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AWO Tagespflege Schonungen: „Ach welch ein Glück, dass wir wieder kommen können“

Aussaat von Blumen unter Anleitung von Betreuungsassistentin Marion Bates. Zuerst wird in der Kiste die Erde mit den Samen vorsichtig angedrückt und dann mit sanftem Wasserstrahl aus der Gießkanne benetzt. 
Aussaat von Blumen unter Anleitung von Betreuungsassistentin Marion Bates. Zuerst wird in der Kiste die Erde mit den Samen vorsichtig angedrückt und dann mit sanftem Wasserstrahl aus der Gießkanne benetzt.  Foto: Daniela Just

Sukzessive wird nach dem Lockdown wegen der Corona-Pandemie das öffentliche Leben wieder hochgefahren. So öffnete die AWO Tagespflege an der Steinach in Schonungen nach acht Wochen Anfang Juni wieder. Hier werden die Gäste an sieben Tagen die Woche betreut. Neue Pflegedienstleiterin ist seit 1. April Daniela Just. Die 53-Jährige unterstützte bis in den Mai während der Corona-Zeit als gerontopsychiatrische Pflegefachkraft die Beschäftigten im AWO Hans-Sponsel-Haus in Würzburg.

"Wir stellen aktuell einen hohen Bedarf an Betreuungsangeboten für Senioren und Pflegebedürftige fest", sagt sie. Sie ist seit 1988 in der Pflege tätig und hat seit 1990 in der Altenpflege verschiedene Wohnformen für Pflegebedürftige kennengelernt. Ihr Wunsch ist es, "dass die Pflegebedürftigen noch ein eigenständiges Leben haben". Deshalb hält sie die Tagespflege, soweit es der Pflegebedarf und die Umstände der Senioren zulassen, für die beste Wohnform. "Die häusliche Umgebung bleibt, aber die Angehörigen sind nicht 24 Stunden an sieben Tagen in die Pflege und Verantwortung eingebunden". Denn ihr eigenes Leben sollten pflegende Angehörige nicht aufgeben, so ihre Sicht. In den vergangenen zwei Jahren leitete sie eine Tagespflege in Bamberg, zuvor war sie fünf Jahre in einer stationären Pflegeeinrichtung des gleichen Trägers als gerontopsychiatrische Fachkraft für Betreuung und Beschäftigung angestellt.

Tagesgäste reagieren auf neue Regeln kooperativ

Zunächst galt es für Daniela Just ein Hygiene-Schutz-Konzept zu erarbeiten. "Wir sind sehr vorsichtig, um den Gästen und ihren Angehörigen die nötige Sicherheit zu geben", betont sie mit Blick auf die Corona-Pandemie. So wurde die Gästezahl von 19 auf zwölf Personen reduziert und im eigenen Bus, der die Gäste abholt und wieder zurückbringt, dürfen jeweils nur zwei Personen befördert werden. Selbstverständlich gilt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowohl im Bus als auch beim Aufenthalt in den Gemeinschaftsräumen der Tagespflege. Das Personal verrichtet die meisten Arbeiten mit Handschuhen und Gäste werden dreimal am Tag aufgefordert, sich die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Zum Trinken stehen Gläser mit Deckel und Strohhalm bereit. Dass die Tagesgäste so kooperativ auf die neuen zusätzlichen Hygieneregeln reagieren, freut Daniela Just. "Ach welch ein Glück, dass wir wieder kommen können", hat sie in den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung öfters von den Gästen gehört.

Hund Knut ist täglich vor Ort

Hund Knut von Daniela Just ist der 'Haushund' in der Tagespflege 'An der Steinach' in Schonungen. 
Hund Knut von Daniela Just ist der "Haushund" in der Tagespflege "An der Steinach" in Schonungen.  Foto: Rita Steger-Frühwacht

Trotzdem werde das Angebot der Tagespflege wie weitere Pflegeeinrichtungen zurzeit nur sehr zögerlich  angenommen. Jedoch liegen gerade jetzt viele Senioren im Krankenhaus und warten auf eine Überleitung in nachsorgende Einrichtungen wie Reha- oder Pflegeeinrichtungen. "Hier können wir als Tagespflege unmittelbar helfen, um die Wartezeit auf einen Platz in einer solchen Einrichtung zu überbrücken", meint sie. Denn natürlich werden während des Aufenthaltes alle pflegerischen Leistungen nach ärztlicher Verordnung erbracht.

Daniela Just hält die zügige Inanspruchnahme der Tagespflege durch Gäste, aber auch mit Blick auf die drohende Vereinsamung der Senioren in dieser Pandemiezeit für unabdingbar. Hier im Haus wird ein geregelter Tagesablauf strukturiert durch die Mahlzeiten geboten. Gerade auch beim Essen soll die Individualität eines jeden Gastes berücksichtigt werden. Das hauseigene Hochbeet lädt zum Gärtnern ein und Betreuungsassistentin Marion Bates, gelernte Floristin, hat immer ganz viele Ideen, wie durch mit den Gästen gebastelte Deko jahreszeitlich passend die Räume verschönert werden können. Der kleine Hund Knut von Daniela Just ist täglich mit seinem Frauchen vor Ort und freut sich über Streicheleinheiten von den Tierliebhabern unter den Gästen. Gymnastik und Basteln gehören ebenso zum Beschäftigungsprogramm wie Singen, das aber zurzeit nicht in Gemeinschaft gepflegt werden kann. Zudem besteht die Möglichkeit, den Sinnesgarten am nahegelegenen AWO Seniorenheim zu besuchen. Gelegentlich werden hier Gottesdienste beider Konfessionen von deren hauptamtlichen Mitarbeitern vor Ort gehalten.

Neuerungen ab Juli

Ab Juli sind Neuerungen im Beschäftigungsangebot geplant. "Dein Tag" soll einen Gast in den Mittelpunkt stellen, der sich zum Beispiel ein besonderes Essen wünschen könnte. An "Sinnes-Tagen" könnte der Geruchssinn beim Kochen und Essen trainiert werden oder eine Handmassage den Tastsinn fördern. Beim "Männer-Tag", der aber Frauen nicht vom Angebot ausschließt, wird es einfach ums "handfeste Werkeln" gehen, "denn Männer sollen nicht herkommen und die Zeit absitzen", versichert die neue Leiterin. Beim "Schonunger Tag" wird ein Ortsteil der Gemeinde hervorgehoben und in seiner Einzigartigkeit vorgestellt. Deshalb wünscht sich Daniela Just mehr Privatpersonen, Vereine oder Organisationen, die von außen in die Tagespflege zu Aktionen sich einladen lassen.

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