Mönchstockheim

Zwischen Riesenpool, Dürre, Sterbebank und Ortsumgehung

Kälteunempfindlich zeigten sich die Kermesburschen. Beim Umzug war auch die Ortsumgehung ein Thema. Foto: Christian Knetzger

Auch wenn sich die Mönchstockheimer in diesem Jahr nicht so üppig wie sonst bei Missgeschicken erwischen ließen, reichte es wieder für einen stattlichen Umzug mit anschließender Predigt auf dem Kirchplatz. Erstmals verstärkte Johannes Keilholz das Predigerteam um Martin Warmuth und Christoph Barth. Die im Frühjahr ihrer Bestimmung übergebene Mitfahrerbank in der Dorfmitte war mangels Nutzung so manchen Spott ausgesetzt und wurde auch als Sterbebank tituliert. Die Kreativität der Burschen kannte hier keine Grenzen: "Musst du gehen an einen anderen Ort , setz dich nicht, sonst kummst net fort" oder "willst du schnell woanders hin, macht diese Bank hier gar kein` Sinn".

Nachdenkliche Töne schlug Barth anlässlich der Ortsumgehung an.  Der unter Verkehrslärm ächzende Altort wird dadurch endlich entlastet, aber "das Problem der Lärmbelästigung wird auch durch die Umgehungsstraße nicht gelöst, es wird nur verschoben und zwar in Richtung Raiffeisenstraße". Im Zuge der diesjährigen Hitzewelle machte sich ein Ortsbürger auf, um alle Bäume in der Flur vor dem Hitzetod zu retten.  Dabei befüllte er alle auffindbaren Gefäße mit mindestens einem Liter Fassungsvermögen mit Wasser und fuhr mit seinem E-Golf von Baum zu Baum.

Die Wirkkraft eines vermeintlichen Wunder-Glasreinigers überzeugte die Reinigungskraft der Alten Schule derart, dass sie damit zuhause gleich noch die eigenen Fenster und das eigene Auto reinigte. Ein Kermesbursche wurde am letztjährigen Kirchweihsonntag Vater. Ein vermeintliches Kirchweiherlöserbaby? Hierzu wurde auch eine an die Weihnachtsgeschichte angelehnte Kirchweihgeschichte zitiert."Doch als die Weisen aus dem Morgenland erkannten, dass es kein Knabe war, sondern ein Kindlein weiblichen Geschlechts, zuckten sie ratlos mit den Schultern und den tranken den mitgebrachten Alkohol selbst."

Dem Dieb der Jugendraumkasse wünschten die Kermesburschen "nichts zum Nikolaus, Durchfall und kein Papier." Nicht schlecht staunte einer der Burschen, als er plötzlich von Menschen aus aller Welt zwecks Zimmeranmietungen in Berlin kontaktiert wurde. Seine Recherche führte ihn auf die Homepage eines dortigen Hostels. Der Abgleich der Telefonnummer sorgte für Klarheit.Ein Zahlendreher sorgte für die unerwünschten Anrufe. Richtig krachen ließ es ein Kirchweihbursche, der sich gerade einen überdimensionalen Pool im Garten einbauen lässt. Die Frage nach dem warum konnte man nicht beantworten, dabei gäbe es für die Investitionskosten so schöne Dinge zu kaufen wie "10600 Blumenvasen in einem Restpostenmarkt, vier Airbus 380 oder auch 6700 Zigarettenschachteln".  Der Defekt seines Fernsehers veranlasste einen Mann dazu, sich ein neues Gerät anzuschaffen. Leider hatte der dabei nicht Abmaße seines Autos im Blick. Letztlich sicherte er die Ladung nach eigener Art und fixierte den Kofferraumdeckel mit einer Rolle Frischhaltefolie.

Beim alljährlichen Halt am Gasthaus Schmitt zeigte sich Bürgermeister Jürgen Franz Schwab beim Fassanstich erneut "schlagfertig", denn das Kirchweihbier floss bereits nach dem ersten Schlag. Aus lauter Verzweiflung mangels verwertbarer Kermesnachrichten über die Gastwirtsfamilie verlas Keilholz am Ende sein Lieblingsbackrezept vor. Verabschiedet wurden in diesem  Jahr der langjährige Prediger Oliver Grimme und Maximilian Zink, die jeweils zahlreiche Präsente erhielten.

Bereits am Freitag startete das Kirchweihprogramm mit dem Ausgraben am Dorfplatz. Nach dem Baumholen im Steigerwald wurden diese am Samstagnachmittag an der Kirche und den beiden Gaststätten aufgestellt. Am Abend folgte der Tanz mit DJ Jim Knopf im Sportheim. Das Ende folgte am Montagabend mit dem Eingraben der Kerm vor dem Sportheim.

Dass die Mitfahrbank bislang noch nicht einschlug, stellten die Burschen anschaulich dar. Foto: Christian Knetzger
Gute Stimmung auf dem Kirchweihpredigerwagen in Mönchstockheim. Von links Johannes Keilholz, Martin Warmuth und Christoph Barth. Foto: Christian Knetzger
Die Gießaktion eines Mönchstockheimers im Hitzesommer stellte am mit einem Wagen dar. Foto: Christian Knetzger
Mit zahlreichen Fußgruppen und -wagen präsentierten die Kirchweihburschen die Missgeschicke der Bürger. Foto: Christian Knetzger
Auch bei den Mönchstockheimer Kirchweihburschen hat sich der Kindersegen eingestellt. Foto: Christian Knetzger

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