Gerolzhofen

Ein Sommer wie mit Handbremse

Normalerweise wäre jetzt die Hoch-Zeit der Feste, Konzerte und Feierlichkeiten. Im Zuge der Corona-Pandemie musste jedoch dieses Jahr nahezu alles abgesagt werden.
Auch das Stadtfest mit der Foodmeile und der großen Oldtimer-Ausstellung wird es in diesem Jahr nicht geben. Das Bild entstand beim Fest im August 2019.
Auch das Stadtfest mit der Foodmeile und der großen Oldtimer-Ausstellung wird es in diesem Jahr nicht geben. Das Bild entstand beim Fest im August 2019. Foto: Archivbild Norbert Finster

Der Veranstaltungskalender für die Stadt Gerolzhofen ist momentan äußerst überschaubar. Im Zuge der Corona-Pandemie musste nahezu alles abgesagt werden. Welche Folgen hat ein Jahr quasi ohne öffentliche Veranstaltungen für die Stadt Gerolzhofen? Wie schwierig es ist, derzeit überhaupt etwas zu planen, oder ob überhaupt Touristen in die Stadt kommen, weiß die Leiterin der Tourist-Information, Beate Glotzmann. Im Gespräch äußert sie sich zu den Chancen, was stattfinden kann und vermutlich nicht.

Frage: Ein Sommer in Gerolzhofen ohne Weinfest - wie fühlt sich das für Sie an?

Beate Glotzmann: Ehrlich gesagt, kann ich mir das nur schwer vorstellen. Es ist etwas völlig Neues, kein Weinfest und kein Stadtfest zu haben. Ein Sommer ohne Feste in Franken, da tut man sich schwer.

Was bedeutet es, auf das Gerolzhöfer Weinfest zu verzichten?

Glotzmann: Das ist besonders für die teilnehmenden Vereine, aber auch für die Stadt schwierig. Das Fest ist ja durchaus ein Wirtschaftsfaktor, der natürlich auch der Stadt etwas kostet. Aber es bringt für Gerolzhofen einiges.

Daumen hoch trotz Corona: Die Tourist-Info in Gerolzhofen mit Beate Glotzmann (links) und Elisabeth Laufer hat auch in Zeiten ohne große Feierlichkeiten gut zu tun.
Daumen hoch trotz Corona: Die Tourist-Info in Gerolzhofen mit Beate Glotzmann (links) und Elisabeth Laufer hat auch in Zeiten ohne große Feierlichkeiten gut zu tun. Foto: Andreas Stöckinger
Was ist generell an Veranstaltungen - Ausstellungen, Konzerte, Feste - in den nächsten Wochen möglich? 

Glotzmann: Das kommt zum einen auf die Zahlen an, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickelt. Zum anderen auf die staatlichen Bestimmungen. Großveranstaltungen sind ja erst einmal bis Ende August abgesetzt. Wie es im September aussieht, können wir momentan nicht sagen. Es kann sein, dass in diesem Jahr überhaupt keine größere Veranstaltungen stattfinden dürfen. Eine Veranstaltung beispielsweise in der Rüstkammer im Alten Rathaus bei den aktuellen Auflagen mit dem geforderten Abstand zu machen, das ginge gar nicht. Da kommt ja keine Atmosphäre auf. Und wer weiß, ob denn die Besucher überhaupt kommen würden.

Es wird also auch für kleinere Ausstellungen und Konzerte schwierig?

Glotzmann: Ja. Alles, was wir aktuell für den Herbst planen, ist in der Schwebe. Wir können nicht sagen, ob etwas stattfinden kann und unter welchen Auflagen.

Wie sieht es dann mit dem großen Gerolzhöfer Herbstfest im Oktober aus?

Glotzmann: Auch dazu lässt sich aktuell noch nichts vorhersagen. Keine Ahnung.

Wie schwierig ist es derzeit für Sie, überhaupt etwas zu planen?

Glotzmann: Wir haben viele Veranstaltungen vom Frühjahr einfach auf das nächste Jahr verschoben. Die sollen dann hoffentlich 2021 laufen. Das heißt aber nicht, dass wir im Moment nichts zu tun hätten. Wir bessern unser Angebot im digitalen Bereich auf: unsere Homepages, verschiedene Kommunikationskanäle wie Instagram oder Facebook. Da rüsten wir auf und überarbeiten das. Digitale Angebote kommen künftig viel stärker.

Gehen derzeit überhaupt Anfragen bei der Tourist-Info der Verwaltungsgemeinschaft ein?

Glotzmann: Das sind durchaus einige. Die Leute rufen an und fragen, wer offen hat, wie viele Plätze es gibt und so weiter.  Nachfragen nach Rad- und Wanderwegen kommen allerdings weniger als sonst. Die Gäste sind verhalten, sie wollen erst mal schauen, wie es läuft.

Müssen sich die Gerolzhöfer auf einen Sommer zuhause einstellen?

Glotzmann: Wohl nicht ganz. Als erstes haben ja die Biergärten und Gaststätten wieder geöffnet. Richtig kuschelig ist das mit den Abstandsregeln allerdings auch nicht. Und als nächstes sind die Hotels an der Reihe, die werden wieder öffnen.

Also sehen Sie doch einen Hoffnungsschimmer?

Glotzmann: Natürlich hoffen wir. Die Leute wollen ja auch raus ins Freie, in die Natur. Viele sind schon unterwegs, fahren Fahrrad oder gehen spazieren. Weil aber keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden, ist es so, als ob es dieses Jahr kalendarisch gar nicht gibt. Es fühlt sich an, als wenn man ein Auto mit angezogener Handbremse fährt.

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