ZEILITZHEIM

Anja Weisgerber gegen „südeuropäischen Billigwein“

Politik und Wein in Zeilitzheim: Ins Weingut Mößlein lud der CSU-Ortsverband Zeilitzheim alle Weinliebhaber und Politik-Interessierten ein. Besonders im Fokus stand natürlich die Weinpolitik. Unser Bild zeigt (von links) Bezirksrätin Christine Bender, Gastgeber und Winzer Martin Mößlein, Bezirkstagskandidatin Gerlinde Martin, Europaabgeordnete Anja Weisgerber, Ortsvorsitzenden Holger Wörthmann sowie die fränkische Weinkönigin Marion Wunderlich aus Tauberrettersheim.
Foto: Dominik Dorsch | Politik und Wein in Zeilitzheim: Ins Weingut Mößlein lud der CSU-Ortsverband Zeilitzheim alle Weinliebhaber und Politik-Interessierten ein. Besonders im Fokus stand natürlich die Weinpolitik.

Kaum vorstellbar, dass bei uns das Etikett einer Weinflasche ihren Inhalt nur noch mit dem blanken Wort „Franken“ beschreibt. Doch diese Gefahr drohte laut Anja Weisgerber. Bei der Veranstaltung „Politik und Wein in Zeilitzheim“ berichtete die CSU-Europaabgeordnete und Bundestagskandidatin von ihrem Engagement für den Frankenwein in Brüssel. Der CSU-Ortsverband Zeilitzheim hatte alle Weinliebhaber und Politik-Interessierten ins Weingut Mößlein eingeladen, wo zunächst eine Führung durch das Weingut, den Holzfasskeller und die Brennerei auf dem Programm standen. Es folgte eine kleine Weinprobe sowie Informationen über aktuelle politische Themen aus erster Hand.

Winzer Martin Mößlein freute sich im großen Saal seiner Vinothek, Weisgerber begrüßen zu dürfen. Wein sei für sie schon lange eine „Herzensangelegenheit“, spann sie einleitend den Bogen zu den Ausführungen des Hausherrn. Ganz besonders habe sie in jüngster Vergangenheit für die Winzer in der Region gekämpft.

„Qualität setzt sich durch“

Obwohl auf Europa gesehen Franken ein eher kleines Anbaugebiet darstelle, konnten Weisgerbers Forderungen bei der Weinmarktreform durchgesetzt werden. „Qualität setzt sich immer durch“, lautete ihr Fazit. Energisch wurde sie, als sie über den „südeuropäischen Billigwein“ referierte. „Dem Billigweinmarkt in Südeuropa muss mit allen Mitteln entgegengewirkt werden“, sagte sie im Hinblick auf die dortigen Standards.

Denn beispielsweise in Spanien oder Frankreich stehe auf der Flasche nur „Bordeaux“ oder „Chianti“. Wäre es nach den Vertretern dieser Staaten im Europaparlament gegangen, so dürften fränkische Winzer weder die Einzellage, noch die Rebsorte mehr auf die Etiketten drucken. „Die einzigartige Vielfalt des Frankenweins wäre verloren gegangen“, so die Europaabgeordnete. Nach heftigen Diskussionen habe sie mit ihren Mitstreitern in Brüssel jedoch das traditionelle Bezeichnungsrecht erfolgreich verteidigen können, sagte sie.

Auch der gesetzliche Schutz des Bocksbeutels bleibe erhalten.

Gute Neuigkeiten brachte sie zudem frisch aus Brüssel mit: Seit Anfang April ist die Marke „Fränkischer Spargel“ nun europaweit geschützt. „Es genügt also nicht mehr, dass Spargel aus anderen Regionen nach Franken gebracht und bei uns nur weiterverarbeitet wird. „Wo Franken drauf steht, muss auch Franken drin sein“, verkündete sie nicht ohne Stolz.

In Bezug auf bayerische und bundesdeutsche Themen sagte sie, dass in der Region die Menschen allen Grund hätten stolz zu sein, da sie in einer der erfolgreichsten Regionen ganz Europas lebten. Hinsichtlich der Finanzpolitik laute das Motto „Chancen statt Schulden“.

Einsatz für Franken auch in Berlin

Als „heimatverbundene Fränkin“ outete sich Anja Weisgerber zum Abschluss ihrer Rede und versprach, sich in Berlin mit dem gleichen Engagement für die fränkische Kultur einzusetzen wie schon in Brüssel.

Ebenso richtete die fränkische Weinkönigin Marion Wunderlich aus Tauberrettersheim ein Grußwort an die Gäste. Sie freute sich besonders über das große Engagement der politischen Vertreter im Europaparlament für den Frankenwein.

Christine Bender (CSU) aus Kolitzheim, die am 15. September erneut für den Bezirkstag kandidiert, lobte zum Abschluss des Abends, an dem außerdem noch ein reger Austausch unter den Anwesenden stattfand, die Weinfamilie Mößlein, die wie viele andere Winzerfamilien in der Region das Winzerhandwerk nicht nur gelernt hätten, sondern es auch leben.

Sie wies weiterhin auf die Weinfachberatung „Die Oenologen“ des Bezirks Unterfranken hin, die besonders für Qualitätssicherung und -weiterentwicklung den unterfränkischen Weingütern und Direktvermarktern zur Seite stehe.

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