Schweinfurt

Zu wenig Lehrer: Probleme an Albert-Schweitzer-Mittelschule

Die Albert-Schweitzer-Mittelschule am Bergl war einst unterfränkischer Vorreiter in Sachen gebundene Ganztagsklasse. Warum man nun andere Wege gehen muss.
An der Albert-Schweitzer-Mittelschule soll es ab nächstem Schuljahr keine gebundene, sondern nur noch eine offene Ganztagsklasse geben. Der Schulausschuss akzeptierte das, hatte aber Bauchschmerzen. Foto: Oliver Schikora

Wie geht es weiter mit dem Ganztagesprojekt an der Albert-Schweitzer-Mittelschule? In der sogenannten gebundenen Form, wie in fast allen anderen Schweinfurter Schulen, oder als offene Gruppe, wie es die Schulleitung nun beantragt hat? Der Schulausschuss genehmigte mit ein wenig Bauchgrimmen das Vorhaben von Schulleiterin Ute Münster-Ofen, ab dem neuen Schuljahr die gebundenen Ganztagsklassen an der Mittelschule in offene Ganztagsklassen umzuwandeln.

Im Ausschuss erklärte Münster-Ofen die Hintergründe. Zum einen zwinge der bayernweit herrschende Lehrermangel die Schulleitung an der Mittelschule dazu, von bisher drei Klassen pro Jahrgang auf zwei umzustellen. Für die Schulleiterin hat sich seit Anfang des laufenden Schuljahres "die Lage drastisch geändert". Man könne nur noch den M-Zug sowie eine Ganztagesklasse pro Jahrgang bilden. Es stellte sich aber heraus, dass einige Eltern diesen Weg nur in diesem Schuljahr mitgehen, darüber hinaus aber nicht bereit sind, ihre Kinder dauerhaft in der gebundenen Ganztagsklasse zu lassen, sondern die offene Form fordern.

Die Albert-Schweitzer-Schule ist Vorreiter in Sachen Ganztagesangebot, bereits seit 2002 gibt es dort die gebundene Ganztagsklasse, damals nur eine von zwei unterfränkischen Schulen, heute sind es über 100. Betreut werden die Kinder von Montag bis Freitag von 8 bis 15.30 Uhr, es gibt ein warmes Mittagessen, zusätzliche Übungszeit, Arbeitsgemeinschaften wie Musik-AG, Erste Hilfe, Sportgruppen, etc. Betreut werden die Kinder durch Lehrer der Schule, die Stadt baute eigene Räume dafür. Ein Kooperationspartner unterstützt die Schule bei den Nachmittags-Angeboten.

Eltern wünschen flexiblere Betreuung für ihre Kinder

Münster-Ofen erklärte, viele Eltern seien auf sie zugekommen und wünschten eine flexible Betreuung. Sprich vor allem diejenigen, die in Teilzeit arbeiten, wollen an den Tagen, an denen sie nachmittags frei haben, ihre Kinder zu Hause haben. Das aber geht in der gebundenen Ganztagsklasse nicht, sondern nur in der offenen Form. Münster-Ofen sieht deshalb die Gefahr, dass es gar keine Ganztagsklasse mehr geben könnte.

"Uns ist es wichtig, auch trotz des akuten Mangels an Lehrerstunden ein pädagogisch wertvolles Betreuungsangebot für die Schüler bereitstellen zu können", so Münster-Ofen. Außerdem könnten in der offenen Ganztagesklasse auch Schüler des M-Zweiges teilnehmen, was bisher nicht geht. Diese könnten bislang nur das gebundene Ganztagesangebot an der Friedenschule wählen.

Die Schulverwaltung stand dem Antrag positiv gegenüber, schlussendlich genehmigte ihn der Schulausschuss auch einstimmig. Dennoch waren sich Peter Hofmann (SPD) und Klaus Rehberger (CSU) in ihren mahnenden Worten einig, darauf zu achten, dass man nicht grundsätzlich von der gebundenen Ganztagesform als Grundsatz abweichen wolle, da diese aus Sicht der Stadt die pädagogisch beste Lösung sei. Peter Hofmann befürchtet, "dass wir eine Welle lostreten und die Eltern auch an anderen Schulen so eine Lösung wollen".

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