Grafenrheinfeld

Antrag des TSV Grafenrheinfeld wird abgelehnt

Einen zweiten Anlauf für die Verdoppelung der Vereinspauschale durch die Gemeinde unternahm der TSV Grafenrheinfeld. Das Schreiben mit dem Antrag dazu verlas Grafenrheinfelds Bürgermeister Christian Keller bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend in der Kulturhalle. Für das Jahr 2020 lehnte der Gemeinderat die Verdoppelung der Vereinspauschale in seiner Sitzung vom 7. September 2020 ab. Die Vereinspauschalen werden bereits durch den Freistaat Bayern für dieses und letztes Jahr aufgrund der Auswirkung durch die Corona-Pandemie verdoppelt.

Der TSV erklärte in seinem Schreiben an den Gemeinderat seine Situation. Im Vorfeld des Beschlusses des Freistaats hat der Bayerische Landessportverband (BLSV) seine Mitgliedsvereine bereits intern auf deren finanzielle Schäden abgefragt. Der TSV Grafenrheinfeld meldete dabei rund 20 000 Euro, die im wesentlichen durch den Ausfall von Einnahmen aus Veranstaltungen aber auch dem Mitgliederrückgang entstanden sein sollen. Der Verein konnte im Jahr 2020 mehr Austritte und deutlich weniger Eintritte als in den Jahren zuvor verzeichnen. Die Zahl der Aus- und Eintritte hielt sich in der Vergangenheit meist in der Waage. "Aber wer wird in Zeiten von Corona schon Mitglied in einem Sportverein, wenn kein Sport betrieben werden kann?", so die rhetorische Frage im TSV-Schreiben.

Hervorheben wollte der Verein auch ausdrücklich, dass die Übungsleister des TSV "in der Regel unentgeltlich" tätig sind, was auch bedeutet, dass der Verein in diesem Punkt keine Einsparungen hat, wenn kein Sportbetrieb stattfindet. Das Schreiben, das vom Vorsitzenden des TSV, Armin Wagner, gezeichnet wurde, endete mit den Worten: "Mit einer positiven Entscheidung helfen Sie dem TSV durch diese schwierige Zeit zu kommen."

Kein Umdenken

Gemeinderatsmitglied Werner Binder von der Fraktion SPD/FW, fand die vorgetragenen Gründe plausibel und sprach sich für die Verdopplung der Vereinspauschale durch die Gemeinde aus. Er regte dazu auch die Nutzung des Kultur- und Vereinsfonds an. Ludwig Weeth, der Dritte Bürgermeister, sieht eher bei den Nicht-Sportvereinen einen Grund zur Unterstützung durch die Gemeinde. Die Sportvereine bekämen ohnehin die Hilfe des Staates, merkte er an. Im Falle des TSV sind es durch die Verdoppelung der Vereinspauschale 14 000 Euro durch den Freistaat Bayern. Das vom TSV Grafenrheinfeld gewünschte Umdenken des Gemeinderats fand nicht statt. Der Antrag wurde mit drei zu zwölf Stimmen abgelehnt.

Nicht öffentlich entschieden wurde über die Vergabe für den Auftrag für die Planung der Außenanlage für den Neubau der Gesamtkindertagesstätte. Zwei Angebote gingen nach der Ausschreibung durch das beauftrage Architektbüro hjp ein. Eines über 164 325 Euro und eines über 241 114 Euro.

Informiert wurde der Gemeinderat über die Kosten, die durch den Bürgerentscheid im vergangenen Monat zum Neubau des MainCenters entstanden sind. "Grob" 20 000 bis 25 000 wurden laut Bürgermeister Keller dafür ausgegeben. Zu Wort meldete sich im Verlauf der Sitzung auch noch Walter Wegner von der Fraktion SPD/FW zum Wortbeitrag einer Bürgerin in der vorherigen Sitzung, in dem sie Bezug auf Edeka-Flyer zum Bürgerentscheid nahm, auf denen die Logos diverser Parteien, unter anderem der SPD zu sehen waren. Die Bürgerin wollte wissen, ob die Parteien dafür eine Unterstützung durch die Edeka erhalten. Wegner stellte jetzt klar: "Nein, wir wurden nicht unterstützt." Bezug nahm er auch zu einem Leserbrief vom 3. April mit ähnlich gearteten Vorwürfen. "Wir sind nicht bestechlich", sagte Wegner dazu.

Ein paar Nachwehen zum Bürgerentscheid waren aus dem Gemeinderat auch noch zu vernehmen. "Es war die ganz klare Intention dieses Bürgerentscheids, nicht die Bürger zu befragen, sondern den Markt zu verhindern", sagte Walter Kaspar von der Fraktion FBL. Wenig angetan war er auch über die Aussagen im Vorfeld des Bürgerentscheids von Grünen-Landtagspolitiker Paul Knoblach, der die Gegner des Projekts unterstützte. "Er soll sich lieber um seine Angelegenheiten kümmern", findet Kaspar.

Einstimmig beschloss der Rat sich an der Resolution zur "Grundsteuer C" zu beteiligen, die gemeinsam in der interkommunalen Allianz Mainbogen erfolgen soll.

Bürgerin Barbara Schupp wollte wissen, ob es Überlegungen gibt, die Nikolaus-Fey-Straße in Grafenrheinfeld, die neueren Forschungen zufolge nach einem überzeugten Nationalsozialisten benannt ist, umzubenennen. Bürgermeister Keller antwortete, dass es ein wichtiges Thema sei und mit der nötigen Sorgfalt behandelt wird.

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