Schweinfurt

Damit Begleitung in allen Lebenslagen gelingt

Im Februar 2020 eröffnete die Tagespflege in Niederwerrn. Drei Wochen später musste sie wegen Corona wieder schließen.
Foto: Eva Baunach | Im Februar 2020 eröffnete die Tagespflege in Niederwerrn. Drei Wochen später musste sie wegen Corona wieder schließen.

Ein schwieriges, herausforderndes Jahr 2020 liegt hinter dem Diakonischen Werk Schweinfurt. Die psychischen und physischen Belastungen der Corona-Pandemie machten dem gemeinnützigen Verein, der das Sozialwerk der evangelischen Kirche in der Region abbildet, ebenso zu schaffen wie die finanziellen. Dass der Jahresabschluss für 2020 bei 33 Millionen Euro Umsatz noch ein kleines positives Ergebnis von 14 000 Euro ausweist, ist für Diakonie-Vorstand Pfarrer Jochen Keßler-Rosa „eine riesige Erleichterung“.

Im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte er noch die Folgen hoher Defizite befürchtet, heißt es in einer Pressemitteilung der Diakonie Schweinfurt. Schließlich ist die Diakonie Schweinfurt in ihrem Anspruch, Hilfe in allen Lebenslagen zu leisten, auch ein Stück „Unternehmung“: mit 26 eigenen Einrichtungen, Beratungsstellen und sozialen Diensten im Raum Schweinfurt, Bad Kissingen und Bad Neustadt. Verantwortlich ist sie für etwa 700 eigene hauptamtliche und 380 ehrenamtliche Mitarbeitende. Für 77 weitere Einrichtungen und Dienste von Kooperationspartnern übernimmt sie die Verwaltung oder Geschäftsführung.

Erschwerte Bedingungen für Senioren und Pflegekräfte durch Corona

Und sie bietet in ihrem Schwerpunkt, der Altenpflege, Betreuung in fünf eigenen Heimen, zwei Seniorenwohnanlagen, drei Tagespflegen und fünf Sozialstationen an. „Wir hatten und haben durch Corona dort enorm erschwerte Bedingungen, für unsere Pflegekräfte und für unsere Senioren“, bedauert Keßler-Rosa. Viele Quarantäne-Situationen verknappten zusätzlich das Pflegepersonal. Hinzu kamen Ängste, andere Notlagen, was für die Beratungsdienste neue Arbeitsweisen erforderlich machte.

Zu verdanken ist der glimpfliche finanzielle Ausgang vor allem den Corona-Hilfen des Freistaats Bayern in der Altenpflege, aber auch etlichen Spenden. „Es gab Ausgleichszahlungen für Corona- und Quarantäne-bedingte Ausfälle“, erklärt der Diakonie-Vorstand. So mussten beispielsweise Betten für Notlagen oder Quarantäne freigehalten werden. Auch Tagespflege-Einrichtungen durften nicht öffnen.

Tagespflege in Euerbach wird dieses Jahr fertig gestellt

„Wir haben im Februar 2020 unsere neue Tagespflege in Niederwerrn eröffnet und mussten sie schon drei Wochen später wegen des Lockdowns wieder schließen“, blickt er zurück. Niederwerrn ist die dritte Tagespflege neben der Einrichtung im Wilhelm-Löhe-Haus in Schweinfurt und nach Schwebheim, die 2019 öffnete. In diesem Jahr wird in Euerbach eine Tagespflege fertig gestellt, in Maßbach ist die nächste in Planung. Tagespflegen komplettieren das Diakonie-Angebot der Altenhilfe als folgerichtiger Schritt zwischen ambulanter Pflege und Heim. Inzwischen sind die Tagespflegen wieder überall geöffnet, dies ist aber weiterhin nur mit halber Auslastung möglich.

Zwar ist der Jahresabschluss mit einer schwarzen Null gelungen. Allerdings braucht das Diakonische Werk normalerweise Überschüsse für neue Investitionen. „Wir werden dennoch keine Aufgaben verschieben, aber wir müssen höhere Darlehen aufnehmen“, erklärt der Diakonie-Vorstand.

Diakonie will sieben Millionen Euro investieren

Sieben Millionen Euro will der große Sozialdienstleister 2021 und 2022 in der Region investieren. Der Bau einer neuen Zentralküche steht an, weil die beiden Küchen für fünf Einrichtungen in Schweinfurt, Bad Kissingen, Oerlenbach und Maßbach „sehr sanierungsbedürftig sind“. Im Gewerbegebiet Oerlenbach soll daher in diesem Jahr Baubeginn sein. Geplant ist die Zentralküche für über 1000 Mittagessen täglich.

Einen sechsstelligen Betrag wird die Diakonie für die Digitalisierung in der Verwaltung ausgeben, zusätzlich zu der bereits erfolgten coronabedingten Aufrüstung. Schriftverkehr jeder Art soll mit möglichst wenig Aufwand betrieben werden.

Elektro-Autos für die ambulante Pflege

In ihrem Beitrag zum Klimaschutz schafft die Diakonie 15 Elektro-Autos für die ambulante Pflege in Schweinfurt und Niederwerrn an. Außerdem werden drei neue Blockheizkraftwerke im Wilhelm-Löhe-Haus eingebaut.

Ein Schwerpunkt im Bereich der sozialen Arbeit wird laut Keßler-Rosa sein, präventiv zu arbeiten und Menschen in die digitale Welt mitzunehmen. Eine dahingehende prognostizierte Spaltung der Gesellschaft müsse verhindert werden. Dazu gehöre zum Beispiel, die Ängste vor Online-Banking oder der Online-Kommunikation überhaupt zu nehmen.

Der Vereinsamung der Menschen entgegen zu wirken, ist schon länger eine Aufgabe der Mehrgenerationenhäuser, die sich auch hier einbringen werden. Verschiedene Gruppen, Ältere, Alleinerziehende, aber auch Flüchtlinge, finden dort bereits tatkräftige Unterstützung.

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