Schweinfurt

Die Schulen plagt weiter Personalmangel

Die SPD-Landtagsfraktion tourt durch den Freistaat und wendet sich an Eltern und Lehrer aller Schularten: „Wir hören zu: Was ist los an Bayerns Schulen?“ Am Montag hörten Martin Güll, Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Ausschussvorsitzender, sowie die Schweinfurter SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen in der SPD-Geschäftsstelle hiesigen Vertretern aus Gymnasien, Grund-, Mittel- und Berufsförderschulen zu.

 Mehr Schulsozialarbeit ist nötig - auch an Realschulen

Es sind laut Güll vier Themenbereiche, die von Lehrkräften und Eltern immer angesprochen werden – auch diesmal in Schweinfurt: Die Personalausstattung, die Ganztagpädagogik, die Digitalisierung an den Schulen, Integration/Inklusion.

Grundsätzlich sei die Personalausstattung weiterhin zu gering, „auf Kante genäht“, sie werde Jahr um Jahr schlechter. Wenn bayernweit einige neue Stellen dazugekommen seien, würden diese durch mehr und neue Aufgaben wie Integration (ausländischer Kinder), Integration und Inklusion mehr als kompensiert. „Immer mehr Schüler haben sozialpädagogischen Förderbedarf“, sagt Petersen. Mehr Schulsozialarbeit sei nötig, übrigens auch bei Realschulen, doch dort gebe es gar keine.

Die mobile Reserve ist seit dem Schuljahresbeginn verplant

Die zu geringe Ausstattung mit Lehrkräften ermögliche grundsätzlich kaum Wahlangebote, welche die Attraktivität einer Schule aber erst ausmachten, ergänzt Güll.

Und: „Alle fürchten die Grippewelle“, da werde der Mangel erst richtig sichtbar: „Die mobile Reserve ist gleich Null“, so Güll. Das heißt: Die Lehrkräfte, als Springer für Ausfälle vorgesehen, seien seit Schulanfang schon komplett verplant.

Die Ganztagsschule war diesmal in Schweinfurt kein Thema, so Kathi Petersen. Generell werde geklagt, dass die Offene Ganztagsschule zu schlecht finanziert sei. Für die Leitung reiche es noch, nicht aber für ausreichend qualifizierte „Fachkräfte am Kind“. Die seien aber wichtig.

Für IT-Fachleute an Schulen muss der Staat sorgen

Auch Digitalisierung war diesmal kein Thema – möglicherweise aber nur deshalb, weil die entsprechenden Lehrer nicht dabei waren. Wie gut eine Schule hier sei, hänge vom Zufall ab, ob IT-affine Lehrkräfte an der Schule seien oder nicht. Das könne nicht sein, so Güll und Petersen. „Die CSU würde das Problem gerne den Sachaufwandsträgern (Kommunen) zuschieben, es sei aber eine Aufgabe des Staates, der müsse für die nötigen IT-Fachleute sorgen.

Immer mehr Aufgaben - aber nicht mehr Personal

Schließlich: Die Integration von Schülern mit ausländischen Wurzeln werde immer schwieriger, auch das überfordere die Lehrkräfte. Für intensivere Kontakte mit den Eltern etwa bräuchte es mehr Sozialpädagogen. Die immer anspruchsvollere, aufwendigere Elternarbeit sei von Lehrkräften allein nicht leistbar. Güll: „Es fehlen Schulsozialarbeiter.“ Dass Inklusion mehr Aufwand bedeute, sei ebenfalls klar. Fazit: Die Aufgaben der Schulen werden immer mehr – die Personalausstattung ändert sich nicht entsprechend.

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