GEROLZHOFEN

Die weiße Genussgemeinschaft

Picknick in Weiß: Das Kulturforum Gerolzhofen initiierte zum weiten Mal ein sogenanntes „Dîner en blanc“, das am Marktplatz in Gerolzhofen stattfand.
Foto: Matthias Beck | Picknick in Weiß: Das Kulturforum Gerolzhofen initiierte zum weiten Mal ein sogenanntes „Dîner en blanc“, das am Marktplatz in Gerolzhofen stattfand.

Was in der Weltstadt Paris jährlich mehrere Tausend Leute zum Mitmachen animiert, funktioniert – im kleineren Maßstab – auch in Gerolzhofen. Die Rede ist von der Veranstaltungsform „Dîner en blanc“: Menschen kleiden sich vom Scheitel bis zur Sohle in Weiß, haben Tische und Sitzgelegenheiten samt weißen Tischdecken dabei und bringen Speisen und Getränke mit. Dann breitet man sich an einem bestimmten Ort aus, isst und trinkt und pflegt die Geselligkeit.

Ein Reiz des Ganzen ist die Spontaneität: Denn wo man sich trifft, wird recht spät bekannt gegeben. So erfuhren die Teilnehmer in Gerolzhofen erst zwei Tage vor dem Termin am Sonntag, dass sie sich am Marktplatz einfinden würden. Diese Info konnten sie der Internetseite des Kulturforums Gerolzhofen entnehmen, das das Event initiierte. Viele Teilnehmer sollten es allerdings nicht werden. Beim zweiten Gerolzhöfer „Dîner en blanc“ machten etwa 20 Besucher mit.

Das hielt die Weißgekleideten jedoch nicht von ihrer guten Laune ab. Um 11.30 Uhr begannen sie ihre Tische aufzubauen. Weiße Tischdecken wurden ausgelegt, Kerzen und Deko ergänzten das Ambiente und reichlich war die Auswahl der nun auf den Tischen stehenden Speisen und Getränke. Karl-Heinz Leibl sorgte mit seiner Geige für die musikalische Untermalung.

Spontane Baden-Württemberger

Und als die Teilnehmer miteinander plauderten, wunderte sich ein vorbeigehendes Ehepaar aus Filderstadt bei Stuttgart über die weiße Runde. Prompt lud man die beiden ein, sich mit an die Tische zu setzen. Und indem sie sich dazugesellten, gaben sie ein Beispiel für Spontaneität ab:

„Wir sind auf der Bundesstraße Richtung Fulda gefahren“, so der Ehemann. „Dann haben wir ein Schild gesehen, auf dem 'historische Altstadt' stand und haben uns gesagt, da fahren wir mal hin.“ In Gerolzhofen angekommen, hätten sie sich die Kirche angeschaut und seien anschließend spazieren gegangen. Als sie an den Platz gelangten, wo gerade der Tisch gedeckt wurde, dachten sie, jemand hätte Geburtstag und wurden eingeladen. „Ich bin noch schnell zum Wohnmobil und habe mir ein weißes Hemd angezogen“, so der Ingenieur aus Filderstadt. Seine Ehefrau, eine Malerin, meinte: „So liebenswürdige Menschen kennengelernt zu haben, war den Abstecher nach Gerolzhofen mehr als wert.“

Etwa bis 14 Uhr währte das Ereignis. Bis auf die geringe Zahl der Teilnehmer war von den Anwesenden keine Kritik an der Veranstaltung zu vernehmen. Eine Besucherin aus Wonfurt meinte: „Wir genießen es schon zum zweiten Mal. Es war eine einzigartige Atmosphäre.“ Ein Gerolzhöfer schwärmte: „Die lockere Atmosphäre erinnert an die Toskana, es ist sozusagen die Toskana vor der Haustüre.“

Ungezwungenes Kennenlernen

Ein Besucher, der erst kürzlich in die Stadt gezogen ist, meinte: „Es ist eine unkomplizierte Gelegenheit, um Leute aus Gerolzhofen kennenzulernen.“ Er kenne das „Dîner en blanc“, da er bei Frankfurt am Main gewohnt und an dortigen größeren Events teilgenommen habe.

Burkhard Tebbe, Vorsitzender des Kulturforums, sprach von einer hervorragenden Stimmung am Tisch. Die verschiedenen Gerichte habe man untereinander ausgetauscht, probiert und für gut befunden. Außerdem meinte er: „Warum soll es das, was es in größeren Städten gibt, nicht auch in Gerolzhofen geben.“

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