Röthlein

Bürgerpark statt Schandfleck

Tennis wird hier auf der Anlage schon lange nicht mehr gespielt. Was der Schnee gerade verhüllt ist schon länger ein Schandfleck, der jetzt zu einem generationsübergreifenden Bürgerpark umgestaltet wird.
Foto: Daniela Schneider | Tennis wird hier auf der Anlage schon lange nicht mehr gespielt. Was der Schnee gerade verhüllt ist schon länger ein Schandfleck, der jetzt zu einem generationsübergreifenden Bürgerpark umgestaltet wird.

Wassertreten: Ja oder nein - eine Frage, die den Röthleiner Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ziemlich beschäftigte. Es ging um die Gestaltung des Mehrgenerationenplatzes in Röthlein auf der ehemaligen Tennisanlage zwischen Festplatz und TSV-Gelände. Auf dem Ratstisch lag der Entwurf der Firma IF - IdeeFinden mit Bocciabahn, Spielplateau, Weidentürmen, Bewegungsgeräten, Wasserspiel mit Pumpe und mobilem Jugendtreff. Ein Konzept für einen Bürgerpark für Jung bis Alt.

Da aktuell die Mittel aus der Städtebauförderung eher langsam fließen, sah Bürgermeister Peter Gehring eine Alternative im Leader-Programm, das unter Bürgerbeteiligung innovative Projekte zur Stärkung des ländlichen Raums unterstützt. Etwa 60 Prozent der förderfähigen Kosten für den Bürgerpark schätzt Gehring, könnten so finanziert werden. Da demnächst der Lenkungssauschuss dazu tagt, wär eine schnelle Entscheidung gefordert. Bereits 2021 könnte die Maßnahme begonnen werden und 2022 abgeschlossen sein.

Bürger wünschen sich Kneippbecken

Doch die Entscheidung war nicht so ganz einfach. Petra Jakob gab nämlich die Wünsche einiger Röthleiner Bürger weiter und die wünschten sich dort auf dem Gelände ein Kneippbecken nach Schwebheimer Vorbild. Die Idee als Treffpunkt mit Sozialkomponente und positivem Gesundheitsfaktor kam im Gremium gut an, ist aber nach Recherche des Bürgermeisters eine aufwändige Maßnahme mit hohen Kosten für den Bau und die Unterhaltung.

Kosten, die laut Gehring den Rahmen des Leader-Programms sprengen und eher über die Städtebauentwicklung  zu fördern wären. Die allerdings zielt dann aber, wie Geschäftsleiter Simon Göbel mahnte, auf "das große Ganze ab", sprich auf eine Überbauung des kompletten Areals vom Netto-Markt am Ortseingang über den Festplatz bis hin zur Kirche und das könnte dauern.

"Am Kneippbecken" sollte es nun aber auch laut Petra Jakob nicht scheitern. Sie wünschte sich nur was "richtig Schönes" für die Röthleiner. Das unterstrich auch Oliver Schmitt der sich die "große Lösung" vorstellen konnte und sich dazu die Weidentürme "wegwünschte". Die kamen übrigens auch bei anderen Ratsmitgliedern weniger gut an.

"Bauchschmerzen" beim mobilen Jugendtreff

Wie Gehring mitteilte, ist bei der Gestaltung noch nicht das letzte Wort gesprochen. "Bauchschmerzen" gab es nämlich auch beim geplanten mobilen Jugendtreff. Wie Bernd Wehner erläuterte, kommt es immer mal wieder zu unschönen Situationen mit Jugendlichen auf dem TSV Gelände. Die Positionierung des Bauwagens auf dem Bürgerparkgelände sah er kritisch, auch wenn Detlev Reusch die Jugendlichen dort besser kontrolliert sah.

Zudem stellte sich heraus, dass der Sportverein wohl die Verantwortung für den Jugendtreff übernehmen solle. "Schwierig" befand Wehner, der steht ja dann nicht mehr auf TSV-Grund. Florian Kress ärgerte sich über das Verhalten einzelner auf Krawall gebürsteter Jugendlicher, er fragte: "Muss die Gemeinde dann den Jugendlichen Raum geben, wenn sie alles verwüsten".  

Abschließend einigte sich das Gremium und gab einstimmig grünes Licht für einen Antrag auf Leader-Zuschuss. 100 000 Euro werden im Haushalt 2021 bereitgestellt, die Kosten für ein Kneippbecken noch einmal geprüft und die Gestaltung überarbeitet. Die Bürgerbeteiligung erfolgt aufgrund von Corona über Aufrufe im Internet und dem Amtsboten.

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