Zeug gibt‘s

Ein bisschen läuft's vor den Gerichten gerade nicht so gut für die Stadt Schweinfurt. Da ist in letzter Zeit doch viel verloren worden: der Prozess vor dem Verwaltungsgericht (VG) Würzburg wegen Nichtzulassung des Bürgerbegehrens zum Alten Krankenhaus, der Verwaltungsgerichtshof München hat die Planfeststellung zum Gesundheitspark kassiert, dann das VG Würzburg wieder die Nichtzulassung einer Spielhallenerweiterung – und jetzt befand das Landessozialgericht die Verweigerung von Hartz IV an eine bedürftige Familie in Höhe von 12 000 Euro als rechtswidrig. Dass die Schlappe in einen „Vergleich“ gekleidet wurde, hat allein praktische Gründe.

Keinen leichten Stand hatte diese Woche auch Ulrich Lapp, Busse-Boss der Schweinfurt Stadtwerke, beim „ÖPNV“-Tag in Würzburg, wo der „Verkehrs-Unternehmens-Verbund Mainfranken“ das Thema war, genauer: seine Erweiterung. Nun, Würzburg Stadt und Landkreis sind zusammen mit dem Kreis Kitzingen schon drin im Verbund, Main-Spessart soll folgen. Lapp aber, schreibt der Berichterstatter, „zählte unter dem Titel Bedenken und Befürchtungen eine lange Liste von Problemen auf“. Hierzulande wundert's Eingeweihte wenig. In Sachen ÖPNV betreibt die Stadt seit Jahren Kirchturmpolitik wie aus dem Lehrbuch: bloß nix mit anderen machen, die Preise für die Schweinfurter könnten steigen.

 

Dass damit auch Schweinfurtern der praktische Vorteil eines ÖPNV-Verbundes – nur eine Fahrkarte übers Stadtgebiet hinaus – vorenthalten wird, spielt scheinbar keine Rolle. Von den anderen erntete der hiesige Busse-Boss Lapp Unverständnis und Kopfschütteln. Angebracht ist das nicht minder bei Bayerns „Sozialministerin“ Haderthauer, die bei der Ufra-Eröffnung so populistisch-widerlich auf Langzeitarbeitslose eingedroschen hatte. Wenn wir der „Süddeutschen Zeitung“ glauben dürfen, ist das unvermindert ihr Steckenpferd. Jeden Früh müsse man sie aus dem Bett klingeln, die Arbeitslosen, so wie in Ingolstadt, wo sie herkommt und im Stadtrat sitzt. Der Rausklingel-Bus sei noch da, aber der Rausklingler längst weg, schreiben die Kollegen. Die Projektförderung sei schon 2005 eingestellt worden.

Schwindler und Trickser leben mal in Burgen, wie der ehemalige Burgchef Klaus Zumwinkel, und mal in schäbigen Mietshäusern am Stadtrand von Schweinfurt in Oberfranken“, schreibt die „Zeit“. Die „schäbigen“ Häuser wollen wir mal überlesen haben oder zur Geschmackssache erklären – aber „Oberfranken“? Von Hamburg aus betrachtet, muss der Schweinfurter Unterfranke vielleicht schon dankbar sein, wenn er nicht gleich nach Bayern umgesiedelt wird.

Schließlich ist uns dies Schild hier aufgefallen, an der beweglichen Toilette einer Baustelle: „Ihr Geschäft ist unser täglich Brot“. Treffender als die Klohäuschen-Firma lässt sich ihr Unternehmenszweck nicht kundtun.

Schlagworte

Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!