Schweinfurt

AfD unter drei Prozent und die CSU in der Opposition

Beim Frauenfrühstück begutachten SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen (links) und Marietta Eder, stellvertretende SPD-Landesvorsitzende, die Zukunftsvisionen der Teilnehmerinnen.
Foto: Ursula Lux | Beim Frauenfrühstück begutachten SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen (links) und Marietta Eder, stellvertretende SPD-Landesvorsitzende, die Zukunftsvisionen der Teilnehmerinnen.

Die eine träumt von Kriegsende in Syrien, die andere davon mit 80 noch gesund und fit zu sein, die nächste will die AfD unter drei Prozent sehen. Es ist Wunschstunde beim Frauenfrühstück, zu dem ver.di (vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft) und ASF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) im Rahmen der Schweinfurter Frauenwochen eingeladen haben. An den Tischen werden die Köpfe zusammengesteckt und die Frage diskutiert wie „Mein Leben in zehn Jahren“ wohl aussehen wird. Dabei aber wird beileibe nicht nur geträumt.

Von der Altersarmut bis zur Digitalisierung

Es geht um viele ganz konkrete Fragen. Rente und Altersarmut, Pflege und Gesundheit, die Digitalisierung der Arbeitswelt. Marietta Eder, stellvertretende Landesvorsitzende der SPD in Bayern, sowie stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin von ver.di Schweinfurt und Kathi Petersen, SPD-Landtagsabgeordnete, hatten alle Hände voll zu tun die Beiträge der Frauen zu sichten, zu ordnen und Stellung zu nehmen. Es gibt Dinge, die können wir nicht beeinflussen, die meisten aber schon, betonte Petersen. „Es ist wichtig sich nicht als Opfer eines ominösen Schicksals zu fühlen. Wir gestalten mit, wie wir leben“, schrieb sie den Anwesenden ins Stammbuch.

Altersarmut betrifft vor allem Frauen

Das betreffe beispielsweise den Bereich Gesundheit und Pflege. Für die Gebäude und Großanlangen in den Krankenhäusern sei der Freistaat zuständig, erklärte Eder. Das erledigte Bayern im Augenblick mit dem Geld aus den Krankenversicherungen, die aber müssten für Gehälter und mehr Personal eingesetzt werden. Die Altersarmut in Bayern sei ein weibliches Thema. Bis 2015 sei das Rentenniveau zwar auf 48 Prozent festgeschrieben, dann aber soll neu verhandelt werden. Und diese 48 Prozent reichten heute schon nicht, betonte Petersen.

Sie hält es für absolut „zynisch“ von Menschen an der unteren Einkommensgrenze zu verlangen sie sollten sich privat rentenversichern. Beide Politikerinnen fordern, dass alle Erwerbstätigen, auch die Selbstständigen, in die Rentenkasse einzahlen. Für Petersen ist klar: „Die CSU muss dringend in die Opposition, dann wäre da etwas zu machen.“

Von der gefallenen Bauschutzverordnung übers Bienensterben geht's zur Umwelt- und Lebensraumpolitik. Der neue Landesentwicklungsplan erlaube wieder mehr Gewerbeansiedlungen auf der grünen Weise, erklärte Petersen und betonte: „Das Bienensterben ist nicht gottgewollt.“ Der Mensch habe den Blick dafür verloren, „was womit zusammenhängt“ fürchtet sie. Auf diese Zusammenhänge zu schauen sei wichtiger denn je.

Umgang mit neuen Medien lernen

Ursel Kirmeier, ASF-Vorsitzende Unterfrankens, griff schließlich das Thema Digitalisierung auf. Sie habe die Menschen längst überrollt, meinte sie, das Leben „schnelllebiger und unpersönlicher gemacht“. Durch die Masse an Informationen wären die meisten der Meinung, dass „viel mehr Schlechtes passiert.“ Sie ist sich sicher: „Den Umgang mit neuen Medien muss unsere Gesellschaft noch lernen.“ Kirmeier wirbt für die 28-Stunden-Woche, denn nur durch eine Arbeitszeitverkürzung könnten die Arbeitnehmer an der Digitalisierung mitverdienen und trotzdem in Lohn und Brot bleiben. Eine weitere Leistungsverdichtung und mehr Leistungsdruck könne man nicht aufhalten, aushalten könne man das Ganze aber nur mit weniger Wochenarbeitszeit.

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