Schweinfurt

„Armut wird vererbt“: Themenwochen Armut in Schweinfurt

Die Offenen Sozialen Dienste der Diakonie Schweinfurt hat ihre Themenwochen gestartet, beginnend mit dem Thema Armut. Ab wann ist man arm, wo und wie bekommt man Hilfe und wie wird Armut in unserer Gesellschaft wahrgenommen? Catrin Sauer und Sabina Klüpfel, Sozialpädagoginnen und für die Bereiche Sozial- und Energieberatung und Wohnungslosenhilfe zuständig, beantworten die wichtigsten Fragen, geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Was bedeutet Armut für die Menschen in unserer Gesellschaft?

In Armut zu leben und wenig Geld zur Verfügung zu haben, bedeutet jeden Tag Sparen und Verzicht. Einfach mal sich etwas Schönes gönnen geht nicht. Menschen in Armut müssen immer die Preise vergleichen und vieles, nicht nur Materielles, können sie sich nicht leisten. Eine alleinstehende Person mit einem Einkommen von 1176 Euro im Monat laut dem Statistischen Bundesamt oder weniger gilt in Deutschland als arm. Auch eine Chancenungleichheit gerade für Kinder ist nicht gegeben. Eltern können oft nicht in der Schule helfen, sich aber auch keine Nachhilfe leisten. Daher ist es kaum möglich, auch über Generationen hinaus aus der Armut herauszukommen.

Wie kommen Hilfesuchende in so eine Notlage?

Armut wird „vererbt“. Aber auch der Jobverlust, zum Beispiel durch einen Unfall oder Krankheit, können Auslöser für Armut sein. Ein wichtiger Faktor ist auch eine fehlende Berufsausbildung und damit eine Beschäftigung im Niedriglohnsektor. Kein Zugang zu Bildungsmöglichkeit beispielsweise für Menschen mit Lernschwäche, die Trennung oder Scheidung oder eine niedrige Rente können Menschen in Armut bringen (Altersarmut).

Welche Angebote bieten die Offenen Sozialen Dienste Schweinfurt an?

Der Offene Soziale Dienst berät kostenlos und unabhängig von der Glaubenszugehörigkeit. Die Mitarbeiter haben eine Schweigepflicht und garantieren Anonymität. Der Dienst unterstützt Menschen darin, eigenständig ihre Probleme lösen zu können – zum Beispiel mit Behörden, beim Verstehen von Formularen, beim Ausfüllen von Anträgen und beim Formulieren von Widersprüchen. Die Mitarbeiter prüfen mögliche Ansprüchen auf Arbeitslosengeld I oder II, Grundsicherung im Alter oder Wohngeld. Auch eine individuelle Energieberatung für Privathaushalte mit geringem Einkommen wird angeboten. In akuten Notlagen gibt es Sofort- beziehungsweise Überbrückungshilfen. Auch gibt der Dienst Tafelscheine und Kulturtafelscheine aus und zahlt Tagessätze für wohnungslose Durchreisende aus.  Wichtig ist zudem die Beratung in psychosozialen Krisensituationen und bei finanziellen Problemen. 

Warum zögern Menschen, Hilfe zu suchen?

Zum einen ist es vermutlich die fehlende Kenntnis über Angebote und die Unkenntnis über diverse Leistungsansprüche. Zum anderen ist es Scham und Stolz. Die Angst vor Neuem, sich einem fremden Menschen zu öffnen. Doch es gilt: Niemand muss sich für Notlagen, Armut oder Krisen schämen.

In der Themenwochen-Reihe werden in den nächsten Wochen die Schwerpunkte der Arbeit der Offenen Sozialen Dienste Schweinfurt intensiv beleuchtet: Armut, Inklusion und Digitalisierung.

Weitere Informationen zu den Beratungsangeboten der Offenen Sozialen Dienste Schweinfurt findet man unter www.soziale-dienste-schweinfurt.de; Vereinbarung von Beratungsterminen: Tel. (09721) 2087-102.

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