Dittelbrunn

BLLV-Kreisverband legt Mängel offen

Die aktuelle Situation des laufenden Schuljahres war Thema der jüngsten Vorstandssitzung des BLLV-Kreisverbands (Bayerischer Lehrer – und Lehrerinnenverband). "Die Schulen stehen zurzeit vor Unwägbarkeiten, Belastungen und zahlreichen Herausforderungen", so Kreisvorsitzender Walter Schäffer. Der BLLV habe bereits vor einem Jahr vor den bevorstehenden gravierenden Engpässen in der Lehrerversorgung gewarnt. Trotz der Anfang dieses Jahres erhöhten Lehrerarbeitszeit fehlten nach wie vor Lehrer an Grund- und Mittelschulen.

"Wenn wir für unseren Bildungs- und Erziehungsauftrag unzureichend ausgestattet sind, uns an allen Ecken und Kanten Lehrkräfte fehlen und wir zu wenig Unterstützung und Hilfen bekommen, dann müssen wir Abstriche machen", erklärte der BLLV-Vorsitzende. Dann müsse notgedrungen auch Unterricht ausfallen, weil zurzeit keine Mobilen Reserven vorhanden sind.

In den letzten Jahren habe Lehrer die Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die Integration der Schüler mit Migrationshintergrund, der Ausbau der Ganztagesbetreuung, die Digitalisierung und die immer höheren Erwartungen der Eltern auf der einen Seite und die fehlenden personellen Ressourcen auf der anderen vor große Herausforderungen und Belastungen gestellt. Die Corona-Pandemie habe diese Probleme und Schwierigkeiten verschärft. Wie in einem Brennglas fokussierten sich die Bruchkanten, die Strukturprobleme, die Widersprüche im Schul- und Bildungssystem.

Gravierende Widersprüche in den Vorgaben vom Ministerium wie beispielsweise keine Gruppenteilungen zu machen, aber konfessionellen Religionsunterricht in klassenübergreifenden Gruppen zuzulassen, erschwerten zunehmend den schulischen Alltag. Dazu kämen unlösbare Probleme wie zu kleine Klassenzimmer, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können und teilweise widersprüchliche Erwartungen und Ansprüche von Eltern. All das führe zu Verunsicherung, Belastungen und Stress, was genauso für die Eltern gelte, die mit dem "Homeschooling" ähnlich belastet waren. "Unser Schul- und Bildungssystem ist in keinem guten Zustand", stellte der BLLV-Vorsitzende fest.

"Die großen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft lassen sich nur mit gut ausgebildeten, kompetenten und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten lösen", so Schäffer. Eine wichtige Grundlage bilde dabei die Schule. Das hätten gerade die Lehrer verstanden. "Darum engagieren wir uns, rackern uns ab und suchen trotz erschwerter Voraussetzungen nach Lösungen, die unseren Schülern helfen", betonte er. Allerdings verspüre er in Kollegenkreisen steigenden Frust und Ärger. Viele Lehrerinnen und Lehrer fühlten sich allein gelassen. Nicht einmal eine ordentliche Schutzmaske habe der Dienstherr für seine Lehrkräfte organisiert. Die 130 KMS, die seit der Schulschließung aus München kamen, seien nicht immer hilfreich gewesen – im Gegenteil.

Viele Probleme und Schwierigkeiten seien nicht neu. Seit Jahren kämpfe der BLLV für Verbesserungen, für strukturelle Reformen, Verbesserungen, für eine bessere Finanzierung der Schulen und für mehr Lehrerinnen und Lehrer. Manches sei erreicht worden, wie das funktionslose Beförderungsamt in Grund- und Mittelschulen. In den letzten Jahren sei auch die Anzahl der Lehrerplanstellen erhöht worden. Gleichzeitig seien immer neue Anforderungen gekommen, die die neu geschaffenen Planstellen "aufgefressen" haben.

"Für ein zukunftsfähiges Schul- und Bildungssystem muss jetzt einiges geschehen", forderte der BLLV-Vorsitzende. So müssten die Lern- und Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert werden, die Lehrkräfte mit modernen IT-Geräten ausgestattet und ausgebildet werden. Die personellen Ressourcen an den Schulen müssten verbessert und neue Lehrer eingestellt werden. Die Eigenverantwortung und die Entscheidungsbefugnisse einzelner Schulen müssten erweitert und die Lehreraus- und fortbildung zeitgemäß weiterentwickelt werden. "Es ist an der Zeit, damit anzufangen", so Schäffer. Eine gute Schule brauche dringend Investitionen.

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