Gerolzhofen

"Am Nützelbach II": Freie Wähler wollten einen KfW 55-Standard

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Wie berichtet, hat sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung nicht dazu durchringen können, alle künftigen Bauherren im Neubaugebiet "Am Nützelbach II" zwingend dazu zu verpflichten, ihre Häuser an eine Kaltwärmeversorgung anzuschließen. Ein entsprechender Antrag wurde mit acht zu neun Stimmen abgelehnt. Die Gegner hatten argumentiert, den Bauherren müsste auch die Möglichkeit eingeräumt werden, in ihren Häusern alternative Heizsysteme mit einer vergleichbar hohen ökologischen Wertigkeit wie die Kaltwärme einzubauen.

Ein spontan umformulierter Beschlussvorschlag, wonach die Bauherren eine Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Heizsystemen haben sollen, wenn diese auch dem Standard "KfW 40" entsprechen, fand dann die Mehrheit mit 12:5 Stimmen. In dem Beschluss wird allerdings ein möglicher Anschluss an die Kaltwärmeversorgung überhaupt nicht mehr erwähnt. Er soll deshalb in der August-Sitzung des Stadtrats aller Voraussicht nach nochmals präzisiert werden.

Günter Iff von der Fraktion der Freien Wähler (FW) stellt nun klar, dass in der jüngsten Sitzung in der "sehr vielfältigen und spontanen Diskussion" die Forderung nach den Standard "KfW 40" - entgegen der Berichterstattung - nicht von ihm, sondern von Benedikt Friedrich (CSU) gekommen sei. Die vierköpfige Fraktion der Freien Wähler habe geschlossen gegen diesen Alternativbeschluss gestimmt, die fünfte Gegenstimme kam von Christoph Rosentritt (CSU).

Iff in seiner Eigenschaft als Fraktionsvorsitzender der FW hatte in der Stadtratssitzung einen zweiten alternativen Beschlussvorschlag formuliert: "Die Erwerber der Baugrundstücke im Neubaugebiet 'Am Nützelbach II' haben sich zu verpflichten, mindestens ein KfW 55 Energieeffizienzhaus zu errichten. Gleichzeitig sollen Probebohrungen beauftragt werden. Das Genehmigungsverfahren soll gestartet werden. Die Stadt Gerolzhofen empfiehlt den Anschluss an die Kaltwärmeversorgung. Die Beauftragung erfolgt bei einer Mindestanzahl von 20 Anschlussgrundstücken."

Dieser Vorschlag der Freien Wähler mit "KfW 55" kam aber überhaupt nicht zur Abstimmung, weil der erste Alternativbeschluss mit dem hohen Standard "KfW 40" als der weitergehende bewertet wurde und bei der Abstimmung auch eine Mehrheit fand. Warum weitergehend? Die Werte 40 und 55 definieren die unterschiedlichen KfW-Effizienz­haus-Standards. Je kleiner dieser Wert ist, desto geringer ist der Energie­bedarf der Immobilie und desto ökologisch nachhaltiger ist sie. "KfW 40" setzt also höhere und strengere Anforderungen an den Bauherrn als der 55-er-Standard.

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