Schweinfurt

Angeklagter bestreitet Vergewaltigung

Ein 62-Jähriger aus dem Landkreis Bad Kissingen soll die Stieftochter eines Arbeitskollegen vergewaltigt haben, die dann schwanger wurde. Er behauptet etwas anderes.
Ein 62-Jähriger soll die minderjährige Stieftochter eines Arbeitskollegen vergewaltigt haben. Er muss sich dafür vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten und sitzt derzeit in Untersuchungshaft.
Foto: Oliver Berg/dpa | Ein 62-Jähriger soll die minderjährige Stieftochter eines Arbeitskollegen vergewaltigt haben. Er muss sich dafür vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten und sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Laut Anklage war der Mann mit der Familie des Mädchens befreundet. In der Zeit zwischen dem 1. Dezember 2017 und Ende Januar 2018 soll er in deren Wohnung gewesen sein, um die Waschmaschine zu reparieren. Nachdem die Mutter die Wohnung verlassen hatte, habe sich der Angeklagte in das Kinderzimmer der damals 14- oder 15-Jährigen begeben, sich zu ihr aufs Sofa gesetzt und völlig unvermittelt versucht, sie auf den Mund zu küssen.

Das Mädchen wurde schwanger

Das Mädchen habe sich weggedreht und erklärt, dass sie das nicht wolle. Dennoch habe er begonnen, sie gegen ihren Widerstand auszuziehen und auch sich komplett zu entkleiden. Dann habe er laut Anklage gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr vollzogen, obgleich sie sich weiter gewehrt und ihn aufgefordert habe, damit aufzuhören. Die Jugendliche wurde, wie der Staatsanwalt ausführt, dadurch schwanger und gebar im Juli 2018 in einer Frühgeburt eine Tochter. Diese leide heute unter anderem an epileptischen Anfällen und habe "eine körperliche Behinderung, die intensiver Pflege in einem Pflegeheim bedarf", heißt es in der Anklageschrift weiter.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten fand die Polizei Anfang Juli 2018 darüber hinaus auf zwei Handys über 300 Bilddateien mit kinderpornografischem Inhalt. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Schweinfurt begann am Montag der Prozess gegen den 62-Jährigen wegen Vergewaltigung und des Besitzes kinderpornografischer Schriften.

Angeklagter: Einvernehmlicher Sex 

Über seinen Anwalt ließ er erklären, der Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen habe tatsächlich stattgefunden, aber nicht gegen ihren Willen, sondern "einvernehmlich". Wenn er dabei bleibt, wird dem mutmaßlichen Opfer der Tat eine Zeugenvernehmung nicht erspart bleiben. Sollte sich der Anklagevorwurf als zutreffend erweisen, droht dem Mann eine Haftstrafe von zwei bis 15 Jahren.

Die Vernehmung der jungen Frau war bereits am Montagnachmittag vorgesehen, doch dazu kam es nicht. Als der Angeklagte in einer Verhandlungspause erhebliche Gesundheitsprobleme bekam, wurde umgehend ein Notarzt gerufen. Der 62-Jährige wurde unter Polizeibegleitung zur Behandlung ins nahe Krankenhaus St. Josef eingeliefert. Die Kammervorsitzende beendete den ersten Verhandlungstag vorzeitig. Am Mittwoch, 18. März, 8.30, soll der Prozess fortgesetzt werden.

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