SCHONUNGEN

Die Welt zu Gast in Schonungen

„Wahnsinn!“ Julia Hafenrichter kann gar nicht aufhören sich zu freuen. Die Allianzmanagerin des Schweinfurter Oberlandes staunt nur noch über die Besucherzahlen beim dritten Interkulturellen Tag. „Wir haben um drei Uhr aufgemacht und da ging's auch schon los“, berichtet sie. Auf den ganzen Tag verteilt waren immer mindestens 200 Personen in den Räumen der Realschule.

Die Realschule mit ins Boot zu holen war wohl ein gelungener Schachzug. Schulleiterin Christine Seufert ließ sich gerne von der Idee begeistern und sie hat auch andere angesteckt. Eltern und Schüler übernahmen die internationale Bewirtung. Neben den obligatorischen fränkischen Bratwürsten gab's Kisir, Bunuelos Colombianos, Sushi oder Süßkartoffelsuppe, um nur einige der kulinarischen Genüsse zu nennen.

Der Nachmittag gehörte den Kindern. Während sie den Märchen aus aller Welt lauschten, sich schminken ließen oder bastelten, informierten sich ihre Eltern über „250 Jahre Katharinenerlass“ am Stand der Russlanddeutschen oder über die französische Partnergemeinde Alban. Ein Hauch von Wildem Westen zog durch den viel besuchten Ausstellungsraum des fränkischen Apachen Johnny Scott und seines Freundes Trapper Clayton Carter. Zum Kinderprogramm am Nachmittag kamen auch Kinder aus zwei Asylbewerberheimen der Stadt Schweinfurt mit ihren Betreuerinnen. „Wir haben ihnen das Essen spendiert und sie haben sich schminken lassen“, erzählt Seuffert. Sie sah das Strahlen in den Augen der Kinder und meint: „Schon allein deshalb hat sich der Tag gelohnt.“

Das Abendprogramm eröffneten die Schüler der Realschule. Wenn schon interkulturell, dann gehört die bayerische Kultur ja wohl auch dazu, dachten sich die Schüler, schlüpften in Lederhose und Dirndl und demonstrierten mit viel Schwung und Elan „bayerische Lebensfreude“.

Es sei „schlichtweg beeindruckend“ wenn man von der Bühne herab schaue, kommentierte Bürgermeister Stefan Rottmann die überfüllte Aula der Schule. Der Interkulturelle Tag sei nun schon Tradition im Oberland und das interkulturelle Miteinander zurzeit so aktuell wie nie. Er lud die Gäste ein, Ausstellungen und Programm zu genießen, denn „günstiger kann man keinen Urlaub machen.“ Bürgermeisterin Birgit Göbhardt, Sprecherin der Allianz Schweinfurter Oberland, betonte, je besser man sich verstehe, umso leichter gelinge die Integration. „Es lohnt sich, sich auf die Schätze fremdländischer Mitbürger einzulassen“, warb sie.

Von diesen Schätzen gab es dann einiges zu genießen. Nachdem die Realschüler für die „eine Welt“ gesungen, gespielt und getanzt hatten, startete die Zumba-Rakete. Yvonne Fösel und Micaela Halboth mit ihren Mittänzern ließen den Saal beben. Als sie zum Mittanzen einluden, füllte sich die Bühne, allerdings trauten sich nur die Kinder nach oben. „Ich komm schon beim Zuschauen ins Schwitzen“, meinte eine Besucherin. Wilfried Güntner gab dann einen interessanten Einblick in das Land Tansania. Reich bebildert ging's vom fast 6000 Meter hohen Berg Kibo im Kilimandscharo-Massiv über Sansibar nach Daressalam durch ein fasziniert vielfältiges Land. 130 verschiedene Völker leben in dem ostafrikanischen Land, sie sprechen 128 Sprachen. Ohne Englisch könnten sie sich gar nicht verständigen, erklärt Güntner, der einige Zeit als Lehrer in Tansania gearbeitet hat.

„I have no idea, why I'm here.“ Gewohnt witzig und humorvoll führte Johnny Scott in die Welt der Indianer ein. Er und seine Tochter Shelly begeisterten mit indianischem Gesang und Tanz. Manchmal sei es gut, einfach nur den Klang einer fremden Sprache zu hören, meinte Julia Hafenrichter. Und so trugen Monika Fichtner und Albina Baumann ein Gedicht von Friedrich Schiller auf Ungarisch und Russisch vor. Schiller werde in beiden Ländern gelesen und in der Schule auswendig gelernt, berichteten sie.

Den musikalischen Rahmen setzte Jon Raphael alias Rüdiger Wolf. Mit der Panflöte, verzauberte er sein Publikum. Mit seinen „pan-tastischen“ Klängen gab er einem „pan-kulturellen“ Abend den magisch stilvollen Beginn und Abschluss.

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