Gerolzhofen

Verirrte Brieftaube kehrt per Auto nach Nürnberg zurück

Erneut ist in Gerolzhofen eine Brieftaube gestrandet. Der Vogel wurde von Horst und Hanna Brand liebevoll aufgepäppelt - und kehrte dann in seine Heimat zurück.
Die zahme Brieftaube ließ sich von Hanna Brand bereitwillig in die Hand nehmen.
Die zahme Brieftaube ließ sich von Hanna Brand bereitwillig in die Hand nehmen. Foto: Horst Brand

In Gerolzhofen ist erneut eine Brieftaube auf einem Langstreckenflug gestrandet. Der Vogel ließ sich offenbar ziemlich erschöpft und durstig im Garten von Horst und Hanna Brand in der Danzigstraße nieder. Das Ehepaar nahm sich des Tieres an und päppelte es tagelang wieder auf.

Mitte Juni war bereits eine beringte Brieftaube zuerst im städtischen Bauhof und dann am Marktplatz-Café aufgefallen, die offenbar aus Hunger die Nähe von Menschen suchte. Sie ließ sich allerdings nicht einfangen. Über die Nummern-Kombination an den Fußringen gelang es der Main-Post-Redaktion, das "Herrchen" der Taube, einen Züchter bei Manching bei Ingolstadt ausfindig zu machen

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Vom Kurs abgekommen

Der Züchter ging davon aus, dass sein Vogel während eines Reiseflug-Wettbewerbs von Heilbronn (Baden-Württemberg) vom Kurs abkam und den Flug möglicherweise wegen Entkräftung abgebrochen hat. Wenn die Brieftaube wieder zu Kräften gekommen sei, so der Züchter, werde sie möglicherweise die letzte Etappe über 150 Kilometer nach Manching antreten. Tage später war der Vogel verschwunden. Tierschützer hatten die Befürchtung geäußert, dass das Tier nicht überleben wird.

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Nun ist erneut eine Brieftaube in Gerolzhofen notgelandet. Ein Abgleich der Nummern an den Ringen ergab, dass es sich allerdings um ein anderes Tier handelt als die Taube vom Marktplatz. Der Vogel saß plötzlich, während Hanna Brand im Garten arbeitete, ganz nahe neben ihr. Von ihrem Ehemann Horst ließ sich die Taube bereitwillig in die Hand nehmen. Gemeinsam hat das Ehepaar dann aus einem umgestülpten Wäschekorb einen provisorischen Taubenschlag gebaut, der zusätzlich mit einem Seil "katzensicher" gemacht wurde. "Denn wir haben auch einen zugelaufenen Kater bei uns", sagt Horst Brand vielsagend.

Die Brieftaube schien völlig ausgetrocknet zu sein, denn sie trank zunächst gierig das bereitgestellte Wasser. Auch Futter nahm sie gerne an, zuletzt fraß sie sogar Horst Brand aus der Hand. Tagsüber war der Vogel auf den Dächern in der Nachbarschaft unterwegs, ehe er in der Dämmerung wieder "heimkehrte" zu Futter und Wäschekorb bei den Brands.

Züchter aus Nürnberg

Auch diesmal gelang es der Main-Post-Redaktion über die Nummernkombination den Züchter herauszufinden. Er wohnt in Nürnberg. Horst Brand setzte sich mit ihm telefonisch in Verbindung und schilderte den Fall. Der Züchter bedankte sich bei Familie Brand, dass sie sich so liebevoll um den Vogel kümmern. Wenn die Taube kräftig genug sei, so der Züchter, werde sie von alleine wieder losziehen. Falls dies nicht der Fall sei, dann werde er nach Gerolzhofen kommen und seine Taube persönlich abholen, kündigte der Züchter an. Der Züchter aus Manching hatte dies damals nicht in Aussicht gestellt.

Der Nürnberger Taubenzüchter musste aber nicht nach Gerolzhofen kommen. Die Brands haben in der Zwischenzeit eine junge Frau ausfindig gemacht, die in Nürnberg arbeitet. In Absprache mit dem Züchter nahm diese Frau die Taube im Auto mit zur Arbeitsstätte und ließ sie dort frei. Der Züchter aus der Noris war zuversichtlich, dass die Taube nun bald in seinen Schlag zurückkehrt. Denn: "In Nürnberg kennt sie sich aus." 

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