Oberschwarzach

Dachsweg in Wiebelsberg wird zum verkehrsberuhigten Bereich

Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat Oberschwarzach, den Dachsweg in Wiebelsberg zum verkehrsberuhigten Bereich zu erklären.
Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat Oberschwarzach, den Dachsweg in Wiebelsberg zum verkehrsberuhigten Bereich zu erklären. Foto: Gudrun Theuerer

Ein Antrag zur Verkehrsberuhigung im Dachsweg in Wiebelsberg lag dem Marktgemeinderat von Oberschwarzach in seiner jüngsten Sitzung vor. Zu Beginn informierte Bürgermeister Manfred Schötz das Gremium darüber, dass sich auch bereits der vorherige Gemeinderat mit diesem Thema beschäftigt hatte. Neben der Verkehrsberuhigung stand damals als Alternative auch eine Sperrung der Straße, die die Neubausiedlung durchquert und in die Weinberge beziehungsweise zur Klinik am Steigerwald führt, im Raum.

Damals wurden keine Maßnahmen eingeleitet und so hofften die Anwohner nun, beim neuen Gemeinderat noch einmal mit ihrem Anliegen Gehör zu finden.

Kinder bitten in Filmbeitrag um Befürwortung des Antrags

Dem Antrag lag nicht nur eine Unterschriftenliste aller Anwohner bei, sondern es zeigten auch einige Kinder der dort ansässigen Familien, allen voran die 11-jährige Franziska Brehm, in einem kleinem Filmbeitrag die Situation vor Ort und baten um die Befürwortung des vorliegenden Antrags. Bevor es in die Diskussion ging, gab Marktgemeinderat Rainer Dörflein, der unter anderem beruflich mit dem Straßenverkehrsrecht zu tun hat, mittels einer Powerpoint Präsentation noch ein paar ergänzende Erläuterungen.

Verträgliches Miteinander

Das Neubaugebiet in Wiebelsberg werde bisher sehr gut von jungen Familien angenommen, so dass inzwischen 11 Kinder unter 12 Jahren dort wohnen. Sie treffen sich, spielen, malen und fahren gemeinsam, wie im Film gezeigt, Fahrrad oder Bobbycar auf der Straße. Grundsätzlich ist Spaß und Spiel aber auf der Straße verboten, erklärte Dörflein, daher sehe die Straßenverkehrsordnung für solche Situationen die Möglichkeit eines verkehrsberuhigten Bereichs vor, um ein verträgliches Nebeneinander zwischen Fahrzeugverkehr und den Bewohnern zu ermöglichen.

Dazu wären aber bestimmte Voraussetzungen notwendig. So müsse ein niveaugleicher Ausbau, das heißt, eine Mischverkehrsfläche vorhanden sein ohne eigenständige Gehsteige. Weiterhin müsse die Aufenthaltsfunktion gegenüber dem Durchgangsverkehr überwiegen. Bedeutet, dass Erwachsene und Kinder auf der Straße sind und wenig Durchgangsverkehr vorliege. Eine Verkehrsberuhigung ist nur für kurze Wohnstraßen geeignet.

Es gelten besondere Regeln

All diese Voraussetzungen sind im rund 150 Meter langen Dachsweg gegeben, so Dörflein. Weiterhin fügte er an, dass für einen verkehrsberuhigten Bereich aber auch besonderer Regeln gelten. So dürfen dort die Fußgänger gehen wo sie wollen, Kinderspiele sind erlaubt, sogar erwünscht. Geparkt werden darf nur auf dafür gekennzeichneten Flächen. Die Fahrzeuge müssen Schrittgeschwindigkeit fahren und dürfen die Fußgänger nicht behindern. Dörflein machte dabei aber auch klar, dass gleichermaßen die Fußgänger die Fahrzeuge nicht behindern dürften.

Die anschließende Diskussion zeigte, dass die Marktgemeinderäte dem verkehrsberuhigten Bereich grundsätzlich zustimmten. Marktgemeinderat Stephan Jehle gab zu Bedenken, dass man flankierend aber auch andere Maßnahmen wie eine Schwelle oder Kontrollen mit einbinden müsse. Bürgermeister Manfred Schötz riet von Schwellen ab, da man in anderen Gemeinden diese aufgrund von Beschwerden wegen Lärmbelästigung der Anwohner inzwischen wieder abgebaut habe. Bezüglich der Kontrollen hoffte Schötz darauf, dass die Beschilderung eine ausreichenden Wirkung habe. Marktgemeinderat Georg Solf sprach die Probleme zwischen Bewohnern und Landwirten aus der Vergangenheit an und bat darum, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Die Arbeit der Landwirte, die sich um die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung kümmern, sollte mehr wertgeschätzt werden, sagte Solf. Marktgemeinderat Jürgen Brehm merkte an, dass durch den verkehsberuhigten Bereich das Parken außerhalb der markierten Flächen nicht mehr zulässig sei und dadurch auch keine Engstellen mehr auf der Straße das Durchfahren erschweren würden.

Ursprünglich als Flurbereinigungsweg angelegt

Für Marktgemeinderat Andreas Zehner war es wichtig klarzustellen, dass die Entscheidung auch die Belange der Landwirtschaft mit berücksichtigen müsse. Der Dachsweg sei ursprünglich als Flurbereinigungsweg angelegt worden und auch durch die Zugabe von Flächen der Landwirte entstanden. Somit müssten sie weiterhin das Recht haben, diese Straße für die Bestellung ihrer Felder und Weinberge zu nutzen.

Darüber waren sich am Ende auch alle Ratsmitglieder einig. Sie stimmten für einen verkehrsberuhigten Bereich und damit auch für ein verträgliches Nebeneinander zwischen Durchfahrenden und den Bewohnern des Dachswegs in Wiebelsberg.

Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat, den Dachsweg in Wiebelsberg zum verkehrsberuhigten Bereich zu erklären.
Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat, den Dachsweg in Wiebelsberg zum verkehrsberuhigten Bereich zu erklären. Foto: Gudrun Theuerer

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