BERGRHEINFELD/BRISBANE

„Exotik weit weg von zu Hause“

Ungewohnte Einsatzkleidung: Adrian Ridder aus Bergrheinfeld absolviert gerade ein Praktikum bei der Feuerwehr in Brisbane in Australien.
Foto: Ridder | Ungewohnte Einsatzkleidung: Adrian Ridder aus Bergrheinfeld absolviert gerade ein Praktikum bei der Feuerwehr in Brisbane in Australien.

Wenn seine Feuerwehrkollegen in der Silvesternacht noch auf den ersten Einsatz warten, hat für Adrian Ridder das neue Jahr schon längst begonnen. Während hierzulande tiefster Winter herrscht, mit Schnee und Eis, schwitzt der 24-Jährige in der australischen Sonne. Von November bis Januar absolviert der Bergrheinfelder ein Praktikum bei den Feuerwehren in Brisbane und Sydney.

„Brandschutz“ heißt der Masterstudiengang, den Adrian Ridder an der Universität Wuppertal belegt. Derzeit ist er im vorletzten, im neunten Semester. Zum Studium gehören auch zwölf Wochen Praktikum im Bereich „Brandschutz“, erzählt er. Und warum sollte man das nicht nutzen, um ein anderes Land kennenzulernen?

„Ich hatte schon seit längerem vor, mal ins Ausland zu gehen“, schreibt Adrian Ridder aus Australien. Während des Studiums hat man noch Zeit für längere Auslandsaufenthalte. „Später im Beruf wird das schon schwieriger.“

Zuerst hatte er an einen Gastaufenthalt an der Uni Lund in Schweden gedacht, weil es dort einen ähnlichen Studiengang gibt, und ihm das Land gefällt. Doch es gab Probleme von Seiten der Universität, und das Vorhaben verlief im Sand. Da Adrian auch Kontakte nach Australien hatte, entschied er sich für ein Praktikum auf der Südhalbkugel.

Auf der einen Seite bietet Australien genügend Exotik und ist weit genug von zu Hause entfernt, um „ein richtiges Auslandserlebnis zu garantieren“, auf der anderen Seite ist die Kultur nicht völlig fremd und die Sprache bekannt, sagt Adrian Ridder.

Hinzu kommt: „Das Praktikum lässt sich perfekt mit einem drei- oder vierwöchigen Urlaub in Australien verbinden.“

Kontakt nach Down Under hatte Adrian Ridder über Shan Raffel. Kennengelernt haben sich die beiden, weil Adrian Fachartikel, die Raffel im Internet veröffentlicht hatte, ins deutsche übersetzte. Außerdem war Raffel mehrmals zu Fachvorträgen in der Bundesrepublik, wo Adrian Ridder den Australier gedolmetscht hat.

Im Sommer dieses Jahres haben sich die beiden auf der „Interschutz“, einer Messe für Feuerwehr und Katastrophenschutz, getroffen. „Halb im Spaß“, sagt Adrian, habe er gefragt, ob es möglich wäre, ein Praktikum in Brisbane zu absolvieren.

Rund acht Wochen später hätte Adrian Ridder eigentlich schon starten können. Shan Raffel hatte schon ein vorläufiges Programm für den Aufenthalt in Australien zusammengestellt. Am 19. Oktober kam die Zusage der Feuerwehr in Brisbane und am 16. November ging's mit dem Flieger nach Australien.

Untergebracht ist Adrian Ridder bei Shan Raffel, der mit seiner Frau und seiner elfjährigen Tochter in einem Vorort von Brisbane wohnt. Dass er 30 Minuten beziehungsweise eine Stunde täglich zur Arbeit braucht, stört ihn nicht. Das machen der Pool hinter dem Haus und der „Familienanschluss“ wieder wett.

Beruflich lernt Adrian Ridder jede Abteilung des „Queensland Fire & Rescue Service“ kennen und gewinnt so einen Eindruck in Arbeitsweisen, Organisationsstruktur und Ausbildung bei der australischen Feuerwehr. Ab Mitte Januar geht's für sechs Wochen zu den New South Wales Fire Brigades in Sydney, um auch deren Arbeit kennenzulernen.

Adrian Ridder beschäftigt sich seit Jahren mit Feuerwehr und Brandschutz. Er schreibt Fachartikel für die Internetseiten www.fwnetz.de und www.atemschutzunfaelle.de, hat bereits ein Buch mit dem Titel „Atemschutz Notfallmanagement“ veröffentlicht und ist in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Klar, dass er später weiterhin im Bereich Brandschutz aktiv sein möchte.

Sein Berufsziel: Im „oberen Management“ von Feuerwehren zu arbeiten, im so genannten höheren feuerwehrtechnischen Dienst. „Es gibt aber auch ein Leben neben der Feuerwehr“, sagt er.

„Es fehlen der Schnee, die Kälte, Weihnachtsmärkte.“

Adrian Ridder, Feuerwehr-Praktikant

Weil in Australien derzeit Hochsommer ist, wollte bei ihm in diesem Jahr keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen, erzählt der 24-Jährige. „Es fehlen der Schnee, die Kälte, Weihnachtsmärkte und die ganzen sonstigen Begleiterscheinungen, die man sonst gewohnt ist.“

Ungewohnt ist wohl auch, dass er die Feiertage nicht mit seiner Familie in Deutschland verbringen konnte, sondern mit Shan Raffel und dessen Familie weit weg von zu Hause.

ONLINE-TIPP

Wer lesen möchte, wie es Adrian Ridder in Australien ergeht, mehr steht unter adrian-in-oz.blogspot.com

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