Schweinfurt

Das Klebeband, das easy abrollt: Eine Schweinfurterin hat's erfunden

Es war der Moment, als Jana Welch die Nase voll hatte: Wieder war der Anfang vom Paketband unauffindbar. Zeit für eine Alternative. Warum die das Zeug zum "Ding des Jahres" hat.
Ein Klebeband, bei dem man ganz einfach den Anfang findet und das sich leicht abziehen lässt, das gibt es, sagt Jana Welch. Die gebürtige Schweinfurterin ist mit ihrer Erfindung am 4. März in der TV-Show "Das Ding des Jahres" auf Prosieben zu sehen.
Foto: Suza Schlecht | Ein Klebeband, bei dem man ganz einfach den Anfang findet und das sich leicht abziehen lässt, das gibt es, sagt Jana Welch. Die gebürtige Schweinfurterin ist mit ihrer Erfindung am 4.

Wer kennt das nicht, die Sekunden, die zu Minuten werden, wenn der Anfang vom Paketband mal wieder nicht zu finden ist, sich nur mühsam – wenn überhaupt – abziehen lässt, um sich dann am Ende auch noch aufzuteilen und zu reißen. Jana Welch, bekennende Online-Shopperin, ging das genauso. Es war der Moment, als sie die Nase endgültig voll hatte, der Postbote wartete, während sie "noch schnell" das Paket zukleben wollte. Denkste. Das muss doch auch anders, besser gehen, hat sich die gebürtige Schweinfurterin gedacht. Und etwas erfunden: Ein Klebeband, das sich nicht nur ganz einfach abziehen, sondern auch, wenn es einmal auf das Paket geklebt ist, wieder einfach ablösen lässt.

ezyPick hat Jana Welch ihre Erfindung genannt. Was das Abziehen dieses Bands so einfach macht, ist laut Welch der klebstoffreie schmale Streifen an der Seite des Klebebands, der farblich so abgesetzt ist, dass man ihn immer findet. Auch, wenn man zum Beispiel das Paketband vom Karton abreißen möchte, um ihn ins Altpapier zu geben. Dabei ist das Band besonders stabil, reißfest, wie seine Erfinderin betont – und hat noch dazu das Zeug zum "Ding des Jahres". Am 4. März ist Jana Welch auf ProSieben mit ihrem ezyPick in der TV-Sendung "Das Ding des Jahres" zu sehen.

Es ist die finale Sendung der 2020er-Staffel, bei der Erfinder ihre Produkte vorstellen. Wer die Nase vorn hat, entscheidet nicht die Jury, in der unter anderem Model Lena Gercke und Rewe-Einkaufschef  Hans-Jürgen Moog sitzen, sondern das Publikum. Wie weit sie gekommen ist, darf Jana Welch natürlich jetzt noch nicht verraten. Nur so viel: die Jury sei begeistert gewesen. Und gute Werbung ist der Auftritt in der Show natürlich auch. Zu haben ist das Band übrigens ab März bei Amazon und, so Welch in einer Pressemitteilung, ab Mai auch im Handel, zum Beispiel bei Rewe. 

Fünf Jahre vergingen bis zum ersten Prototyp

Der Weg von der Idee zum fertigen Produkt war durchaus ein steiniger, sagt Welch. Fünf Jahre lagen zwischen der Idee und dem ersten Prototyp, auch weil die gebürtige Schweinfurterin ihr zweites Studium erst in trockene Tücher bringen wollte. Von Beruf hat Jana Welch so rein gar nichts mit der Verpackungsbranche zu tun. Die 50-Jährige ist Sexologin. Bis zu ihrem 19. Lebensjahr hat sie in Schweinfurt gelebt, ging dann weg, um zu studieren, arbeitete als Redakteurin, dann als Fernsehproduzentin, ging nach Hamburg, bekam zwei Kinder – und schulte um.

Der Klebstoff freie Rand soll dafür sorgen, dass sich bei diesem neuartigen Paketband nicht nur der Anfang leichter finden lässt.
Foto: ezypick | Der Klebstoff freie Rand soll dafür sorgen, dass sich bei diesem neuartigen Paketband nicht nur der Anfang leichter finden lässt.

Erst dann ging das Projekt ezyPick richtig los. Welch gründete ihr Startup, fand ein Netzwerk von Spezialisten, die sich für ihre Idee begeisterten. Eine Werbeagentur sorgt für das Marketing, der Materialhof der Diakonie Hamburg, eine Werkstätte, in der Menschen mit psychischen Behinderung arbeiten, unterstützt die Konfektionierung. Produziert wird das Klebeband exclusiv in Deutschland, darauf legt die Wahl-Hamburgerin wert. Es wird von Hand gefertigt, in einer kleinen Druckerei im hohen Norden. Maschinell produzierbar ist es nicht, sagt Welch. Deshalb auch der im Vergleich teurere Preis von 6,99 Euro.

Mit ihrem Klebeband, davon ist Jana Welch überzeugt, gehört das Fummeln an störrischen Paketklebebändern endlich der Vergangenheit an. Denn, meint sie: "Fummeln ist etwas ganz wunderbares – aber bitte nicht an Klebebändern." 

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