SCHWEINFURT

Carus-Preis für Molekular- und Biomediziner

Carus-Preis-Verleihung im Rathaus. Von links: Leopoldina-Präsident Volker ter Meulen, OB Gudrun Grieser, die ausgezeichneten Wissenschaftler Guido Kroemer und Josef Penninger.
Foto: FOTO Waltraud Fuchs-Mauder | Carus-Preis-Verleihung im Rathaus. Von links: Leopoldina-Präsident Volker ter Meulen, OB Gudrun Grieser, die ausgezeichneten Wissenschaftler Guido Kroemer und Josef Penninger.

(fan) Mit dem Carus-Preis der Stadt Schweinfurt sind der Biomediziner Guido Kroemer (Villejuif, Frankreich) und der Molekular-Mediziner Josef Penninger (Wien) ausgezeichnet worden: Kroemer für seine „wegweisende Erforschung der Rolle der Mitochondrien im Prozess der Rehulation des programmierten Zelltods“ und Penninger für seine „grundlegenden Beiträge zur Erforschung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“.

Den Carus-Preis, mit 10 000 Euro dotiert, vergibt die Stadt Schweinfurt seit 1962 alle zwei Jahre in ihrer Eigenschaft als Gründerstadt der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, den jeweiligen Trägern der Carus-Medaille für bedeutende Forschungen in Naturwissenschaften und Medizin. Sitz der Leopoldina ist Halle an der Saale.

Die Begrüßung der zahlreichen Gäste aus Wissenschaft, Forschung, Politik und und den Spitzen der lokalen Institutionen, Verwaltungen und Unternehmen nahm OB Gudrun Grieser zum Anlass, ihren Stolz auf die reichsstädtische Geschichte Schweinfurts zum Ausdruck zu bringen und darauf, dass es die Geburtsstadt der Leopoldina ist.

Und: Die 1652 gegründete Akademie wird gemäß Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) am 14. Juli zu Deutschlands Nationaler Akademie der Wissenschaften ernannt werden. „Wir als Gründerstadt sind demnächst dann auch Nationalakademie“, strahlte Grieser in Anspielung auf die seinerzeitige „Wir sind Papst“-Schlagzeile einer Boulevardzeitung.

„1687 wurde die Leopoldina zur Reichsakademie ernannt und war damit die Nummer 1 im Reich“, erinnerte Akademie-Präsident Volker ter Meulen. Diese Tradition werde wieder aufgenommen und fortgeführt, wenn die Leopoldina im Sommer mit einem Festakt zur Deutschen Nationalakademie ernannt wird. Dass die Carus-Preisträger und der Dermatologe Klaus Wolff, dem die Cothenius-Medaille der Leopoldina für sein Lebenswerk überreicht wurde, allesamt Österreicher sind, sei reiner Zufall, sagte ter Meulen.

Die Laudationes auf die Geehrten hielt Vizepräsidentin Bärbel Friedrich. Guido Kroemer lobte sie als einen der erfolgreichsten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Biomedizin. Auf seinem Forschungsgebiet gehöre er zu den am meisten zitierten Wissenschaftlern weltweit. Josef Penninger sei eine weltweit führende Forscherpersönlichkeit in der Molekularen Medizin. Seine Leistungen hätten wesentlich zum Verständnis der Molekularpathogenese von Krebs, Erkrankungen des Herzens und des Bewegungsapparates beigetragen und neue kausale Strategien für deren Behandlung eröffnet.

Nach der Überreichung der Preise erklärten die Geehrten ihre Forschungsbereiche in ausführlichen Vorträgen. Musikalisch umrahmte die Feierlichkeit das Trompetenduo Ronja Dittmar und Frank Brixel.

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