Lülsfeld

Familie Scheder aus Lülsfeld erhält besondere Auszeichnung für ihren Naturgarten

Kies, Unkrautvlies oder Mähroboter sind in einem zertifizierten Naturgarten nicht zu finden. Doch was ist ein zertifizierter Naturgarten eigentlich genau?
Christine Bender (links), eine der beiden Jurorinnen, im Garten von Sarah und Klaus Scheder in Lülsfeld bei der Zertifizierung des Naturgartens vor dem blühenden Staudenbeet
Christine Bender (links), eine der beiden Jurorinnen, im Garten von Sarah und Klaus Scheder in Lülsfeld bei der Zertifizierung des Naturgartens vor dem blühenden Staudenbeet Foto: Christine Bender

Die Familie Scheder aus Lülsfeld hat für ihren außergewöhnlichen Garten die Auszeichnung "Naturgarten Bayern blüht" erhalten. Diese Zertifizierung verleiht das Bayerische Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Landesvereinigung Gartenbau Bayern. Mit der Aktion soll die Artenvielfalt in bayerischen Haus- und Kleingärten gefördert werden.

Klaus Scheder aus Lülsfeld, von Beruf Landschaftsgärtner und auch privat Gärtner aus Leidenschaft, hat sich für die Zertifizierung seines Gartens zum Naturgarten beworben. Zusammen mit seiner Frau Sarah und seinen beiden Kindern bewohnt er eine ehemalige landwirtschaftliche Hofstelle. Hinter der Scheune, verborgen wie ein Schatz, hat Scheder den ehemaligen Obst- und Gemüsegarten des Anwesens zu einem Naturparadies entwickelt.

Artgerechte Lebensräume schaffen

Um die Plakette "Naturgarten Bayern blüht" zu erhalten, müssen sich die Gartenbesitzer verpflichten, nur organische Dünger und biologische Pflanzenschutzmittel einzusetzen, auf Torf zu verzichten und durch Sträucher, Hecken, Blumen und Kräuter artgerechte Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere zu schaffen. Jutta Steinmetz und Christine Bender, beide erfahrene Gärtnerinnen und ausgebildet für die Zertifizierung, haben die Prüfung im Garten der Scheders in Lülsfeld übernommen. 

Mit der Prämierung sollen laut Landwirtschaftsministerium und Gartenbauvereinigung Anreize für Gartenbesitzer geschaffen werden, Gärten in Bayern noch attraktiver zu machen für Pflanzen, Tiere und auch für die Menschen. Wer mit der Gartenplakette "Bayern blüht – Naturgarten" ausgezeichnet wird, leistet "einen wertvollen Beitrag für die Vielfalt in unserer Umwelt", erklärt Christine Bender, Landwirtschaftsrätin und Bezirksgeschäftsführerin der Obst- und Gartenbauvereine in Unterfranken.

Ort der Erholung und Entschleunigung

Für die Familie Scheder ist der Garten ihren eigenen Angaben zufolge ein Ort der Erholung und Entschleunigung. Viel mehr noch, er biete einen wunderbaren Erlebnisraum für das Wachsen und Gedeihen von Pflanzen, für das Begreifen von Naturzusammenhängen und Stoffkreisläufen. Hier werde nach dem Rhythmus der Jahreszeiten und mit den Lebensgesetzen der Natur gelebt. Für die Kinder sei der Garten Entdeckungsland und Schule fürs Leben.

Der Erhalt und die Förderung der heimischen Tierwelt im Garten sind in Zeiten des Artensterbens von unschätzbarer Bedeutung, erklärt Landwirtschaftsrätin Christine Bender in einer Pressemitteilung.  Ein Naturgarten sorge für eine lebendige Vielfalt von Lebensräumen, eine bunte Mischung von Bauerngarten bis zur Blumenwiese und von Trockenbiotop bis zum Gartenteich.

Laut Bender blühen hier Ringelblumen neben dem Salat, Vögel bauen ihr Nest im Hartriegel, Schmetterlinge und Bienen besuchen die Blüten und holen sich Nektar und Nahrung. Übers Wasser laufen Wasserläuferkäfer und Igel verstecken sich im Laub. Für alle sei Platz im Garten und alle leben miteinander und voneinander: "Es herrscht belebte Abwechslung."

Auch ein Naturgarten braucht Pflege

Aber auch ein Naturgarten will gepflegt sein. Naturgarten bedeute nicht, der Wildnis freien Lauf zu lassen, erklärt Bender. Einen solchen Garten müsse man bewusst gestalten im Einklang mit der Natur. In der Gartenbewirtschaftung heißt das, mit der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie anzukämpfen. Natürliche Lebenskreisläufe zu erhalten heiße für den Gartenbesitzer, Kompostwirtschaft zu betreiben, Nützlinge zu fördern, Mischkultur und Fruchtfolge im Gemüsebeet zu planen, auf richtige Bodenpflege zu achten und Regenwasser zu nutzen. Ein stabiles ökologisches Gleichgewicht sollte das Ziel der gärtnerischen Pflege sein. Naturnah zu gärtnern sei zudem ein großer und einfacher Beitrag zum Klimaschutz.

Wer sich davon ein Bild machen und insbesondere den zertifizierten Garten in Lülsfeld näher betrachten will, hat im kommenden Jahr die Möglichkeit dazu: Zum Tag der offenen Gartentür 2021 wird Familie Scheder ihren Garten für Besucher öffnen.

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