Gernach

"Ein wichtiger Baustein für die Gemeinde vor Ort"

Trafen sich im Haus Franziskus in Gernach: die Gruppe der Gottesdienstbeauftragten, die vor zehn Jahren ihre Ausbildung begannen (von links): Margarete Kind, Hanne Margraf (beide Pfarreiengemeinschaft Maria Königin vom Kolben), Eugen Kundmüller (PG Kirche am Zabelstein), Diana Mantel (PG Maria Königin v. K.) und Elke Dressel (PG St. Raphael Unterspiesheim)
Trafen sich im Haus Franziskus in Gernach: die Gruppe der Gottesdienstbeauftragten, die vor zehn Jahren ihre Ausbildung begannen (von links): Margarete Kind, Hanne Margraf (beide Pfarreiengemeinschaft Maria Königin vom Kolben), Eugen Kundmüller (PG Kirche am Zabelstein), Diana Mantel (PG Maria Königin v. K.) und Elke Dressel (PG St. Raphael Unterspiesheim) Foto: Erhard Scholl

Zehn Jahre ist es her, als sich vier Männer und zwölf Frauen auf den Weg machten, die Ausbildung zur Gottesdienstbeauftragten zu beginnen. Seither treffen sich jedes Jahr einmal, um Erfahrungen auszutauschen, und auch, weil sie während der Ausbildung zusammengewachsen sind, und den Kontakt pflegen wollen.

In diesem Jahr hatte das Treffen einen besonderen Charakter: man konnte gemeinsam auf die zehn Jahre Erfahrung als Gottesdienstbeauftragte zurückblicken. Und es war das erste Jahr, in dem die Kursleiterin, Johanna Nicklaus, nicht mehr dabei sein konnte. Sie war im Mai diesen Jahres gestorben. "Sie hat es verstanden, mit ihrer ruhigen, aber lebendigen Art uns alle in den Kurs einzubinden" – so Elke Dressel im Rückblick.

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Dressel, als Gastgeberin dieses Treffens, hatte ins Haus Franziskus in Gernach eingeladen. Vor allem die Rückschau auf die vergangenen zehn Jahre stand im Mittelpunkt der Zusammenkunft und es wurde dabei aus dem Nähkästchen geplaudert. So etwa von einer Verwechslung bei der Terminplanung und der Anruf kam: "Wo bleibst Du denn". Die Gottesdienstbeauftragte sah sich plötzlich vor die Aufgabe gestellt, eine Wort-Gottes-Feier "aus dem Hut zu zaubern". "Der Heilige Geist hat mir dabei sehr geholfen" – so Hanne Margraf aus Abersfeld, Pfarreiengemeinschaft Maria Königin von Kolben. 

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die konkrete Gottesdienst-Gestaltung waren auch Thema bei der Zusammenkunft: "Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man vor der Gemeinde steht und die Gottesdienstbesucher in so großem Abstand in den Kirchenbänken Platz nehmen müssen", sagte Margarete Kind. Auch für die Ministranten sei diese Zeit nicht leicht, da sie coronabedingt nicht immer im gewohnten Umfang zum Einsatz kommen.  

Liturgisches Gewand tragen oder nicht?

Sie sind nicht in allen Fragen einer Meinung, die Gottesdienstbeauftragten – so auch nicht in der Frage, ob man während der Wort-Gottes-Feier ein liturgisches Gewand tragen solle oder nicht. Eugen Kundmüller aus der PG  Kirche am Zabelstein steht der Wort-Gottes-Feier immer ohne liturgisches Gewand vor. "So wird deutlich, dass ich zur Gemeinde gehöre." Die Frauen sprechen sich für das Gewand aus: "Dadurch wird deutlich, dass nicht ich als Person im Vordergrund stehe, sondern dass es um die Verkündigung der Frohen Botschaft und um die Gemeinschaft der Gläubigen geht", ist ihr Argument. 

Einig waren sich die Gottesdienstbeauftragten, dass sie während des Kurses in der Vielfalt ihrer Glaubensüberzeugungen geachtet wurden, und dass es die Kursleiterin Johanna Nicklaus verstand, diese Vielfalt zu integrieren und zu einem kreativen Dialog zu führen: man schätzt sich, daher trifft man sich noch jedes Jahr. Einig sind sie sich auch, dass ihr Dienst wichtig ist für die Gemeinde vor Ort. Gerade in der Zeit, in der über größere Seelsorgeeinheiten nachgedacht wird, erleben sie sich als wichtige Ansprechpersonen und wichtige "Bausteine" für das Gemeindeleben vor Ort.

"Wir tragen dazu bei, dass im wahrsten Sinne des Wortes die Kirche im Dorf bleibt" wurde bei der Zusammenkunft deutlich. Und diesen Beitrag gibt ihrem Tun Sinn. Gerade ältere Menschen schätzen es, wenn ein Gottesdienst in der Kirche ihres Ortes gefeiert wird, und sie dort Gemeinschaft erleben. "Dabei ist es wichtig, dass die Priester in der Gemeinde die Wertschätzung für unseren Dienst zum Ausdruck bringen, hinter uns stehen" – diesen Worten von Eugen Kundmüller als Dienstältesten stimmen alle zu.

Alle Gottesdienstbeauftragten fühlen sich bereichert durch ihren Dienst, sie sind mit Herzblut dabei. "Und was vom Herzen kommt, geht zum Herzen" – so die Erfahrung einer Gottesdienstbeauftragten. Eine andere schildert ihr Erleben: "Man bekommt mehr, als man gibt." Von vielen Gottesdienstbesuchern erhalten sie die Rückmeldung, dass die Wortgottesfeiern auch die Erfahrungen aus dem Alltag mit integrieren, und dass sich dadurch die Gläubigen angesprochen fühlen. Und noch ein Wunsch zum Schluss, der auch allen gemeinsam ist: dass sich noch mehr Frauen und Männer entschließen, die Beauftragung als Gottesdienstbeauftragte anzustreben.

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