Grafenrheinfeld

Ehre für Handfest-Müller und Neubert

Neue Inhaber der Kreisehrenurkunde sind Peter Neubert (Zweiter von links) und Irene Handfest-Müller (rechts daneben). Beim Ehrenabend in Grafenrheinfeld gratulierten (von links) stellvertretender Landrat Peter Seifert, Landrat Florian Töpper und dessen Vertreterin Christine Bender.
Foto: Josef Lamber | Neue Inhaber der Kreisehrenurkunde sind Peter Neubert (Zweiter von links) und Irene Handfest-Müller (rechts daneben).

Irgendwie passte die unfreiwillige Symbolik: An der Holzdecke im „Haus der Begegnung“ schwebte ein gelber Luftballon mit einem Lachgesicht – wohl ein Überbleibsel einer früheren Veranstaltung. Er spiegelte die gelöste Stimmung beim Kreisehrenabend wider, die vor allem Irene Handfest-Müller mit ihrer kurzen, aber schwungvollen Dankesrede anheizte.

Landrat Florian Töpper zeichnete die Schweinfurterin für ihre langjähriges Engagement aus, das sich meistens im Verborgenen abspielt. Sie hilft als offizielle Kreisarchivpflegerin den Landkreisgemeinden nördlich und westlich des Mains, ihre Archive zu ordnen und zu verwalten. Sie habe in den 21 Jahren ihrer Tätigkeit für eine „langfristige, professionelle, strukturierte und sichere Unterbringung der Archivalien gesorgt“, sagte Töpper in seiner Laudatio.

Die Skepsis der Bürgermeister

Dabei sei es ihr gelungen, die Rathauschefs von der Wichtigkeit und Notwendigkeit der gemeindlichen Archivpflege zu überzeugen. Auch wenn bei den meisten Bürgermeistern dieses Thema nicht ganz oben auf der Agenda stünde.

Das konnte Irene Handfest-Müller bestätigen und erzählte von ihrem ersten Einsatz in einer nördlichen Kreisgemeinde. Der damalige Bürgermeister sei skeptisch gewesen, dass eine Frau sich der Akten annehmen solle: „Da kommen doch immer nur alte Männer.“ Das Ehrenamt mache nicht immer Freude, sagte sie lachend, sondern benötige oft Selbstüberwindung und Hartnäckigkeit. Auch sie unterstrich die Bedeutung der Archivpflege. Sie bilde die Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Motor in Bergrheinfeld

Die zweite Urkunde am Kreisehrenabend erhielt der Bergrheinfelder Altbürgermeister Peter Neubert, der 18 Jahre als Rathauschef Verantwortung trug. Wie Töpper sagte, habe der Ausgezeichnete die Stadtrandgemeinde zu einer „zukunftsträchtigen, attraktiven und modernen Kommune“ weiterentwickelt. Der Landrat zählte eine ganze Liste großer Projekte auf, die während Neuberts Amtszeit erledigt worden seien. Vom Umgang mit dem Bau der A 71 über den Bau der Umgehungsstraße und der Umgestaltung des südlichen Dorfbereichs bis zu zwei Flurbereinigungen.

Töpper hob besonders den Neubau zweier Kindergärten sowie den organisatorischen Umbau der Haupt- zur Mittelschule mit Ganztagszweig, den Bergrheinfeld auch in der Grundschule eingeführt habe. Bereits 2017 hatte Neubert die kommunale Verdienstmedaille erhalten. Er ist als Kreisrat weiterhin politisch aktiv.

Appell für die Integration

Der Landrat nutzte die Gelegenheit für grundsätzliche Gedanken, einer Art Regierungserklärung der Kreispolitik. Dabei appellierte er, „die integrativen Kräfte in unserer Gesellschaft zu stärken“. Das Zusammenkommen im offenen, freiheitlich-demokratischen Diskurs“ könne den „Fliehkräften Einhalt gebieten“, die seit längerem auch in den hiesigen Wahlergebnissen zu sehen seien.

Die Verleihung der Kreisehrenurkunde gilt als eine Art Ehrenbürgerschaft des Landkreises, die es – anders als in Städten und Gemeinden – formal nicht gibt. Sie ist 100 lebenden Inhabern vorbehalten. Derzeit sind es 84.

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