NACHSOMMER

Das ganz besondere Nachsommer-Gefühl

Mit „Fuck you Wagner“ sorgte die Dancefloor Destruction Crew in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Christoph Hagel beim Nachsommer 2016 für Begeisterung beim Publikum.
Mit „Fuck you Wagner“ sorgte die Dancefloor Destruction Crew in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Christoph Hagel beim Nachsommer 2016 für Begeisterung beim Publikum. Foto: Anand Anders

Das „Festival der Grenzüberschreitungen“, so nennt Nachsommer-Chef Clemens Lukas das Musikfestival, das seit 20 Jahren die Schweinfurter im Spätsommer erfreut. In der Tat, auch wenn im Moment wegen der Corona-Krise unsicher ist, wie der Nachsommer 2020 sich gestaltet, ist klar, dass dieses Festival ein besonderes ist. Ein kleiner Streifzug und Erinnerungen an die Höhepunkte der vergangenen Jahre und die Hoffnung darauf, dass die Festivals in Nach-Corona-Zeiten umso intensiver genossen werden.

Wer von Anfang an dabei war, kann sich noch an die wunderbare Location in der SKF Halle 149 erinnern, die es heute nicht mehr gibt, weil dort 2009 das Einkaufszentrum „Stadtgalerie“ eröffnet wurde. Das Festival, das immer schon den besonderen Charme von industriell genutzten Räumen mit moderner Musik von Pop über Weltmusik zu Jazz, Brass und Swing, von a cappella bis Klassik zu verbinden wusste, wechselte dann viele Jahre in die SKF Halle 410. Seit zwei Jahren gibt es die neue Location im ZF Kesselhaus, die von den meist über 3000 Besuchern insgesamt ebenso gerne angenommen wurde. Der Höhepunkte gab es in den vergangenen zwei Jahrzehnten Nachsommer viele, sie sind für jeden individuell und keine Liste vollständig. Etwas Besonderes waren sicher die Auftritte der Dancefloor Destruction Crew gemeinsam mit dem Dirigenten Christoph Hagel bei der Crossover-Produktion „Fuck you Wagner“, als sich Breakdance und Wagners Musik zu einer neuen, einzigartigen Melange mischten, die so nur die DDC fertigbringt. In Erinnerung ist auch immer der Mut von Clemens Lukas, musikalische Grenzüberschreitung zuzulassen, vor allem im Jazz: Vergangenes Jahr war das Shalosh aus Israel, 2018 die Jazzrausch Bigband aus München mit einem wahrlich bemerkenswerten Auftritt, der Bigband-Jazz und Techno vereinte als wäre das schon immer das Normalste der Musikwelt.

Natürlich war auch der großartige Michael Wollny beim Nachsommer, erinnert sei an wunderbare Sängerinnen wie Amy Warning vor fünf Jahren, Jasmin Tabatabai mit dem Konzert „Was sagt man zu den Menschen, wenn man traurig ist“ im Jahr 2016 oder die wunderbare Anna Depenbusch, die 2018 mit ihrem Charme und einer begnadeten Band das Publikum verzauberte. Auch das Experiment Schattentanztheater funktionierte, wie „Moving Shadows“ vor drei Jahren zeigte. Der Schweinfurter Nachsommer, das Festival der Grenzüberschreitung – hoffentlich gibt es noch viele davon in Nach-Corona-Zeiten.

Die Puppini Sisters aus England sorgten 2016 beim Nachsommer mit ihrem Vintage Swing Pop für ein Highlight.
Die Puppini Sisters aus England sorgten 2016 beim Nachsommer mit ihrem Vintage Swing Pop für ein Highlight. Foto: Josef Lamber
Die treuen Fans werden sich noch an dieses Logo erinnern, als der Nachsommer in den 2000er Jahren noch in der Halle 149 stattfand.
Die treuen Fans werden sich noch an dieses Logo erinnern, als der Nachsommer in den 2000er Jahren noch in der Halle 149 stattfand. Foto: MP/SWT

Rückblick

  1. Das ganz besondere Nachsommer-Gefühl
  2. Poetry Slam hat sich etabliert
  3. Kleinod für Freunde der Buchkunst
  4. Dichterzimmer mit Augenzwinkern
  5. Junge Wilde und ihr Putsch
  6. Wie aus einem Fantasy-Roman
  7. Aus Matze Rossis Wohnzimmer
  8. Ein Schweinfurter in Berlin
  9. Planungen laufen trotz Corona weiter
  10. Poetry Slam in den Wohnzimmern
  11. Nahrung und Trost für die Seele
  12. Lustspiel wird Lehrstück über Missbrauch
  13. Satirischer Zündstoff
  14. Musikalischer Saison-Querschnitt
  15. Werke von Mahler, Dvoøák und Zemlinsky
  16. Nur mit dem Smartphone lernen
  17. „Ois is Blues“ – Willy Michl wird 70
  18. Kunstkaufhaus zum sechsten Mal
  19. Diese E-Books liest Schweinfurt in Corona-Zeiten
  20. Bernsteinfarben, feinherb, süffig
  21. Der Zauber mediterraner Kulturen
  22. Eine Ode an Liebe und Freiheit
  23. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden
  24. Anspruchsvolles für Flöte und Streicher
  25. In der Königsklasse
  26. Sternstunden am Klavier
  27. In Andenken an einen Engel
  28. Sichtbares im Unsichtbaren
  29. Spielzeug aus Schweinfurt
  30. Der größte deutsche Medienskandal
  31. Hommage an einen Weltstar
  32. Künstler mit Talent und Potenzial
  33. Rückert hätte kein Denkmal gewollt
  34. Stilikone und Liebling der Epoche
  35. Zunehmen vor dem Abnehmen
  36. Kurzfilmtage auf Herbst verschoben
  37. Kunstkaufhaus und Kunst-Karrée
  38. Hardcore für die Seenotrettung
  39. Skandalumwittert und revolutionär
  40. Von hohen Herren und bösen Schweinen
  41. Eine Hommage an Ernst Mosch
  42. Farben und ihre Wirkung auf Körper und Seele
  43. Vom Wert des Lebens und des Todes
  44. Oskar und Oma Rosa
  45. Tanzende Küken in ihren Eierschalen
  46. Eine große Liebe in modernen Zeiten
  47. Klassische Musik mit Slapstick
  48. Der Zauber des Schauspiels
  49. Künstler aus der ganzen Welt zu Gast
  50. Bummeln und Kunst shoppen

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Oliver Schikora
  • A cappella
  • Anna Depenbusch
  • Jazz
  • Klassische Musik
  • Michael Wollny
  • Musikfestivals
  • Stadtkultur Schweinfurt
  • Sängerinnen
  • Weltmusik
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!