ZEILITZHEIM

Zukunft für das Leben auf dem Land

Sanieren statt Neubau: So lautete die Kernforderung der „Zeilitzheimer Erklärung“, welche die Mitglieder und Verantwortlichen des Vereins „Interessengemeinschaft Bauernhaus“ im Rahmen des traditionellen Herbsttreffens verabschiedeten. Das fand erstmals in Zeilitzheim statt. Die stellvertretende Landrätin Christine Bender nahm das Schriftstück entgegen. Nach über einem Jahr Arbeit freute sich der Bundesvorstand um Chef Stefan Haar und Vize Ulrike Bach (Zeilitzheim; beide rechts im Bild) über den Abschluss des Projekts.
Sanieren statt Neubau: So lautete die Kernforderung der „Zeilitzheimer Erklärung“, welche die Mitglieder und Verantwortlichen des Vereins „Interessengemeinschaft Bauernhaus“ im Rahmen des traditionellen Herbsttreffens verabschiedeten. Das fand erstmals in Zeilitzheim statt. Die stellvertretende Landrätin Christine Bender nahm das Schriftstück entgegen. Nach über einem Jahr Arbeit freute sich der Bundesvorstand um Chef Stefan Haar und Vize Ulrike Bach (Zeilitzheim; beide rechts im Bild) über den Abschluss des Projekts. Foto: Dominik Dorsch

„Wir lieben alte Häuser“, dieser Slogan verbindet alle Mitglieder des Vereins Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB), die ihr jährliches Herbsttreffen in Zeilitzheim abhielten. Insgesamt über 70 Verantwortliche und aktive Mitglieder konnte die erste stellvertretende Bundesvorsitzende und Hauptorganisatorin des dreitägigen Treffens, Ulrike Bach, begrüßen.

Die Zeilitzheimerin zeigte sich in der Remise des örtlichen Barockschlosses überwältigt von der großen Zahl an Anwesenden, vor allem weil gerade die vielen Norddeutschen IgB-Mitglieder weite Wege auf sich genommen hatten, sagte sie.

Wichtigster Gegenstand der Zusammenkunft war die Verabschiedung der „Zeilitzheimer Erklärung“. Hierin fordert der IgB, Altbausubstanz zu erhalten und zu erneuern, Wohnungsbaupolitik und nachhaltige Entwicklung in Einklang zu bringen und dabei auch neuen Lebensraum in althergebrachter ländlicher Umgebung zu fördern. „Sanieren statt Neubau“, lautete hier die Kernaussage des Thesenpapiers.

Über ein Jahr feilte man in der Bundesvorstandschaft an der Erklärung, jetzt wo sie beim Herbsttreffen auf den Weg gebracht wurde, soll sie zahlreichen Entscheidungsträgern auf Kommunaler, Landes- und auch Bundesebene zugehen. Als „Lobby für das gute Leben auf dem Land“, bezeichnete der zweite stellvertretende Bundesvorsitzende Wolfgang Riesner den 6000 Mitglieder zählenden Verein, der damit die größte private, bundesweit tätige Organisation mit dem Ziel der Erhaltung der regionalen Baukultur sei.

Zu Gast im Zeilitzheimer Schloss war indes auch die stellvertretende Landrätin Christine Bender. Sie stellte insbesondere die Region und den Landkreis Schweinfurt mit den jeweiligen charakteristischen Besonderheiten vor.

Unter den IgB Mitgliedern, die aus ganz Deutschland zu der Veranstaltung gekommen waren, befanden sich unter anderem drei Preisträger des Förderpreises zur Erhaltung historischer Bausubstanz des Bezirks Unterfranken: einer aus dem Landkreis Würzburg sowie Stefanie Petermair und Matthias Braun sowie die Familie Bach (beide Gemeinde Kolitzheim, Landkreis Schweinfurt). Sie erhielten den Preis allesamt für die vorbildliche Sanierung ihrer Häuser im dörflichen Umfeld.

„Damit Leben auf dem Land eine Zukunft hat!“, mit diesem Satz schloss Christine Bender ihr Grußwort. Sie sagte dem Verein ihre Unterstützung in den genannten Punkten zu und wünschte den Beteiligten „viel Erfolg, offene Ohren und Türen in der Politik und den Behörden“, ehe die stellvertretende Landrätin die Erklärung von Ulrike Bach entgegennahm.

Im weiteren Verlauf des Tages nahmen die Vereinsmitglieder ein Mittagessen im Weinhof Herbert ein, bekamen bei einem Dorfspaziergang und einer Führung durch das Barockschloss durch Hausherrin Marina von Halem alles Wissenswerte über die Ortsgeschichte erzählt, ehe sie sich nach Herlheim aufmachten. Dort gab es eine Führung durch den denkmalgeschützten Riehlshof. Ebenso wurde das sanierte und gerade erst bezogene Privathaus von Stefanie Petermair und Mathias Braun in Gerolzhofen besichtigt.

Am folgenden Tag stand dann eine Busfahrt nach Königsberg in den Nachbarlandkreis Haßberge auf dem Programm. Die romantische Altstadt, die insgesamt unter Denkmalschutz steht, ist aufgrund ihrer zahlreichen Fachwerkhäuser besonders sehenswert. Hier wurde das reiche städtebauliche Erbe liebevoll erhalten, weshalb die Teilnehmer des Herbsttreffens von der Tour durch die Kleinstadt begeistert waren.

Da bei einer Reise in ein Weindorf der Besuch eines Winzerbetriebes nicht fehlen darf, führte Reiner Mößlein zum Abschluss des erlebnisreichen Wochenendes durch das Weingut und erklärte den interessierten Zuhörern die Wein- und Whiskyherstellung.

Am ersten Tag ihres Aufenthaltes in Zeilitzheim hörten die IgB-Mitglieder einen Vortrag über das Denkmalnetz Bayern und Architekt Wolfgang Weise aus Augsburg stellte sein Projekt „Denkmalschulen“ vor, das Grundschüler für die Thematik Denkmalschutz sensibilisieren soll. Jedoch blieb trotz des umfangreichen Programms noch genug Zeit für regen Austausch und lockere Unterhaltungen unter den Anwesenden, konstatierte Organisatorin Ulrike Bach.

Weitere Informationen über den Verein und seine Arbeit und den genauen Wortlaut der Zeilitzheimer Erklärung unter www.igbauernhaus.de.

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