Werneck

Aufwendige Gründung verteuert Kindergartenbau in Ettleben

Viel Platz hatten Gemeinderäte und Zuhörer bei der letzten Sitzung des Gemeinderates, die wegen Corona in der Turnhalle der Wernecker Mittelschule stattfand. Gehör verschaffte sich die scheidende Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl (rechts) mit einem Mikrofon.
Viel Platz hatten Gemeinderäte und Zuhörer bei der letzten Sitzung des Gemeinderates, die wegen Corona in der Turnhalle der Wernecker Mittelschule stattfand. Gehör verschaffte sich die scheidende Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl (rechts) mit einem Mikrofon. Foto: Gerald Gerstner

Wegen des von der Landesregierung angeordneten Katastrophenfalls hatte Werneck eine im März geplante Gemeinderatssitzung abgesagt und stattdessen am 31. März einmalig eine Sitzung mit einem neu eingesetzten achtköpfigen Ferienausschuss abgehalten. Voraussetzung dafür war eine Änderung der Geschäftsordnung. Der erforderliche Beschluss wurde ausnahmsweise in Form eines Umlaufverfahrens vollzogen, bei dem 15 Gemeinderäte Zustimmung erteilten.

Zum Ende der Legislaturperiode tagte der 24-köpfige Gemeinderat jetzt noch einmal vollzählig, aber mit viel Abstand, in der Turnhalle der Wernecker Mittelschule. Und genehmigte bei einer Gegenstimme als erstes den im Umlaufverfahren gefassten Beschluss zur zweiten Änderung der Geschäftsordnung. Festgelegt sind darin der mögliche Zeitraum für eine einmalige Einberufung eines Ferienausschusses, dessen Sitzververteilung und die Berufung der Mitglieder.

Beim geplanten Kindergartenneubau in Ettleben kommt es wegen einer erforderlichen Sondergründung des Gebäudes zu einer Verteuerung des Vorhabens um circa 173 500 Euro, wie Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl dem Gemeinderat unterbreitete. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass der Baugrund am Standort aus Auelehmen mit Torfeinlagerungen von mehreren Metern Mächtigkeit bestehe. Deren Konsistenz reiche von breiig bis weich, was eine schlechte Tragfähigkeit und ungünstiges Setzungsverhalten erwarten lasse.

Das Baugrundgutachten empfiehlt laut Baumgartl deshalb eine Gründung mit Betonstopfsäulen, auf denen dann das Gebäude steht. Nötig sind über 300 dieser Betonsäulen, die bis zum tragfähigen Grund in fünf bis sechs Meter Tiefe geführt werden. Der Rat sprach sich einstimmig dafür aus. Alternativ dazu wären auch ein Bodenaustausch und die Einbringung einer Schottertragschicht mit Kosten von 260 000 Euro möglich gewesen.

Einstimmig und ohne Diskussionsbedarf hat der Gemeinderat den Bauantrag für einen Mobilfunkmast im Außenbereich von Eckartshausen abgelehnt. Am geplanten Standort für den Mast steht derzeit auf einem Fahrgestell eine mobile Anlage mit 30 Metern Höhe, die eine bestehende Versorgungslücke in diesem Bereich überbrückt, wie Baumgartl ausführte. Der geplante Mast-Neubau in Stahlbetonausführung mit fast 40 Metern Höhe soll diesen ersetzen.

Laut Verwaltung lägen weder eine schon vor Wochen angeforderte Standortbescheinigung, noch die Nachbarunterschriften vor. Mit circa 130 Metern Abstand liegt aus Sicht der Verwaltung der Mast-Standort auch sehr nahe an der Wohnbebauung. Bürgermeisterin Baumgartl schlug deshalb eine Ablehnung des Bauantrags vor. Statt neu zu bauen solle der Antragsteller versuchen, einen auf der Gemarkung Eckartshausen bereits im Bau befindlichen Mobilfunkmast einer anderen Firma mitzunutzen.

Einstimmig hat der Gemeinderat die Bietergemeinschaft NEWO-Bau aus Theres und Hoch-Tiefbau Müller aus Gerolzhofen mit den Erschließungsarbeiten beim Baugebiet "Ruppertsfeld III" in Egenhausen beauftragt. Die Firmen boten den Straßen-, Kanal- und Wasserleitungsbau mit 570 788 Euro nicht nur am günstigsten an, sondern blieben auch rund 60 000 Euro unter der Kostenschätzung.

Für den Umbau und die Erweiterung des Kindergartens in Vasbühl erfolgt Ende April die Submission bei zehn ausgeschriebenen Gewerken. Auf Vorschlag von Verwaltung und Architekt stimmte der Rat einer Vergabe an die jeweils günstigste Firma im Vorgriff auf die Submission zu. Da die Bauzeit auf ein Jahr begrenzt sei, bestehe "etwas zeitlicher Druck", sagte Baumgartl. Die Kostenschätzung für die zehn Gewerke, die von Sanitärtechnik bis zu Estricharbeiten reichen, belief sich laut Bürgermeisterin auf insgesamt 536 000 Euro. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung würden die Ergebnisse bekannt gegeben.

Beantragt haben die Trägervereine der Kindergärten in Mühlhausen und Stettbach die Anerkennung als Landkindergarten für die Kindergartenjahre 2020/21 und 2021/22. In Mühlhausen sinkt die Kinderzahl ab September unter 25, erklärte Baumgartl. In Stettbach würden im kommenden Jahr 17 Kinder erwartet, im Jahr darauf 21. Der Gemeinderat stimmte den Anträgen zu. Durch die Anerkennung erhalten die Kindergärten die gleiche Förderung wie eine Regelgruppe mit 25 Kindern. Die Mehrkosten übernehmen zu gleichen Teilen Gemeinde und Freistaat.

Nach dem geplanten Teilabbruch einer Scheune und zugehöriger Nebengebäude bei einem Anwesen in der Gambachstraße in Schraudenbach soll an gleicher Stelle ein neues zweigeschossiges Wohnhaus entstehen. Der Rat stimmte dem vorgelegten Bauantrag zu und begrüßte im Hinblick auf die Innenentwicklung das Vorhaben im unbeplanten Altortbereich.

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