Üchtelhausen

Dürresommer und Schädlinge setzen dem Wald zu

Trockenheit und Schädlinge setzen dem Gemeindewald Üchtelhausen zu. Das Bild zeigt schadhafte Fichten in der Abteilung Eichrangen, Gemarkung Weipoltshausen.
Foto: Patrick Schelbert | Trockenheit und Schädlinge setzen dem Gemeindewald Üchtelhausen zu. Das Bild zeigt schadhafte Fichten in der Abteilung Eichrangen, Gemarkung Weipoltshausen.

"Wir kommen kaum zur Pflege." So lauteten die einleitenden Worte von Bürgermeister Johannes Grebner zum Tagesordnungspunkt "Forstwirtschaftlicher Jahresbetriebsplan 2021". Diesen stellte Forstamtmann Patrick Schelbert, der seitens des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Schweinfurt, den Gemeindewald Üchtelhausen betreut in der Gemeinderatssitzung vor.

Der dritte Hitzesommer infolge und dazu die nur etwa 75 Prozent der sonst üblichen Regenmengen sowie starker Schädlingsbefall haben den Holzeinschlag dominiert. "Wir rennen dem Dürreprozess immer hinterher. Wir versuchen, die wertvollsten Bäume noch zu ernten, bevor es zu spät ist." Dazu komme, so Schelbert, dass vom Borkenkäfer befallene Fichten sofort abgeholzt werden müssen und aus dem Waldstück herausgebracht werden müssen. Da diese Schädlingsbäume oft einzeln oder nur in Gruppen stehen, erfordere es viel Zeitaufwand, sie zu entfernen.

Keine Pflanzungen

2020 wurden 2320 Festmeter Holz eingeschlagen, davon waren 1269 Festmeter Holz vom Borkenkäfer und anderen Schädlingen befallen. Die Pflegefläche betrug nur 17,2 Hektar, davon entfielen nur ein halber Hektar auf die so wichtige Jugendpflege von Beständen. Auch konnten keine Pflanzungen durchgeführt werden, da ab März ein starker Borkenkäferbefall in den Fichtenbeständen alle Arbeitskapazität in Anspruch nahm. Das sah Schelbert aber auch positiv, denn "die Pflanzen wären fast vollständig verloren gegangen durch die extreme Sommertrockenheit".

Bei der Kiefer gab es Ausfälle bei einzelnen Bäumen und auf Teilflächen, die einer Kombination von Hitze, Trockenheit, Insekten- und Pilzbefall sowie dem häufigen Besiedeln mit Misteln geschuldet sind. Die Ausfälle bei Rotbuche und Hainbuche, die als Mischbaumarten in Eichenwäldern bei uns wachsen, treten nur vereinzelt oder kleinflächig auf. Jedoch geht von ihrem Kronentotholz eine erhöhte Gefahr beim Aufarbeiten aus.

"Die Eiche ist eigentlich eine klimastabile Baumart", so Schelbert. Ein Absterben sei nur bei Bäumen aus der Mittelwaldwirtschaft zu beobachten. Beim Ahorn sei die Rußrindenkrankheit zu beobachten, die etwa an 30 Fundorten im Landkreis Schweinfurt nachgewiesen werden konnte.

Defizit angekündigt

"Mit dieser Situation kann man einfach keine positiven Zahlen schreiben", meinte der Förster und nannte 137 400 Euro als Einnahmen, denen Ausgaben in Höhe von fast 176 600 Euro gegenüberstanden. Für das kommende Jahr kündigte Patrick Schelbert erneut ein Defizit im gemeindlichen Forstbetrieb von voraussichtlich 50 000 Euro an. An Holz sollen fast 2000 Festmeter eingeschlagen werden. Pflegemaßnahmen und Pflanzungen sind in den Waldabteilungen Steinbrüchlein (Gemarkung Ebertshausen), Heidschlag (Gemarkung Hesselbach), Thomasschlag (Gemarkung Üchtelhausen) und Stückschlag (Gemarkung Üchtelhausen) geplant.

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