Grettstadt

Bürger gegen teure Reaktivierung der Bahn

Grettstädter Bürgergemeinschaft zeigt „Flagge“ gegen die Bahn und wünscht sich eher eine Optimierung der Busanbindung der Linie 8160.
Mit Transparenten unterstreicht die neu formierte Bürgergemeinschaft an verschiedenen Stellen in Grettstadt die Fragwürdigkeit einer Reaktivierung der Bahnlinie Schweinfurt-Gerolzhofen auf Kosten der etablierten Buslinie 8160.
Foto: Ruth Volz | Mit Transparenten unterstreicht die neu formierte Bürgergemeinschaft an verschiedenen Stellen in Grettstadt die Fragwürdigkeit einer Reaktivierung der Bahnlinie Schweinfurt-Gerolzhofen auf Kosten der etablierten ...

Ähnlich wie in anderen Anliegergemeinden der Bahntrasse Schweinfurt – Gerolzhofen geschehen, positioniert sich auch in Grettstadt eine Bürgergemeinschaft sichtbar mit Bannern gegen die Reaktivierung der Bahnstrecke. An drei Stellen, vor dem Bahnübergang, an der Einfahrt ins Neubaugebiet Wiesenflecken und am Ortsausgang Richtung Sulzheim, hat die Bürgergemeinschaft die Banner auf Privatgrund aufgestellt.

Protestiert wird gegen "Steuerverschwendung in Millionenhöhe" und die damit verbundenen zusätzlichen hohen Kosten, die auf die Anliegergemeinden abgewälzt würden. Der Bahnhof von Grettstadt wurde bereits 1983 an Privat verkauft. Infrastruktur müsste neu geschaffen werden, so die Auffassung der Reaktivierungsgegner.  Auf den Gemeindebereich Grettstadt entfallen allein vier Bahnübergänge.

Baugebiete entlang der Trasse sind entstanden

Der Reisezugverkehr zwischen Schweinfurt und Gerolzhofen wurde am 29. Mai 1987 eingestellt. Seitdem sind weitere Baugebiete in direkter Nachbarschaft zum Trassenverlauf entstanden, die über Lärmschutzmaßnahmen geschützt werden müssten. Seit vielen Jahren wünschen sich die Bürger des Ortsteils Grettstadt eine Verbesserung der Busanbindung Linie 8160. Eine Optimierung der Buslinie mit den bestehenden drei Haltestellen in Grettstadt brächte mit der besseren Einbindung in das bestehende regionale Verkehrsnetz deutliche Vorteile für die Ortsbürger in Grettstadt. Dürrfeld, Obereuerheim und Untereuerheim, die drei anderen Ortsteile der Gemeinde, sind über die Buslinie 9306 Schweinfurt über Gochsheim/Weyer nach Donnersdorf und Gerolzhofen an den ÖPNV angeschlossen, ohne direkte Busverbindung zum Hauptort mit Rathaus.

Im Moment laufen Anträge und Verfahren verschiedener Stellen, Behörden und Organisationen parallel. Das Eisenbahnbundesamt hat die Linie zwischenzeitlich zum Verkauf angeboten. Am zurückliegenden Mittwoch war die Bahntrasse Thema im Bayerischen Landtag. Verkehrsminister Hans Reichart fordert unter anderem "Es muss einen deutlichen ökologischen Nutzen für eine Reaktivierung geben. Wir wollen keine Züge mit heißer Luft durch die Landschaft fahren lassen." Er machte weiter deutlich, dass die Gleise ohne Zuschüsse des Freistaates in einen Zustand versetzt werden müssten, der den Zugverkehr ermöglicht. Gefordert wird, neben den bekannten geltenden Kriterien auch die Einigkeit der kommunalen Familie vor Ort mit klaren Beschlüssen.

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