SCHWEINFURT

Atomgegner: Beifall fürs Kabinett

„Werden die doch noch vernünftig!“ Vorsichtiger Jubel und Beifall brandete am Ende einer offenen Diskussionsrunde von Kernkraftgegnern am Rathaus aus. Die Freude galt der Nachricht vom Kabinettsbeschluss, wonach E.ON das AKW aus Rentabilitätsgründen doch früher vom Netz nehmen könnte als Ende 2015. Um Steuer und Kosten eines Brennstäbewechsels zu sparen, dürfe der Meiler bereits im Frühjahr abgeschaltet werden, Versorgungseinbußen werden offiziell nicht mehr erwartet.

Das „Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft“ hatte auf den Marktplatz eingeladen, rund 90 Teilnehmer kamen zur halbstündigen Aktion, Motto: „AKW Grafenrheinfeld früher vom Netz – ja bitte! Finanzielle Unterstützung für E.ON – nein danke!“

Anfangs waren laute Buhs und „Abschalten! Abschalten!“-Rufe zu hören, als Sprecherin Babs Günther noch einmal scharfe Kritik an Seehofers Überlegungen äußerte. Es sei skandalös, wenn dem Betreiber bei einem Weiterbetrieb bis zum Jahresende 2015 die Brennelemente-Steuer erlassen würde oder das AKW von der Bundesnetzagentur als systemrelevant eingestuft würde, um es dann noch als Reservekraftwerk laufen zu lassen. Mit „Geldgeschenken an E.ON“ funktioniere weder der Atomausstieg noch die Energiewende, das gesundheitliche Risiko und die finanzielle Belastung trügen dann Bürger und Stromkunden. Es gehe den Konzernen um „knallharte wirtschaftliche Interessen“, so Günther, die eine Stilllegung sämtlicher Atomkraftwerke forderte, mit Verweis auf latente Strahlenbelastung, die ungelöste Atommüll-Problematik und die bleibende Gefahr eines Super-GAU wie in Fukushima.

„Macht die Kiste endlich dicht!“ formulierte es Mitstreiter Edo Günther knapper. Der BN-Vertreter erinnerte an die samstägliche Großdemo unter dem Fröttmaninger Windrad im Münchner Norden, wo 4000 Umweltschützer, auch aus Schweinfurt, gegen eine Änderung des EEG demonstriert hatten. In der kurzen Diskussion auf dem Marktplatz wurde vor allem Misstrauen laut, dass es doch noch zu einer Laufzeitverlängerung kommen könnte.

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