SCHWEINFURT

Die Stadt mit anderen Augen sehen

Blick auf die Gutermann-PromenadeFotos (2): Tourist-Information Schweinfurt 360°
Blick auf die Gutermann-PromenadeFotos (2): Tourist-Information Schweinfurt 360° Foto: Tourist-Information Schweinfurt 360°

Für viele wird sich der Sommer in diesem Jahr weitgehend in heimischen Gefilden abspielen. Zeit, einmal die Stadt zu erkunden, manche Sehenswürdigkeit zu entdecken oder mit anderen Augen zu sehen. Abseits der sonst übliche Alltagshektik lässt es sich vortrefflich durch Schweinfurts Straßen und Gassen oder den Grüngürtel schlendern und die vielen schönen und auch geschichtsträchtigen Ecken auf sich wirken zu lassen.

Vieles wird auch in den Führungen der Tourist-Information Schweinfurt 360° vorgestellt, aber auch im Alleingang kann man mit offenen Augen die Attraktionen begutachten und mit neuem Blick wahrnehmen. Moderne Architektur findet sich neben Bauwerken vergangener Jahrhunderte, ein Grüngürtel zieht sich entlang der östlichen Stadtbefestigung und bietet herrliche Abwechslung an schönen Sommertagen. Er erstreckt sich vom Obertor bis zum Mainufer und sein Bild wird von den Resten der mittelalterlichen Befestigungsanlage geprägt.

Sehenswertes am Mainufer

Um ein bisschen Sommerflair zu tanken bietet sich ein Spaziergang am Main auf der Gutermann-Promenade an, benannt nach dem Schweinfurter Lehrer und Heimatforscher Hubert Gutermann (1892–1974). Auf der Promenade finden sich zahlreiche industrie- und technikgeschichtliche Denkmäler.

Ein historischer Handdrehkran diente früher dazu, Schiffe zu be- und entladen. Heute ist er Blickfang an der Schiffsanlegestelle des „Meedämferles“. Geht man weiter, erreicht man das Walzenwehrdenkmal. Es stellte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine technische Weltneuheit dar. Es gilt als Muster für sämtliche Walzenwehre in Deutschland. Sein Bau geht auf eine Naturkatastrophe im Jahr 1897 zurück. Große Eismassen zogen das damalige Überfallwehr so sehr in Mitleidenschaft, dass erst durch den Bau des Walzenwehres eine risikolose Eisabführung und eine verlässliche Wasserstandsregulierung gesichert werden konnte.

Zeugnisse der Stadtgeschichte

Auch abseits des Mains lässt es sich dem Verlauf der ehemaligen Stadtmauer folgend wunderbar durch die Grünanlagen vorbei am Samtturm, den Pulvertürmen am Unteren Wall, den Turmfragmenten des Weißen Turms und des Wiesenhüterturmes streifen. Die Wallgräben gehören zu eindrucksvollen Zeugnissen der Schweinfurter Stadtgeschichte.

Ein Fachwerkgartenhaus im Schweizer Stil um 1900 ist Kernstück der Grünanlage am Obertor. Vom nordwestlichen Teil der Obertor-Bastion führt der Weg auf halber Höhe des Walles entlang der 1564 erbauten Stadtmauer. Dort stehen auch die noch erhaltenen Mauertürme. Eine Erweiterung dieses Grüngürtels ist die Grünanlage Philosophengang mit Teichanlage, Springbrunnen und zahlreichen Spielmöglichkeiten für Kinder.

Die Platanenallee als grünes Tor zur Stadt verbindet Am Mühltor symbolisch die Grünanlage vom Oberen Wall mit der am Unteren Wall. Im nördlichen Pulverturm befindet sich Schweinfurts kleinste Weinstube „s'Türmle“. Über den südlichen Pulverturm gelangt man nach oben auf den Wall und weiter in den „Zürch“.

Im Stadtteil „Zürch“ wird den Besuchern eindrucksvolles Biedermeieridyll durch das wieder verlegte Kopfsteinpflaster und die sanierten historischen Wohnhäuser vermittelt. Diese östlich vom Marktplatz gelegenen Bereiche der Schweinfurter Altstadt mit ihren ruhigen kleinen Gassen gehören seit den Sanierungsmaßnahmen in den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zu den schönsten wiedererstandenen Zeugnissen der mittelalterlichen und reichsstädtischen Vergangenheit.

Im Bereich Rückertstraße, Linsengasse und Burggasse bestimmen Handwerkshäuser das Bild. Ein verwinkeltes Gassensystem fasziniert um das Gebiet „Krumme Gasse“. Es reicht von der Rückertstraße bis zum Obertor und wird im Westen vom Marktplatz und im Osten von den Resten der Stadtbefestigung begrenzt. Es gilt als eines der schönsten Quartiere der Altstadt. Der mittelalterliche Stadtgrundriss mit seiner kleinteiligen Häuserstruktur blieb trotz der Kriegsschäden erhalten und ebenso viele der zwei- bis dreigeschossigen, traufseitigen Wohngebäude mit den Fassaden aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert.

