der macht ständig Witze." Von dem Projekt erfahren hat sie von ihrem Vater. Der hat früher als Sicherheitsmann bei der Firma gearbeitet und finde es gut, die Tochter früh in Kontakt mit einem Handwerk zu bringen.

"Mädchen sind immer noch viel weniger präsent in technischen Berufen", erklärt Sozialpädagogin Julia Dotzau vom BBW den Hintergrund des Projekts. Es sei also wichtig, sie damit schon früh in Berührung zu bringen. So könnten langfristig Nachwuchskräfte gewonnen werden. In Schweinfurt erwartet die Mädels dabei ein umfangreiches Programm. Sie lernen die verschiedenen Ausbildungsberufe von ZF kennen und erfahren, was etwa eine Industrie-, Zerspanungs- oder Werkzeugmechanikerin so macht. Außerdem erhalten sie Einblick in das Werksgelände und lernen, wie man sich überhaupt für eine Ausbildung bewirbt. 

Auch ZF profitiert von Nachwuchs-Camp

Profitieren können nicht nur die Schülerinnen von dem Projekt. "Weibliche Nachwuchskräfte sind wichtig für uns", sagt Julia Schug, Ausbildungsmeisterin bei ZF. "Ich find's gut, dass sich die Mädchen in den Sommerferien Zeit für das Projekt nehmen." Bei der Auswahl der Projektteilnehmerinnen sei ihrem Unternehmen wichtig, bevorzugt Mädchen aus der Region auszuwählen. So ließe sich ein direkter Bezug herstellen.

Weil die Teilnehmerinnen für das Projekt tatsächlich sogar ihre Freizeit in den Sommerferien opfern, soll sich dabei nicht alles nur um die Arbeit drehen. Eine Woche verbringen die Nachwuchstechnikerinnen in Schweinfurt. Punkt 15 Uhr ist Feierabend, dann geht es nur noch um Spaß und soziales Miteinander. Zusammen mit zwei Betreuerinnen spielt die Gruppe Kennenlernspiele und geht auf Entdeckungstour in Schweinfurt.

Auch der Besuch einer Kletterhalle stand auf dem Programm. Darauf freut sich auch schon Kimberly Edinger. Den fachlichen Aspekt verliert sie dabei aber nicht aus den Augen: "Ich hab jetzt schon beschlossen, dass ich mal bei ZF arbeite", erklärt sie im Brustton der Überzeugung.

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