SCHWEINFURT

Zwei Tote nach Ehedrama

Am Rand der Schweinfurter Innenstadt hat sich am Samstagmorgen ein grausames Familiendrama abgespielt. Vor den Augen der Kinder hat ein 39-Jähriger seine Frau und sofort danach sich selbst erschossen.
Der Mord vom Samstag in der Schweinfurter Luitpoldstraße hat sehr bewegt. Noch am Nachmittag kamen immer wieder Menschen an den Tatort, um ihr Unverständnis und ihr Entsetzen zu äußern.       -  Der Mord vom Samstag in der Schweinfurter Luitpoldstraße hat sehr bewegt. Noch am Nachmittag kamen immer wieder Menschen an den Tatort, um ihr Unverständnis und ihr Entsetzen zu äußern.
Der Mord vom Samstag in der Schweinfurter Luitpoldstraße hat sehr bewegt. Noch am Nachmittag kamen immer wieder Menschen an den Tatort, um ihr Unverständnis und ihr Entsetzen zu äußern. Foto: FOTO khk

Über das Motiv der Tat gibt es noch keine Hinweise.

Ehedrama in Schweinfurt


Konditoreibesitzer Alexander Bort saß gerade in seinem Büro in der Luitpoldstraße, als er lautes Geschrei hörte und beim Nachschauen auf der Straße ein Paar beobachtete, das sich lauthals stritt. „Plötzlich fielen Schüsse“, erinnert sich Bort. Danach sei eine Frau zu Boden gegangen. Das Mädchen an ihrer Hand sei zunächst auf die Mutter gestürzt und schließlich zu ihm in den Laden gelaufen, so Bort. Eine Stammkundin, die im Leopoldina-Krankenhaus als Pflegerin beschäftigt ist, habe sich dann des Mädchens angenommen.

Die 13-Jährige stand unter Schock, ihre Kleidung war blutverschmiert. Zwei elf beziehungsweise 14 Jahre alte Jungen, die ebenfalls in Begleitung der 32-jährigen Margarete M. waren, flüchteten über die gegen 7.30 Uhr am Morgen nur wenig belebte Straße in den Hof einer Metzgerei und mussten mit ansehen, wie ihr Vater sich selbst tötete. Auf die Kinder sei nicht geschossen worden, sagt Bort. Zwei kleinere Kinder des Ehepaares waren nicht dabei, als der Mann der Frau auflauerte.

Nach den Ermittlungen der Polizei wurde die Frau durch einen Kopfschuss getötet, sich selbst richtete der Täter durch einen Schuss ins Kinn.

Der aus Mazedonien stammende Ilja M. lebte seit 2006 von seiner deutschen Frau und den Kindern getrennt in Mettmann (Nordrhein-Westfalen). Die Durchsuchung der Wohnung dort ergab keine Anhaltspunkte für die Tat. Ein Abschiedsbrief wurde nicht gefunden, erklärte Polizeisprecher Uwe Hückmann. Damit bleibt das Motiv der Tat zunächst ungeklärt. Unklar ist auch, woher die Tatwaffe – eine schwarze halbautomatische Pistole mit braunen Griffschalen – stammt.

Die 32-jährige Frau wohnte erst seit wenigen Monaten in Schweinfurt, nur etwa 250 Meter vom Tatort entfernt. Am Samstagmorgen soll sie mit den Kindern auf dem Weg zu einem Flohmarkt gewesen sein, als der Mann ihr auflauerte.

Die Kinder wurden sofort in die Betreuung von Fachleuten gegeben. Polizeisprecher Hückmann, der früher selbst Opfer von Gewalttaten betreut hat, sprach laut der Nachrichtenagentur dpa von „einem absoluten Supergau für die Kinder“. Es sei nicht abzusehen, wie die Kinder es verarbeiten werden, dass der eigene Vater die Mutter umgebracht hat. Zur Aufarbeitung brauche es psychiatrischer Begleitung.

Wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung mitteilen, soll eine Obduktion von Täter und Opfer am heutigen Montag nähere Informationen zu den Tatumständen, beispielsweise zur Zahl der abgegebenen Schüsse, bringen.

Die Polizei sperrte den Tatort für mehrere Stunden ab. Nachdem die Nachricht über das Familiendrama über den Rundfunk verbreitet worden war, stellten sich sehr viele Neugierige ein. Der Tatort befindet sich etwa 500 Meter von der Schweinfurter Fußgängerzone entfernt in einer Hauptverkehrsstraße, die Richtung Bahnhof führt. Am Nachmittag legten Bürger dort Blumen nieder und entzündeten Kerzen. Angehörige stellten ein Bild der Frau auf. Viele Menschen blieben auch nur ruhig stehen, andere diskutierten erregt eine Tat, wie es sie in Schweinfurt seit vielen Jahren nicht gegeben hat.

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