Dingolshausen

Antiheld mit Schalk im Nacken

Musik-Kabarettist Lennart Schilgen tritt am 16. Oktober in Dingolshausen auf.
Foto: Günter Roth | Musik-Kabarettist Lennart Schilgen tritt am 16. Oktober in Dingolshausen auf.

Der Berliner Musik-Kabarettist Lennart Schilgen spielt am Samstag, 16. Oktober, um 20 Uhr sein Programm „Engelszungenbrecher“ im Freiraum Dingolshausen.

Ein junger Mann mit Gitarre, der versonnen ins Publikum schaut – auf den ersten Blick könnte man bei Lennart Schilgen auch die bekannte Mischung aus großen Gefühlen und leisem Leid der sogenannten „Neuen Deutsch-Poeten“ vermuten, schreibt der Veranstalter in einer Pressemitteilung. Was stimmt, ist: Die Musik spielt auch bei Lennart Schilgen eine große Rolle und bleibt leicht im Ohr. Trotzdem ist der Gewinner von renommierten Preisen wie dem "Prix Pantheon" oder dem "Förderpreis für junge Liedermacher" der Hanns-Seidel-Stiftung auf Kabarett-Bühnen goldrichtig. Das liegt daran, dass er im besten Sinne des Wortes unterhält: Seine Lieder sind nicht nur stilistisch vielfältig, sondern auch voll von schrägen Einfällen und unerwarteten Wendungen.

"Ich habe heute so viel vor“ singt er da voller Zuversicht – nur um den Satz leicht verzögert mit „mir hergeschoben“ zu vollenden. Und sich damit schon durchaus treffend zu charaktersieren: Er ist einer, dessen große Pläne oft an Kleinigkeiten scheitern – sei es an der Snooze-Taste, sei es an einer verlorenen Telefonnummer – und der es immer wieder schafft, mit Musikalität, Wortwitz und Selbstironie genau dieses Scheitern zum Vergnügen werden zu lassen.

Dabei geht es dem 33-jährigen Berliner selten nur um den schnellen Gag: Feine Beobachtung, virtuoses Spiel mit der Sprache und eine Liebe zum Absurden prägen die häufig komisch und berührend zugleich erzählten Geschichten, wie etwa bei der sanft gesäuselten Bekenntnis-Ballade vom „Shouter in einer Black-Metal-Band“. Immer wieder findet er auch neue Wege, mit bekannten Formen der Liedermacher-Tradition umzugehen. Da gibt es Protestsongs gegen allzu große Entschlossenheit, Trennungslieder für Pärchen oder zunächst besinnlich erscheinende Lebensbetrachtungen, die plötzlich zum Zeitreise-Epos mutieren.

Auch abseits der Preise hat sich Lennart Schilgen in der Szene bereits einen Namen gemacht: Seine hintergründigen Chansons führen ihn mittlerweile auf renommierte Bühnen wie die "Bar jeder Vernunft" in Berlin, ins BR-Fernsehen oder auch in den Deutschlandfunk. Mit seinem ersten von inzwischen zwei Solo-Programmen zeigt der „versierte Musiker und feinsinnige Humorist“ (Westfalen-Blatt) mit „Funken schlagender Sprachkunst“ (AZ), dass beides gleichzeitig geht: Konzert und Kabarett, Schönes und Schräges – oder eben, wie er es selbst nennt, „Lieder und Schabernack“.

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