SCHWEINFURT

Da waren 's nur noch drei Geldfälscher

Die Zahl der Angeklagten im Prozess wegen Geldfälschung vor der Großen Strafkammer hat sich mittlerweile halbiert: Von ursprünglich sechs Beschuldigten sind auf Antrag der Staatsanwaltschaft drei freigesprochen worden. Ihnen konnte nicht sicher nachgewiesen werden, dass sie von dem Falschgeldgeschäft wussten, in das nach Überzeugung des Anklägers die verbliebenen Drei – der 34-Jährige Kameruner, der 42-jährige Aserbaidschaner und der 54-jährige Bulgare – aktiv verwickelt sind.

Bei den drei Freigesprochenen konnte es sich auch um Fahrer beziehungsweise Helfer bei legalen Autohandelsgeschäften handeln, die von dem Blüten-Deal der drei verbliebenen Angeklagten tatsächlich keine Ahnung hatten. Wie berichtet, wurden im Dezember 2010 in Schweinfurt in der Nähe des Hauptbahnhofs sechs Männer festgenommen, als der Kameruner einem „Nicht offen ermittelnden Polizeibeamten“ (Noep) 300 000 Euro Falschgeld in 200-Euro-Scheinen übergab, um dafür 75 000 echte Euros entgegenzunehmen. Die Polizeifalle schnappte zu – und sechs Leute, die in zwei Autos aus Jena angereist waren – wanderten in Untersuchungshaft.

Nach dem Freispruch der Drei, denen eine bewusste Beteiligung an der Straftat nicht nachgewiesen werden konnte, bleiben als Angeklagte der Kameruner, der dem Noep die Beschaffung des Falschgeldes versprochen haben soll, der Aserbaidschaner, der den Bezug der Blüten aus bulgarischer Quelle organisiert haben soll, sowie der Bulgare, der das Geld ohne Einweihung seiner beiden Mitfahrer aus Bulgarien nach Deutschland gebracht haben soll.

Der Kameruner ist geständig, will aber vom Noep zum Deal gedrängt worden sein. Der bulgarische Transporteur hatte eingeräumt, mit dem Geldtransport einem Bekannten einen Gefallen getan, die Scheine aber für echt gehalten zu haben. Der Aserbaidschaner weist eine Tatbeteiligung bisher zurück. Für den 28. März ist gegen Zusagen freien Geleits ein bulgarischer Zeuge geladen, der an einer Tankstelle in Slowenien dem Transportfahrer die 300 000 Euro Falschgeld übergeben haben soll. Dass er kommt, gilt als eher unwahrscheinlich.

Das Gericht hat noch etwa ein Dutzend Beweisanträge abzuarbeiten, unter anderem jenen vom Anwalt eines Freigesprochenen, der da lautet, den Innen- und den Justizminister Thüringens zu laden, um zu erfahren, ob diese davon wussten, dass ein bayerischer verdeckter Ermittler (der Noep) auf ihrem Gebiet im Einsatz gewesen ist.

Laut dem Kammervorsitzenden könnten am 28. März auch schon Plädoyers gehalten werden, was aber stark davon abhängt, ob zu den anhängigen Beweisanträgen neue dazu kommen und wie die Kammer diese bewerten würde. Ein Ende dieses Falschgeldprozesses, der am 23. November scheint nun jedenfalls absehbar.

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