Südlich schließt sich der Stadtteil „Zürch“ an. Seine Zentren sind die St.Salvator Kirche und in direkter Nachbarschaft zum Museum Georg Schäfer und nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt der Ebracher Hof, in dem die Stadtbücherei in der ehemaligen Zehntscheune untergebracht ist. Die Zehntscheune, die früher einen großen Weinkeller, eine Kapelle, Wohnräume und einen Getreidespeicher beherbergte, ist das markanteste Gebäude des Ebracher Hofes. Das historische Gebäude gehört in seiner erhaltenen Form zu den wichtigsten Renaissance-Bauwerken der Stadt Schweinfurt.

Ebenfalls malerisch im „Zürch“ gelegen ist die evangelische St. Salvator Kirche. Sehenswert ist der Posaunenengel auf der eleganten Kuppelhaube mit zwei übereinander liegenden Laternen, Er diente den Schweinfurtern früher als Wetterfahne. Blies der Engel die Posaune nach außen, bedeutete dies schlechtes Wetter, blies er gegen die Stadt, konnte man sich auf gutes Wetter freuen. Friedrich Rückert dichtete daher auch: „Doch er ist nicht gut gelaunet, sah ich doch beim letzten Schein, weil er aus der Stadt posaunet und sein Hintres kehrt hinein.“

Das im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Projekt in der südlichen Altstadt war die Wiederherstellung des ehemaligen Bürgerhauses und späteren Industriedenkmals Schrotturm. Der Schrotturm ist heute eines der Gebäude, die das Stadtbild von Schweinfurt entscheidend prägen. Seinen Namen erhielt er Anfang des 19. Jahrhunderts, als er zur Herstellung von Schrotkugeln diente. Nach der feierlichen Übergabe des wiederhergestellten Baudenkmals im Jahre 1990 wurde es schnell zum kulturellen Zentrum der südlichen Altstadt. Hier haben die Rückert-Gesellschaft und der historische Verein ihr Domizil, das Erdgeschoss und der Gewölbekeller werden von der Volkshochschule und als Kleinkunstbühne für diverse Veranstaltungen genutzt.

Der Straßenname „Krumme Gasse“ entstand wohl im Volksmund und ist nach der Krümmung der Gasse benannt. Fotos (2): Touristinformation Schweinfurt 360°
Der Straßenname „Krumme Gasse“ entstand wohl im Volksmund und ist nach der Krümmung der Gasse benannt. Fotos (2): Touristinformation Schweinfurt 360° Foto: Tourist-Information Schweinfurt 360°
Der Türm am Oberen Wall beherbergt Schweinfurts kleinste Weinstube s'Türmle.
Der Türm am Oberen Wall beherbergt Schweinfurts kleinste Weinstube s'Türmle. Foto: Tourist-Information 360°
Schweinehirtenfigur im „Zürch“
Schweinehirtenfigur im „Zürch“ Foto: Tourist-Information Schweinfurt 360°
Torbogen zur Judengasse.
Torbogen zur Judengasse. Foto: Gerd Landgraf

Rückblick

  1. Voller Gefühl und mit Seele
  2. Ein angstfreies und virtuoses Spiel
  3. Wie ein Museum zum Verschiebebahnhof wird
  4. Eine ganz besondere Wand
  5. Neue Stücke im kommenden Spielplan
  6. Rückblick und Ausblick
  7. 30 Künstler beim Kunst-Kaufhaus
  8. Die Spraybanane und die Freiheit
  9. Die Stadt mit anderen Augen sehen
  10. „Talent kennt kein Geschlecht“ bis 12. Juli im MGS
  11. Tiere und Heilige prägen sein Werk
  12. Ausgrabungen mit neuen Erkenntnissen
  13. Braun sind meine Farben
  14. Das „kom,ma“ startet wieder
  15. Treffen unter dem Nussbaum
  16. Kunst mit allen Sinnen erleben
  17. „Kunst Club“ für Kinder
  18. Kräuterdüfte, Gerstensaft und Wein
  19. Hula und Salsa mit Abstand
  20. Ludger Hinses Ausstellung „Lich T Raum“ bis 5. Juli
  21. Peter Wörfel stellt in Dresden aus
  22. Wegen Corona: Museumsfest ist abgesagt
  23. Schweinfurts Theater in Zeiten der Corona-Krise
  24. Neue Theaterspielzeit
  25. Neue Theaterspielzeit
  26. Neue Theaterspielzeit
  27. Neue Theaterspielzeit
  28. Neue Theaterspielzeit
  29. Neue Theaterspielzeit
  30. Neue Theaterspielzeit
  31. Neue Theaterspielzeit
  32. Neue Theaterspielzeit
  33. Neue Theaterspielzeit
  34. Neue Theaterspielzeit
  35. Kunsthalle zeigt Werke von Beuys
  36. Das Museum Georg Schäfer verlängert Sonderausstellung
  37. Die Schätze des Schweinfurter Kunstvereins
  38. Neues, Bewährtes, Überraschendes
  39. Objekte mit ganz viel Geschichte
  40. Schweinfurts Kultur öffnet sich wieder
  41. „Zwischenräume“ und „Aufbruch“
  42. Franz Xaver Müller ist gestorben
  43. Der Hirnschrittmacher des Kabaretts
  44. Neue Ideen für digitales Lernen sind gefragt
  45. Von Hexen, Pest und Volksfesten
  46. Ein „Nick-Pick“ im Atelier
  47. Erfolgreiche Spendenaktion
  48. Nachsommer wird ausgesetzt
  49. Das ganz besondere Nachsommer-Gefühl
  50. Poetry Slam hat sich etabliert

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