Gerolzhofen

Ausstellung im Alten Rathaus befasst sich mit der Echter-Zeit

Die Ausstellung „Julius Echter und seine Stiftstadt Gerolzhofen – eine baugeschichtliche Spurensuche' eröffnete Bürgermeister Thorsten Wozniak (Zweiter von links) im Beisein der Museumsleiter Klaus Vogt und Bertram Schulz, des Bezirksrats Stefan Funk und des Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf (von links).
Foto: Norbert Finster | Die Ausstellung „Julius Echter und seine Stiftstadt Gerolzhofen – eine baugeschichtliche Spurensuche" eröffnete Bürgermeister Thorsten Wozniak (Zweiter von links) im Beisein der Museumsleiter Klaus Vogt ...

Der Schoppen, den Pfarrer Stefan Mai und Museumsleiter Klaus Vogt eines Abends genossen, muss ungemein inspirierende Wirkung gehabt haben. Die beiden überlegten, was man als nächstes Kulturereignis im Museum „Kunst und Geist der Gotik“ in der Johanniskapelle anbieten könnte.

Nahe lag, dass es etwas sein könnte, das mit dem 500. Jahrestag der Reformation und dem 400. Todestag Gegenreformators, des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter zu tun hat. Pfarrer und Museumsleiter beschlossen, Silvia Kirchhof, die Regisseurin des Kleinen Stadttheaters zu fragen, ob sie nicht ein paar kleine Szenen zu den beiden Themen vorbereiten könnte.

Herausgekommen ist dann die größte Theaterinszenierung, die Gerolzhofen jemals erleben wird. „Du musst dran glauben“ heißt das Wandeltheater an fünf innerstädtischen Orten.

Die Entstehungsgeschichte des kulturellen Großprojekts gab Klaus Vogt bei der Eröffnung der Ausstellung „Julius Echter und seine Stiftstadt Gerolzhofen – eine baugeschichtliche Spurensuche“ im Alten Rathaus zum Besten. Diese Ausstellung gehört zum umfassenden Rahmenprogramm rund um das Wandeltheater, das bisher außerordentlich gut frequentiert wird.

Die Ausstellung befasst sich wie berichtet nicht nur mit baulichen Leistungen der Echter-Zeit, sondern auch mit dem Alltagsleben der Menschen in der Renaissance.

So gibt es Unterlagen des Zentgerichtes Gerolzhofen zu sehen, das sich mit größeren Delikten befasste. Klaus Vogt berichtete, dass diesem Gericht zur Echter-Zeit der berüchtigte Valentin Hausherr vorstand, der viele als Hexen abgestempelte Menschen ins Verderben gerissen hat.

Gezeigt wird auch die zeitgenössische Steinsetzer-Ordnung. Steinsetzer sind die heutigen Siebener oder Feldgeschworenen. Dazu ist ein Grenzstein von 1609 ausgestellt.

In einem Merkbuch haben die damals Verantwortlichen alles Wissenswerte rund um den Anbau ans Alte Rathaus von 1585, den sogenannten Küchenbau, festgehalten.

„Die Stadträte von damals hatten mehr zu tun als die heutigen“, sagte Vogt weiter. Jeder Rat hatte damals ein Referat, das er eigenständig betreute. Ein solches Referat war zum Beispiel die Abrechnung der Stadtwaage.

Der Museumsleiter erwähnte weiter eine Feuerlöschordnung aus der Echter-Zeit, die damals schon sehr intelligente Einsatzpläne enthielt.

Die ausgestellten Haushaltsgeräte sind überwiegend Funde von Hans Koppelt. Diese Geräte waren extrem bunt.

Erstmals gezeigt werden in der Ausstellung auch Innenaufnahmen vom alten Pfarrhaus, das in der Echter-Zeit erreichtet wurde und an der Stelle des heutigen Anwesens Hillenbrand in der Kirchgasse stand.

Die Exponate hat Klaus Vogt zusammen mit seinem Kollegen Bertram Schulz aus dem Stadtarchiv und dem Museumsdepot zusammengetragen und zu einer Ausstellung arrangiert. Die informativen textlichen Erläuterungen stammen von Klaus Vogt.

Für diese Arbeit dankte den beiden Museumsleitern Bürgermeister Thorsten Wozniak. Julius Echter sei es wert, sich mit ihm zu beschäftigen, sagte der Bürgermeister. Denn der Fürstbischof habe durch seine Bautätigkeit das Bild der Gerolzhöfer Altstadt geprägt. Durch zahlreiche Verordnungen habe er das Leben der Handwerker und Bauern neu organisiert. Das ging bis hin zu den Zutaten für Bratwürste.

Auch der Bezirk Unterfranken habe eine Beziehung zu Julius Echter, erklärte Bezirksrat Stefan Funk. Der frühere, 2006 gestorbene Bezirkstagspräsident Albrecht Graf von Ingelheim kommt nämlich aus der Linie von Mespelbrunn.

Die Stadt lobte Funk für ihr hochwertiges Kulturprogramm. „Nahrung für den Geist“ fördere der Bezirk gerne. Ein Kulturangebot sei ein Standortfaktor, das dem demografischen Wandel entgegenwirken könne. „Nach so vielen Appetizern wird es jetzt langsam Zeit, dass die Uraufführung kommt.“

Die Ausstellungseröffnung umrahmten Elke Friedl, Julia Barthelme und Franziska Schneider von der Musikschule.

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