Gerolzhofen

Bürgergenossenschaft als Konzept zum Erhalt der Innenstadt

Die ehemaligen Gerolzhöfer Hildegard Hermann und Adalbert Leuner, Mitglieder in der Bürgergenossenschaft von Hannoversch Münden, haben bei einem Impulsvortrag in der Gaststätte "Tor zum Steigerwald" das Konzept einer Bürgergenossenschaft vorgestellt. Die Veranstaltung war mit dem Thema überschrieben: „Bürgergenossenschaft Gerolzhofen: Eine Chance für den Erhalt der Innenstadt?“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Im Februar 2013 gründeten 173 Bürger diese Genossenschaft in der niedersächsischen Kleinstadt und sanieren dort ehrenamtlich denkmalgeschützte Fachwerkhäuser, um diese vor dem Verfall zu retten, erläuterten Hermann und Leuner und sind überzeugt: Eine Bürgergenossenschaft Gerolzhofen könnte die Chance bieten, durch ehrenamtliches Engagement sanierungsbedürftige Häuser zu erhalten und wieder einer Nutzung zuzuführen.

In der Altstadt von Gerolzhofen gebe es noch viele, sehr erhaltenswerte Gebäude, die einen erheblichen Sanierungsstau aufweisen. Rein wirtschaftlich seien diese Gebäude für private Investoren meist uninteressant. So verfallen diese Häuser weiter, die teils mehrere hundert Jahre alt sind, so die Referenten. Ein Teil der Geschichte Gerolzhofens gehe damit verloren.

Durch sinnvolle Sanierungskonzepte könnten diese Häuser, die teils aus der Renaissance oder dem Barock sind, künftig genutzt werden. Derartige Bürgergenossenschaften, die es schon in einigen Städten – zum Beispiel auch in Münnerstadt – gebe, trügen mit dem Erhalt historischer Bausubstanz zur Belebung der Innenstadt bei.

Auf breiter Basis

Bürger, Handwerksbetriebe und Vereine können bei einer Genossenschaft mitmachen, so dass eine breite Basis entstehe, die die Projekte trage, hieß es in dem Vortrag. Nebeneffekte seien eine Stärkung von Handwerksbetrieben und Belebung des Einzelhandels. Denn sanierte Innenstädte mit wenig Leerstand seien als Wohn- und Arbeitsort auch wegen der kurzen Wege interessant. Der Zusammenhalt in der Bevölkerung werde gestärkt, es entstehe das Gefühl: „Wir sind Gerolzhofen! Wir kümmern uns um unsere Stadt!"

Der Genossenschaftsgedanke sei keine neue Erfindung, berichteten Leuner und Hermann. Schon 1852 gründete Friedrich Wilhelm Raiffeisen den Heddesdorfer Wohlthätigkeitsverein, aus dem 1864 der Heddesdorfer Darlehnskassenverein hervorging.

Synergien lösen Probleme

Das schon vorhandene lobenswerte, private Engagement zur Erhaltung von Gebäuden in der Altstadt von Gerolzhofen würde durch eine Genossenschaft ergänzt, meinten die beiden Initiatoren der Veranstaltung: Gebäude und deren Nutzung könnten nicht isoliert betrachtet werden. Mit kooperativer Zusammenarbeit aller Beteiligten entstünden Synergien, so dass große Sanierungsprobleme lösbar würden.

Bürger sowie Institutionen, die an der Gründung einer Bürgergenossenschaft Gerolzhofen Interesse haben, können sich bei Stefanie Döpfner (stefanie.doepfner@geo-net.net) melden. Für den Herbst ist der Besuch der Bürgergenossenschaft in Hannoversch Münden mit einer Stadtführung sowie eine weitere Informationsveranstaltung geplant. Details werden rechtzeitig veröffentlicht.

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