Schweinfurt

Das Zusammenleben in den Stadtteilen stärken

Die SPD möchte neue Kulturtreffpunkte in der Stadt etablieren. Was das für das Zusammenleben der Kulturen bedeuten könnte.
Eine Zukunft als Stadtteilkulturzentrum? Die SPD-Fraktion stellt einen Prüfantrag an die Verwaltung, sich für das Gründerzeitviertel und das Musikerviertel mittelfristig ein Konzept für Stadtteilkulturzentren zu überlegen. Die 'Martinsklause', jetzt anderweitig gastronomisch genutzt, war früher ein Ort der Begegnung im Viertel.
Foto: Oliver Schikora | Eine Zukunft als Stadtteilkulturzentrum? Die SPD-Fraktion stellt einen Prüfantrag an die Verwaltung, sich für das Gründerzeitviertel und das Musikerviertel mittelfristig ein Konzept für Stadtteilkulturzentren zu ...

Sich treffen, austauschen, quatschen, vielleicht auch ein wenig tratschen, gemeinsam feiern – das macht das menschliche Zusammenleben aus. Gemeinhin wird das immer Dorfgemeinschaften zugeschrieben, es ist aber auch in der Stadt durchaus noch so, dass es Treffpunkte gibt, wo die Bürger gerne hingehen. Kommunikation ist schließlich unser höchstes Gut.

Wie's gut laufen kann, das zeigen der Bürgerverein Bergl am Wasserturm oder der Bürger- und Kulturverein Oberndorf im dortigen Feuerwehrhaus. Beide Vereine haben jeweils 90 Veranstaltungen im Jahr und beweisen so auch, dass es eine Notwendigkeit für solche Treffpunkte in einer Stadt wie Schweinfurt gibt.

Projekte im Gründerzeit-und im Musikerviertel anstoßen

Die SPD-Fraktion hat nun einen Prüfantrag an die Verwaltung gestellt. Sie regt angesichts der guten Erfahrungen in Oberndorf und am Bergl an, dass die Stabsstelle "Gerne daheim in Schweinfurt" beauftragt wird, ein "Konzept zu erarbeiten, um vorerst in zwei Stadtteilen – Musikerviertel und Innenstadt West/Luitpoldstraße – Kulturtreffpunkte einzurichten." Die SPD-Räte Norbert Lenhard, Marianne Prowald, Kathi Petersen und Joachim Schmidl stellten das Konzept in einem Pressegespräch vor. „Die Schweinfurter Bürgervereine leisten wertvolle Arbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagt Marianne Prowald. Da traditionelle Gaststätten mit geeigneten Nebenräumen für private und öffentliche Veranstaltungen immer weniger werden, sei es umso wichtiger, dass man von städtischer Seite sich um neue Angebote bemüht.

Aus Sicht der Sozialdemokraten könnten mit professioneller Hilfe von Gerne daheim oder der städtischen Kulturorganisation solche Einrichtungen aufgebaut werden. Man könnte Sozialverbände betrauen, oder auch "diese Einrichtungen ehrenamtlich durch noch zu gründende Bürgervereine unterstützen", findet Norbert Lenhard. Aus seiner Sicht sind gerade im Musiker- und im Gründerzeitviertel auch aufgrund des hohen Migrationsanteils der Bevölkerung solche Treffpunkte wertvoll, um sich vielleicht ein bisschen besser kennenzulernen. Soziale Brennpunkte sind diese Viertel keineswegs, nichts desto trotz aber "entsteht doch da Heimat, wo sich Menschen begegnen", so Norbert Lenhard.

Von Feiern bis zur sozialen Beratung

Aus SPD-Sicht fehlen im Musikerviertel und im Bereich zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt solche bürgerschaftlichen Vereinigungen, wie es sie in Oberndorf oder am Bergl gibt. Die SPD erklärt: "Aufgabe der Stadtteilkultureinrichtungen wäre es, Räume für öffentliche Veranstaltungen wie auch private Feierlichkeiten anzubieten. Stadtteilfeste, Kirchweih, oder soziale Beratung könnten das Programm ergänzen."

Einen Vorschlag für einen Ort der Begegnung hat man schon ins Auge gefasst, zumindest für das Gründerzeitviertel. SPD-Fraktionssprecher Ralf Hofmann bringt in der SPD-Pressemitteilung die ehemalige Gaststätte „Martinsklause“ in der Sattlerstraße ins Gespräch: „Die Inneneinrichtung aus dem Jahre 1923 ist als Beispiel für eine historische Gaststube erhaltenswert. So könnte man ihre frühere Bedeutung als Stadtteiltreffpunkt in neuer Form zurückgewinnen.“

Im Moment wird die "Martinsklause", bis 2009 von Roland Steuerwald und seiner Frau Linda betrieben, wieder gastronomisch genutzt. Aber auch im Musikerviertel hätte Norbert Lenhard Ideen für Standorte, unter anderem in der Ignaz-Schön-Straße.

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