Schnackenwerth

Ein Lob für die Reingschmeckten

Der fränkische Barde Johannes Wohlfahrt trat in den frisch renovierten Festgaden in Schnackenwerth auf.
Foto: Ursula Lux | Der fränkische Barde Johannes Wohlfahrt trat in den frisch renovierten Festgaden in Schnackenwerth auf.

Es ist ein Kleinod, was die Dorfgemeinschaft Schnackenwerth da in den alten Gaden geschaffen hat. Dort in den "Feiergaden" beendete die Gemeinde Werneck ihren 16. Kulturfrühling. Und was lag näher, als in die restaurierten fränkischen Kirchgaden auch einen fränkischen Barden einzuladen. Johannes Wohlfahrt präsentierte seine "Songs vom Mee". Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl schaute zuvor auf die Frühlingsevents an der Wern zurück.

Wie ein Frühlingsblumenstrauß, seien die Veranstaltungen des Kulturfrühlings gewesen, "bunt, außergewöhnlich und voller Lebensfreude". Mit einem Blumenstrauß dankte sie dann auch der Hauptorganisatorin Stefanie Büttner. 2800 Besucher hätten die 22 Veranstaltungen angezogen und viele davon waren bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. Seit drei Jahren gehöre auch der Poetry Slam zum Kulturfrühling und erweise sich inzwischen als "absoluter Publikumsrenner", so die Bürgermeisterin.

"A Gerupfter geht immer"

Dann übernahm Wohlfahrt das Ruder, beziehungsweise die Gitarre. Als an der Wern Aufgewachsener und nun in Thüngersheim am Main lebender Liedermacher, bewies er gleich mit dem ersten Song seine Heimatverbundenheit. "Es geht um die fränkische Identität", meinte er und sang, wie könnte es anders sein, über fränkisch Kulinarisches, den "Gerupften". Schon beim ersten Lied hatte er das Publikum auf seiner Seite. Aus vielen Kehlen wurde der Refrain "a Gerupfter geht immer" mitgesungen.

Was die Welt aktuell bewegt, packte Wohlfahrt in Melodien, zwischen den Liedern gab's ein bisschen Nachhilfeunterricht über den Senegal oder die Klimaerwärmung beispielsweise. Dieser gewann Wohlfahrt aber auch positive Seiten ab und besang ein mediterranes Franken mit "Oliven im Spessart und Ananas in der Rhön". Aber auch Strategien gegen den Klimawandel hatte er liedmäßig aufbereitet.

Sein "fränkischer Ballermannsong, hee, mach Urlaub in Franken", lud wieder zum Mitsingen ein. Ein Loblied über die "Reingschmeckten" gehörte ebenso zu seinem Repertoire wie die Erinnerung an die Jugendliebe am Lagerfeuer oder die Migration. Seine Texte, obwohl durchweg humorvoll, stimmten zum Teil nachdenklich.

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