Röthlein

Förderung für ein Kaltwärme-Netz

Baugesuche, Probebohrungen und Finanzen - auch die jüngste Gemeinderatssitzung hatte wieder viele Themen auf der Tagesordnung. Formlos informierte sich ein Bauherr über die Haltung im Gremium zu seinem geplanten Sechsfamilienhaus mit zwei Garagen und sieben Stellplätzen in Heidenfeld.

Gleich mehrere Befreiungen wären nötig, so weicht das Bauvorhaben in punkto Geschossflächenzahl, Baugrenze, Garagenstandort und Anzahl der Vollgeschosse vom Bebauungsplan ab. Das Grundstück liegt schon lange brach, Wohnraum ist gefragt und so war der Gemeinderat positiv gestimmt und stellte sein Einvernehmen in Aussicht, wenn die vorgelegten Pläne genehmigungsfähig sind und die Nachbarn einverstanden. Vorausgesetzt wird auch eine maximalen Firsthöhe von 9,50 Metern, dazu muss die Anfahrt über die Schubertstraße erfolgen.

Weiter ging es mit der Errichtung zweier Wintergärten an ein bestehendes Doppelhaus in Röthlein. Dafür erteilte der Rat ebenso grünes Licht für einige Abweichungen (flaches Pultdach, Glasfassade, Geschossflächenzahl, Baugrenze), wie für die Errichtung einer Dachgaube und eines Geräteschuppens in Heidenfeld, ein Bauvorhaben, das sich mangels Bebauungsplan als Genehmigungsvoraussetzung in die Umgebungsbebauung einfügen muss.

Kritisch diskutiert wurde die Energieversorgung im neuen Heidenfelder Baugebiet. Nach Probebohrungen durch die beauftragte ÜZ Mainfranken ist klar: Eine Kaltwärme-Versorgung im Baugebiet ist umsetzbar, knapp 20 000 Euro würde Bauwillige die Nutzung des Kaltwärmenetzes bei drei Erdsonden mit je 60 Metern und Anbindung kosten. Vorausgesetzt mindestens 20 Grundstücke nutzen das Angebot.

Bürgermeister Peter Gehring stellte anschließend eine Bezuschussung von 1000 Euro für die Nutzung einer, wie er sagte, "Technik mit deutlicher Co²-Einsparung" zur Abstimmung und sorgte im Rat für lebhafte Diskussionen, wie man grundsätzlich Anreize für umweltfreundliche Energielösungen schaffen könne.

Detlev Reusch lobte den symbolischen Charakter und Petra Jakob den positiven "Zwang", während Simon Stock und Florian Kress den regenerativen Ansatz zwar prinzipiell gut fanden, sich aber wie auch Jürgen Lorenz daran störten, dass sich die Förderung nur auf das eine Baugebiet und damit die beauftragte ÜZ beschränkt.

Lorenz wollte vor der Entscheidung den geplanten Infoabend im September abwarten und Kai Hümmer plädierte ähnlich wie Kress dafür, generell festzulegen, wie man künftig energiesparende Versorgungsformen bezuschusst.

Da Bürgermeister Gehring mit Blick auf den  Baubeginn im Baugebiet an der Sulz auf eine Abstimmung drang, votierte der Rat dann mit 9:5 Stimmen für die Bezuschussung der Nutzung des Kaltwärme-Netzes von 1000 Euro. Voraussetzung: mindestens 20 Grundstücke schließen sich an, außerdem wird der gemeindliche Zuschuss auf jährlich 20000 Euro gedeckelt. Darüber hinaus wird sich der Bau- und Umweltausschuss zeitnah mit der Erstellung eines Zuschusskatalogs für energiesparende Versorgungsformen beschäftigen.

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